Neuer Trend in Hamburg: Spot the Sozi

Nico —  26.04.2004

Demächst auf den Strassen Hamburgs: Zielstrebig gehen Männer in Anzügen oder Frauen in eigenwilligen Kombinationen mitsamt riesigem leger umgeworfenen Tuch auf völlig unbeteiligte Passanten zu, bleiben stehen, hören zu und lernen. Das wäre dann ein sozialdemokratischer Bürgerschaftsabgeordneter bei der praktizierten Bürgernähe.

Unter dem Titel „SPD vor Ort“ will die Fraktion künftig regelmäßig Stadtteilbesuche mit Veranstaltungen und Fraktionssitzungen machen. Außerdem werde es häufiger Besuche von Abgeordneten in Betrieben und Unternehmen geben. „Die Wahl hat deutlich gemacht, dass die SPD an Glaubwürdigkeit verloren hat“, sagte Neumann. „Also müssen wir auf die Bürger zugehen, zuhören und lernen.“
[via: Abendblatt]

Passieren wird nix dergleichen, es werden wenn überhaupt nur wieder die sozialdemokratischen Vorfeld-Organisationen wie die AWO oder der ASB heimgesucht werden. Alle anderen können völlig unbekümmert und ruhigen Gewissens durch die Stadt schlendern, es wird schon kein Genosse kommen…

[ Siehe auch: Wir packen es an! ]

4 responses to Neuer Trend in Hamburg: Spot the Sozi

  1. Ein bürgernaher Sozi quasi? Und wenn die Sozis die Betriebe besuchen, wird das von der Pausenzeit abgezogen? Oder muß dafür ein Urlaubsantrag gestellt werden?

    Aber daß eine Partei mal zuhören will, das finde ich durchaus prima.

  2. Politik wird sich eh nicht durchsetzen…

  3. Blah, blah, blah, das ist doch wieder nur heisse Luft und sonst nix.
    Wenn es sie wirklich interessieren würde, was die Bürger denken – das herauszufinden dazu wäre, gerade vorm Wahlkampf, mehr als Zeit gewesen. Hat aber nicht. Wird auch nicht.

  4. „Passieren wird nix“ – das könnte das Motto der großen Koalition im Land Bremen sein – also seid froh, daß HH das nicht hat.
    Früher dachte man mal, daß eine große Koalition ja „90% der Bürger vertritt“. Eigentlich vertritt sie aber nur „100% der eigenen Meinung und Diäten“ und 0.01% der Bürgerinteresseren…

    Im Klartext heisst das: Wenn jemand einen möglichen Bruch der Landes-/Stadt-Verfassung tätigt, wird der beschönigt, anschließend entsprechend dem Motto „1 Rote Mildtätigkeit gegen 1 schwarze Wohltat“ alles wieder bereinigt und geändert hat sich: nix! Welcome to Corruption *sic*.