Wahlen in Thüringen und Europa: SPD als Randgruppe

Nico —  13.06.2004

Wenn man sich die Hochrechnungen der Wahlen von heute anguckt, dann könnte man meinen, die deutsche Sozialdemokratie verkommt zur Randgruppe.

Die Agenda 2010 tut vielen weh, das merkt man. Allerdings denke ich, dass wir mit der Agenda 2010 auf dem richtigen Weg sind und eben Einschnitte hingenommen werden müssen. Die Politik ist extrem unpopulär, allerdings darauf ausgerichtet, die Republik wieder flott zu bekommen. Wir können sicherlich auch weitermachen wie bisher, aber dann muss sich niemand wundern, wenn in ein paar Jahren gar nichts mehr geht, das wäre dann quasi Konkursverschleppung.

Die SPD tut gut daran, ihre Kommunikation zu verbessern und sich zu öffnen, um mehr interessierte Bürger an ihre Politik zu binden. Das bedeutet allerdings, dass endlich die Macht der sesselfurzenden Funktionäre beschnitten werden muss, den es lediglich um die Sicherung ihrer Einflussspähre geht.

5 responses to Wahlen in Thüringen und Europa: SPD als Randgruppe

  1. das problem liegt nicht daran, das die agenda 2010 vielen weh tut, sondern eher daran, das sie nur äußerst kurzfristig gedacht ist.
    gleichzeitig werden alle paar tage neue änderungen, rücknahmen und streichungen ins gespräch gebracht. dadurch wirkt die regierung einfach nur noch hilf- und kopflos. das kommt bei den wählern weitaus schlechter an als wenn sie auf 100 euro verzichten müssen.
    darauf ausgerichtet die republik wieder flott zu machen ist die aktuelle politik, zumindest meiner ansicht nach, überhaupt nicht. sie dient dazu einige dinge zu verdecken, ändert aber langfristig viel zu wenig. nur ist daran nicht die regierung alleine schuld, sondern ebenso opposition, gewerkschaften, unternehmer- und interessenverbände und sonstige lobbyisten schuld.

  2. Randgruppe ist ein bisschen zu hart, aber eine Volkspartei ist die SPD nun wirklich nicht mehr. In Thüringen hat die PDS ihr den Rang längst abgelaufen. Und für Deutschland und Europa sind die Grünen auf dem besten Weg die zweite Kraft zu werden. Dies bedeutet aber nichts anderes, als dass es in diesem Land eine breite wertkonservative Plattform gibt.

  3. Ich bin nachwievor der Meinung, daß wir mit der SPD einfach nur das kleinere Übel gewählt hatten. Und ich kann nicht verstehen, daß so viele jetzt auf die setzen, als wäre die CDU das Nonplusultra der deutschen Politik. Ich denke, die deutschen Wähler sind da ein wenig kurzsichtig und auf dem einen Auge auch schon etwas blind.

  4. Böses Erwachen heute morgen am Tag nach der Europawahl 2004 für fast alle grossen Parteien in Europa. Doch nicht die niedrige Wahlbeteiligung (44,2 %), nicht die Tatsache, dass viele Urnengänger die Chance nutzten Regierungsparteien abzustrafen, sollte u…

  5. Tja, am Ende kam es, wie es kommen musste: das Superwahlwochenende brachte für die SPD ein hübsches kleines Desaster. Die Europawahl beschert ihr das schlechteste jemals erzielte Ergebnis auf Bundesebene ! Und während sich die Genossen noch ungläubig die …