SPD und die Besänftigung der Basis: Ausbildungsplatzabgabe

Die SPD droht der Wirtschaft mit einem Gesetz zur Ausbildungsplatzabgabe, hofft aber, es in der Schublade lassen zu können. Ah ja, Strategie kann man das nicht nennen, eher Konzeptionslosigkeit oder mangelnder Realitätssinn.

Was soll bitte eine Ausbildungsplatzabgabe bringen? Unternehmen, die nicht ausbilden, sollen in einen Fond einzahlen und Unternehmen, die ausbilden, dürfen aus diesem Fond Gelder bekommen. Es gelten zudem noch Ausnahmeregelungen, die im Einzelfall geprüft werden müssen.

Das bedeutet im Klartext:
– Ordentlich viel Bürokratie, das können wir Deutschen eh gut.
– Mittelstand zahlt in den Fond ein
– Konzerne bekommen Geld aus dem Fond, denn denen tun zusätzliche Ausbildungsplätze nicht weh.

Diese Umverteilung macht null Sinn, ausser dass sie Genossen besänftigt, die noch an die Arbeiterbewegung und den Kampf gegen das Kapital glauben.

Momentan sehe ich die krampfhafte Vermittlung von Ausbildungsplätzen an möglichst alle Interessenten vor allem als Aufschieben drohender Arbeitslosigkeit vieler Jugendlicher, die dann nach 3 Jahren in den Teufelskreis von ABM und Umschulung geraten, weil jetzt Ausbildungsplätze am Bedarf vorbei geschaffen werden.

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9 Antworten auf „SPD und die Besänftigung der Basis: Ausbildungsplatzabgabe“

  1. In der Bauwirtschaft geht es freiwillig schon eine Weile recht gut. VOr einiger Zeit gab es darüber in der FR einen Artikel: Alle zahlen ein (das erfordert wenig Bürokratie). Wer ausbildet, bekommt raus.

    Den finde ich nicht mehr, aber an anderer Stelle findet sich das auch kurz erwähnt.

    Das am Markt vorbei ausgebildet wird, läßt sich so natürlich auch nicht steuern.

    Aber du hast wohl recht: Es ist eher die symbolische „Wir haben der Industire auch was angetan, also meckert nicht über die Agenda 2010“-Beruhigungspille.

  2. nein, was Deutschland braucht, sind mehr Kommissionen, die den Streit um Symbolpolitik wissenschaftlich untermalen, damit am Ende gar nix bei rum kommt.

  3. Bei den Spiegelstrichen stimme ich Dir voll zu. Die Ausbildunsplatzabgabe macht wenig Sinn.

    Aber was Du als krampfhafte Vermittlungsversuche bezeichnest, ist für viele Jugendliche die einzige Chance, überhaupt ins Berufsleben einzusteigen. Denn je älter sie werden, umso schwieriger wird es für sie überhaupt in Arbeit zu kommen.

  4. aber was nützt es, wenn nach der Ausbildung dann die Arbeitslosigkeit kommt?

    ich habe da keine pfiffige Lösung parat, aber mir erscheint es, als wenn hier nur der Eintritt in die Arbeitslosigkeit bei vielen Jugendlichen verschoben wird.

  5. Ich spreche jetzt nicht von Ausbildungsplätzen, deren spätere Berufe es gar nicht mehr gibt…

    Die Chance eine Arbeit nach einer Ausbildung zu bekommen ist zumindest höher, als ohne qualifizierte Ausbildung.

  6. ich spreche von ausbildungsplätzen, für die es danach nicht mehr genug arbeitsplätze gibt…

  7. Vor allem werden die in Sannies verlinkten Beitrag betroffenen Autofirmen dann noch weniger Skrupel haben, ihre Arbeitsplätze ins Ausland zu verlagern.

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