SPD Mitgliederentscheid: Petersen gewählt, Beteiligung miserabel

Nico —  6.06.2004

Die SPD Basis hat entschieden:

Die Hamburger SPD-Basis hat sich für Dr. Mathias Petersen als neuen Landesvorsitzenden ausgesprochen. Der Arzt erhielt bei der Urwahl am Sonntag 1770 der insgesamt 3070 abgegebenen Stimmen. Auf den zweitplatzierten, den Geschäftsführer des Arbeiter-Samariter-Bundes, Knut Fleckenstein, entfielen 1330 Stimmen. Die Wahlbeteiligung lag bei rund 25 Prozent. Petersen muss beim Landesparteitag der Hamburger SPD in knapp zwei Wochen noch offiziell bestätigt werden. Sein Gegenkandidat Fleckenstein zog seine Kandidatur unmittelbar nach Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses zurück.[SPD-Horn: Mathias Petersen gewählt!]

Die Basis ist überwiegend zuhause geblieben, was sicherlich auch an dem bescheuerten Wahlmodus lag. 25% sind ja wohl mehr als peinlich, daraus kann man schliessen, dass die grosse Mehrheit der SPD-Mitglieder in Hamburg entweder keine wirkliche Alternative bei den beiden Kandidaten gesehen haben oder ihnen die Partei so etwas von egal ist, dass sie den Mitgliederentscheid ignorieren. Ich tippe darauf, dass das komplizierte Wahlverfahren mit persönlicher Stimmabgabe vor Ort dazu geführt hat, dass viele Leute den Sonntag anderweit genutzt haben. Ich wünsche Mathias Petersen alle Gute und eine glückliche Hand mit der Hamburger SPD, ausserdem rufe ich ihn morgen gleich mal an und erzähle ihm, warum er bloggen sollte…

6 responses to SPD Mitgliederentscheid: Petersen gewählt, Beteiligung miserabel

  1. Gab es keinen „Ich will keinen von beiden“-Auswahlpunkt?

  2. so was in der art gab es, aber was bringt das?

  3. Mathias hat das gleiche SPD-Layout wie wir, ich geb ihm gerne meine Templates ;-)

    Ansonsten sind 25% Wahbeteiligung sicherlich nicht überragend und ich hätte mir auch eine sofortige Briefwahl gewünscht. Aber ich glaube, bei einer „normalen“ Aktivenqoute von 10-20% der Mitglieder sind 25% Beteiligung am oberen Ende dessen, was man erwarten konnte.

  4. Ich freue mich, dass Mathias Petersen sich bei der Urwahl durchgesetzt hat.
    Mathias hat meinen Distrikt in den letzten Monaten mehrfach unterstützt. So hatten wir die Gelegenheit Mathias kennen zulernen und ich muss sagen, wir werden einen sehr guten Landesvorsitzenden bekommen.

    Letzten Freitag hatten sich beide Kandidaten in Harburg vorgestellt. Ich war positiv überrascht, wieviele GenossInnen sich die Kandidaturen angehört haben. Mein ertser Gedanke war: So sehen als unsere Karteileichen aus.

  5. @Hansjörg: bei einem Flächenstaat hätte ich 25% Wahlbeteiligung okay gefunden, aber bei einem Stadtstaat wie Hamburg sollten die Mitglieder schon mal den Weg zum nächsten Kreisbüro zurücklegen können, ohne übermässig viel Marschverpflegung einstecken zu müssen.

  6. Ich bin ja auch noch passives Mitglied. Ich habe die Wahlunterlagen aufgehoben, es dann aber schlicht vergessen.

    Warum sollte ich auch an einem Mitgliederentscheid teilnehmen, wenn die Partei mich auf der anderen Seite für zu blöd hält, bis fünf zu zählen (Stichwort Volksentscheid zum Wahlrecht). Ach ja, ich bin gebürtiger Niedersachse. Dort gab es bei den Kommunalwahlen schon immer mehr als zwei Stimmen.