Nachlese FIWM Veranstaltung zu Blogs und Business

Nico —  9.04.2004

Gestern abend war die Veranstaltung des FIWM zum Thema „Business Weblogs: Wie sehen die Geschäftsmodelle aus?, organisiert von Klaus Eck.

Angefangen habe ich mit einer kurzen Einführung in das Thema, dann folgten Dieter Rappolt und Michael Schuster von Knallgrau/Twoday und haben etwas über Business-Anwendungen mit Weblogs erzählt, danach haben Silke Schümann und Robert Basic eine eher hypothetische Umsetzung von Reise-Blogs präsentiert. Abgerundet wurde die Veranstaltung von Arne Trautmanns Vorstellung des Law-Blogs.

Als Quintessenz nehme ich folgendes aus dieser Veranstaltung mit:

– meine Präsentation war zu technisch, zu nüchtern, muss wohl mehr Effekte mit Keynote zaubern, so mit links reinhuschen, rechts raus, salto, sound, und so weiter.
– 20 Minuten dauern unterschiedlich lang.
– der Österreicher an sich wird von Haider finanziert, oder jedenfalls kann man das als Veranstaltungsteilnehmer locker einem Vortragenden unterstellen, auch ohne Grund.
– ich muss mehr Buzzwords pauken und mehr Anglizismen verwenden.
– rechtliche Bedenken sind wichtig. gerade bei Weblogs. erstmal Bedenken formulieren a la „was wäre wenn“.
– es gibt auch Anwälte mit Humor, über den man lachen kann.
– „Könnte ich nicht anstatt Newsletter zu verschicken, einfach ein Weblog führen?“ – Meine Lieblingsfrage des abends, Thema des Vortrages wurde verstanden.
– Für BlogTalk 2.0 bereite ich BlogBuzzwordBingo vor, mal sehen wer zuerst „Bingo“ ruft und bei welchem Vortrag.
– Bin stolzer Besitzer von readme.txt – Weblogs zum Vor- und Nachlesen, aber irgendwie kann ich mit twoday blogs in gedruckter form noch weniger anfangen, da fehlen die Links zum Clicken.
– Michael wollte mich zu später Stunde zwingen, eine Unterlassungserklärung zu unterschreiben, nie wieder Blogg mit Doppel-G zu schreiben, aber ich habe das durchschaut.
– war ein netter Abend.

15 responses to Nachlese FIWM Veranstaltung zu Blogs und Business

  1. Hallo Herr Lumma!

    Nein, der Vortrag war nicht zu technisch. Ich hatte k.A. was Blogs ambelangt und keine Zeit mich da reinzufummeln. Dank Ihres Vortrages gings wesentlich schneller.
    „bells and whistles“ a la links rein und rechts raus sollte man *sehr sparsam* verwenden, wie auch anglizismen, wenn nicht gerade die halbe Szene anwesend ist. Und gestern waren sehr viele potenzielle User da. Ich hatte selber mal bei den Netzblicken referiert, leider nur vor knapp 10 Leuten.
    Allgemeni: Ich fands gut und passig!

    Gruß,
    A. Amthor

  2. Mir hat der Vortag gut gefallen. Zu technisch war er nicht, auch nicht zu nüchtern. So kompliziert ist die Technik ja nicht, und sie gehört nun mal dazu, wenn man verstehen will, was Weblogs sind.

  3. Nein, zu technisch war es nicht, aber vielleicht ein wenig noch den Menschen mit einbauen. Roberts „Wohnzimmer“ z.B. und die Variabilität vom Witze erzählen bis Theoreme erarbeiten, die dann ein Buch ergeben, das über das was in den Blogs zu lesen ist hinausgeht aber zum tieferen Verständnis des Buches und dem Entstehungsprozesses desselben beitragen. ;o)

    ZippZappPingTscharassa macht keinen Vortrag lebendiger.
    Geschichten erzählen schon.

    Und … in mir klingt noch nach .. ich liefere ja – ich liefere ja … meine Beiträge zum Thema Reiseblogs liegen schon etwas weiter zurück und! Reiseweblogs gibt es so gut wie gar keine.

    Das war ein Vortrag, der einfach ein wenig mit dem Werkzeug Weblog und was man damit machen könnte, gespielt hat. Mehr in kürze bei mir. Ich schreibe ja schon, ich schreibe ja schon ;o)

    Übrigens hab ich schon erwähnt, dass der Vortrag gut verständlich war?

  4. Nein, zu technisch war’s nicht: Hinter einem Blog steht nun mal eine Werkzeugkiste voll Technik, die auch mal erklaert werden will. Die soziale Komponente haben nach Dir ja die beiden Oesterreicher ausfuehrlicher gebracht. Zu wenig Anglizismen? Quatsch. Wieso unnoetig verkomplizieren.

    Was mich etwas gestoert hat (wo speziell Du aber nichts dafuer kannst): Die Ankuendigung zur Veranstaltung war in meinen Augen relativ schwammig gehalten. Man wusste nicht wirklich, was da kommen wird. Ich denke, das war auch mit ein Grund, dass in der Pause doch relativ viele Leute gegangen sind. Das macht’s dann auch schwierig fuer den Referenten: er weiss nicht, welche Zielgruppe da ist. Und dann noch: Waere schoen gewesen, wenn als Kontrast ein Referent da gewesen waere, der die Blogosphaere eher kritisch sieht, das haette dann eine spannende Diskussion werden koennen. So wurde insgesamt Bloggen ‚in den siebten Himmel‘ gelobt. Einige Teilnehmer haben ja auch durchaus kritische Toene dazu geaeussert. Wie ich Dir kurz vorm Heimgehen nach dem zweiten Weissbier noch sagte: Vor 10 Jahren gab’s halt auch noch kein Spam-Problem.

    Wolfgang (der Mann mit dem Debian-Shirt :-)

  5. Silke Schümann 9.04.2004 at 22:48

    So wurde insgesamt Bloggen ‚in den siebten Himmel‘ gelobt.

    Ich hatte nicht den Eindruck, dass die Blogosphere überzeichnet oder zu positiv dargestellt wurde.

    In fast drei Jahren bloggen, habe ich kaum negative Erfahrungen gesammelt. Ich denke der Testrahmen ist lang genug.

    Dass es kein Allheilmittel ist und man damit über Nacht berühmt wird, hat keiner gesagt. Selbst meine Aussage, bzgl. kleinen 20-Bettenhotels und großen Ketten kann man so oder so interpretieren.

    Natürlich hat das 20-Bettenhotel keine Marktmacht wie ein Tui. Aber diese Marktmacht würde das 20-Bettenhotel auch nicht verkraften. Aber treue Stammgäste dürften gerne neues aus der Region erfahren und Neukunden können über Berichte anderer Blogger schneller Vertrauen fassen und dort buchen statt in dem Katalog des Reisebüros. Eventuell ist es auch die Urlauber-Nische Individualreisender, der ohne Reisebüro seine Reisen plant. Meine Eltern sind mit dem VartaCampingführer losgezogen und hatte ihren Kinderstall im Kleinbus eben dabei.
    Heute hieße dies, beim nächsten Hotspot halten und die Blogroll der Region durchforsten nach einem schönen Plätzchen mit Platz. :o)

  6. Nicht dass Missverstaendnisse aufkommen: Auch ich bin begeisterter Blogger. Mehr auf passiver als auf aktiver Seite. Du kriegst beim Lesen von Blogs viele Infos locker eine Woche VOR Heise. Auch ich habe bisher keine schlechten Erfahrungen gemacht.

    Allerdings sehe ich die zukuenftige Entwicklung eher kritisch. Ich bin netzaktiv seit 1992 und habe noch ganz kurz die Zeit VOR WWW erlebt (als man sich Infos ueber spezielle Telnet-Server, per FTP oder Gopher holte). Ich habe also einige Entwicklungen kommen UND gehen sehen. Gehen nicht im Sinne von sterben aber im Sinne von ‚zur Unbrauchbarkeit weiterentwickelt‘. Mittlerweile lebe ich zu grossen Teilen im und mit dem Netz (auf meiner letzten Telekom-Rechnung war der Anteil fuer Telefongespraeche bei 37 Cent :-)

    Trotzdem — oder gerade deshalb — werfe ich eben ein, dass Mail vor wenigen Jahren — genauso wie Usenet — ein wirklich angenehmes Kommunikationsmittel war. Mittlerweile trieft meine Inbox taeglich vor Spam, ich muss einigen Aufwand betreiben mit automatischen Filtern, um dem Herr zu werden. Im Usenet muss man einige Zeit suchen, bis man Postings mit brauchbarem Schreibstil (Sprache, Grammatik und Orthgraphie) findet. Staendig lebt man in der Angst, sich einen Virus einzufangen (gut, ich arbeite mit Linux, da ist das etwas entschaerft :) Selbst im taeglichen Bueroleben wird man haeufig mit Mails ‚bombardiert‘, die so zB. als Fax oder Geschaeftsbrief NIE durchgehen wuerden bzw. in Vor-Mail Zeiten nie durchgegangen waeren. Und ich meine eben, dass diese Entwicklung auch auf Blogs zustroemen wird, wenn es erstmal ein Massenmedium wird. Sicher wird es auch dann Nischen und Ecken geben, die noch funktionieren (gibt es auch im Usenet noch). Wenn ich mich recht erinnere, war einer der Aufhaenger bei der Veranstaltung auch die mittlerweile in Massen auftretenden aber sehr haeufig unerwuenschten Newsletter, die man haeufig ungelesen loescht. Ich denke eben, dass das genauso Blogs passieren wird. Ob in einem, drei oder zehn Jahren kann ich nicht sagen. Koennte ich das, haette ich einen deutlich besser bezahlten Job :-)

    Darauf bezog sich meine Krikik, dass ein bisschen die Gegenmeinung fehlte. Du (Sabine) hast insofern recht, als dass die Blogosphaere in ihrem jetzigen Zustand nicht ueberzeichnet wurde. Man Gewann einen recht brauchbaren Eindruck vom Status Quo und bekam auch ein paar Ideen, in welche Richtungen es weiter gehen koennte.

    Wolfgang

  7. Silke alias Corinna alias Sabine 10.04.2004 at 8:19

    uaaaaah sogar hier … es gibt Frauen im Business … Trackback wird man sicherlich wieder einstampfen können und Kommentare … könnte ebenfalls kritisch werden. Denn beides automatisiert und ich habe wieder nur einen lästigen Spamkanal.

    Nico Lumma hier ist ja einer der Werbung-Verbreiter, der die Masse braucht, um einen sinnvollen Kanal zu haben.

    Einfachheit und der günstige Preis könnten aber dazuführen, dass es zum Standardinventar der Spaceprovider wird und damit das werbefreie Blog nur einen Klick entfernt ist.

    Momentan ist die Werbebranche relativ merkbereit und lernresistent und erklärt den Kunden wie sie mit noch mehr und noch die alten Ergebnisse erreichen.

    Im Internet ist dies zu einem regelrechten Krieg geworden. Nur eines haben die User noch nicht gelernt, die Nervensägen des Marktes abzustrafen.

    *Silke* Schümann :o) aka tempa

  8. ähem, das mit Keynote-Effekten war nicht wirklich ernst gemeint.

  9. I.. looove.. thiiisss… blogospheeeeere!!!

    Oder so. Wäre unter Umständen angekommen.

  10. am 09.04.04 in München auf der Veranstaltung von FMWI gewesen: „Business Weblogs: Wie sehen die Geschäftsmodelle aus?“. Erster Vortragende war Nico Lumma von Orangemedia (blogg.de Betreiber). Es ging für die DAU’s um eine Einführung in die Blogwelt. Al…

  11. Ich fand Deinen Vortrag gar nicht uninteressant, und für mich als Techniker ist auch a bisserl Hintergrund gewünscht gewesen. Deine Zahlen waren interessant, und auch was Ihr so mit der Analyse macht war spannend.

    Dass ich und vielleicht auch andere vom Abend mehr erwartet haben, soll nicht Dein Problem sein, denn die Agenda war tatsächlich schwamming formuliert.

    Dass bei Euch das Business-Modell wohl funktioniert, war abzusehen, aber weitere Ansätze, wie man das Bloggen in Revenue umsetzen kann, hätte mich schon interessiert.

    Das mit Haider war übrigens eine unangebrachte Unterstellung (wer auch immer das war), so kann man einen interessanten Abend auch unterwandern. Knallgrau hat aber sehr professionell gekontert und reagiert, die Jungs haben da ein ganz solides Standing…

    Ich hoffe aber, dass sich für Dich die lange Anreise gelohnt hat und sich vielleicht in dem ein oder anderen Projekt manifestiert…

    Gruß, Dieter

  12. ach, der Ausflug nach München hat sich gelohnt, in RL kann man doch immer noch am besten Gedanken austauschen. Ich habe mit einigen Anwesenden schon vorher mal telefoniert, aber ein persönliches Treffen ist doch immer netter.

  13. Bereits am Gründonnerstag veranstaltete der FIWM eine Diskussionsrunde im Rahmen der ?Netzblicke? und des ?Content-Bizz? zum Thema ?Business-Weblogs ? wie sehen die Geschäftsmodelle aus?? Beteiligt war auch das Law-Blog. Den Anfang der Vortragenden machte…