Urwahl des SPD-Landesvorsitzenden: Umständlicher geht es kaum

SPD Landesorganisation Hamburg bekleckert sich nach der Wahlschlappe bei der Bürgerschaftswahl erneut nicht mit Ruhm. Dieses Mal sind die verbliebenen 12.000 Mitglieder aufgerufen, für Knut Fleckenstein oder Mathias Petersen als neuen Landesvorsitzenden zu stimmen. Dafür hat jedes Mitglied einen Brief mit Wahl-Unterlagen bekommen, mit je einer DIN A4-Seite Kandidaten-Vorstellung. Mit den Wahl-Unterlagen kann ich a) Briefwahl-Unterlagen anfordern, b) nach den Vorstellungsrunden der Kandidaten in den Kreisen abstimmen oder c) am 6. Juni im Kreisbüro meine Stimme abgeben.

Geht es noch umständlicher? Warum kann ich nicht gleich Briefwahl machen? Warum muss ich persönlich irgendwo erscheinen?

Heute abend um 18 Uhr ist die Vorstellungsrunde der beiden Kandidaten im Hamburger Kreis Nord. 18 Uhr. Hallo, SPD, jemand zuhause? Es gibt Leute, die arbeiten da noch. Nicht alle Parteimitglieder fangen morgens um 7 Uhr die Schicht an, nicht alle sind Lehrer oder Verwaltungsangestellte, oder SPD-Funktionäre. Die Hamburger SPD will eine moderne Partei sein? Davon ist sie meilenweit entfernt.

Falls ich wider Erwarten doch meine Briefwahl-Unterlagen zugesandt bekomme, die ich vor zwei Tagen per Mail an info@spd-hamburg.de angefordert habe (bislang null Resonanz), werde ich Knut Fleckenstein wählen, weil dieser im Gegensatz zu Mathias Petersen mehr als nur ein Politikfeld kennt und ausserdem sich seit Jahren in der Partei in verschiedensten Positionen engagiert.

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5 Antworten auf „Urwahl des SPD-Landesvorsitzenden: Umständlicher geht es kaum“

  1. 18 Uhr für Parteiveranstaltungen scheint bei allen Parteien normal zu sein. Das hat nix mit Arbeiterpartei o.ä. zu tun. Leider.

  2. Frag doch mal, welcher der beiden Kandidaten, bzw. der unterstützende Kreis der Funktionäre, für dieses schwachsinnige Wahlverfahren verantwortlich ist…

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