Baden in Hamburg – Luxus pur.

Nico —  13.07.2004

Die Betreibergesellschaft der Hamburger Hallen- und Freibäder, die Bäderland GmbH schreibt beharrlich rote Zahlen und Besserung ist nicht in Sicht. Jetzt wird sogar erwogen, die Schwimmoper an der Alster zu schliessen.

Aber mal ehrlich, ist das ein Wunder? Ein Besuch in der schnuckeligen Bartholomäus-Therme bei uns um die Ecke kostet mich schlappe ? 8,40. Für ? 29 kann ich nach Mallorca fliegen. Für ein wenig Planschen will ich nicht mehr als ein paar Euros bezahlen. Bei diesen Preisen wundert es mich nicht, dass die Leute fortbleiben.

Aber es kommt noch besser:

Allein zwei Millionen Euro fehlen dem Unternehmen, weil Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Dierig (parteilos) das Schulschwimmen abschaffen will.

Da rutscht mal ganz nebenbei ein Hammersatz in den Artikel. Schulschwimmen soll abgeschafft werden? Die Kinder, deren Eltern sich nicht ? 8,40 für einen Besuch im Schwimmbad leisten können, sehen dann eben Schwimmbäder nicht mehr von innen. Selbst 1,5 Stunden in der Schwimmoper kosten für Kinder immer noch ? 2.40. Dabei heisst es immer wieder, die Kinder würden verfetten und müssten mehr Sport treiben. Aber in Hamburg wird das dann Privatsache.

Super Idee, Ole. Fasel ordentlich viel von der wachsenden Stadt, aber senk dabei schön die Lebensqualität der Leute, die sich nicht Eigentumswohnungen in der Hafencity leisten können.

[via: Hamburgs Schwimmoper droht der Abriss]

11 responses to Baden in Hamburg – Luxus pur.

  1. also ich gehe nicht davon aus, dass man mit städtischen Schwimmbädern reich wird, aber ich bin bislang davon ausgegangen, dass derartige Verluste von der Stadt aufgefangen werden.

    Im Wahlprogramm stand das sicherlich nicht.

  2. Du hast meine uberschprectkey gepressest!

  3. Das mit den fetten Kindern hat Renate Künast schon im Griff mit Steuern auf Currywurst.

  4. Das mit den fetten Kindern hat Renate Künast schon im Griff mit Steuern auf Currywurst.

  5. schwimmunterricht in der schule. hmm. wenn ich daran zurückdenke, dann wird mir ganz anders.
    ein minischwimmbecken, so etwa 12,5m lang, drei bahnen und das ganze dann für eine komplette klasse.
    sehr effektiv, wenn man von den 45 minuten unterricht noch mal 10 minuten fürs umziehen vorher und 15 minuten fürs umziehen plus haare fönen hinterher abzieht.
    da kann quasi jeder einmal ins wasser springen und eine bahn schwimmen. wer nicht schwimmen kann, wird es da ganz sicher nicht lernen. wir hatten einen nichtschwimmer dabei. der durfte dann die ganze zeit nur mit so einem schwimmbrettchen an der seite auf und ab „schwimmen“. mehr ist daraus nicht geworden, weil ein sportlehrer beim schwimmunterricht ziemlich beschäftigt ist. ganz ungefährlich ist das ganze ja nun nicht.

  6. also ich fand das immer klasse, inkl. der arschbomben vom rand :)

  7. @kiesow: Erinnert mich etwas daran, wie ich Kraulen „gelernt“ habe: unsere Lehrerin machte einmal an Land die Trockenübung vor, wir alle im Kreis stehend sollten sie nachmachen. Dann mußten wir ins Becken springen, eine Bahn kraulen, anschließend wieder bei ihr im Kreis stehen. Frau Sportlehrerin meinte:“M., kraul eine Runde vor.“ M. war ein Klassenprimus wie er im Buche steht: klein und dünn. Er schlängelte sich mehr schlecht als recht ans andere Ufer. Anschließend wurde T. beauftragt, eine Runde zu kraulen – T. stand jede Woche im Sportteil der Lokalzeitung, weil er irgendwelche Preise bei Wettlämpfen gewonnen hatte. T., doppelt so groß wie M., kraulte die Bahn in perfekten drei Zügen durch. Frau Sportlehrerin:“So, ihr macht ds so wie T. und nicht wie M. Jetzt alle noch eine Bahn schwimmen und dann ab duschen.“

    Ich kann bis heute nicht kraulen.

  8. da kann man mal sehen, was unzureichender Schwimmunterricht für Folgeschäden bei Heranwachsenden nachsichziehen kann :)

  9. Kann ich eine Klage einreichen?

  10. Ich verstehe den Ärger, aber da wir alle in den letzten zehn bis 20 Jahren total über die Verhältnisse gelebt haben, rächt sich das jetzt. Ich würde die Fehler der Vergangenheit nicht der einen doer anderen politischen Seite zuschrieben wollen. Die haben wir alle gemacht und müssen die Folgen gemeinsam tragen. Gegen das was noch kommen wird und muss, sind nicht mehr finanzierbare Schwimmstunden und Hallenbäder ein Klacks.

  11. Da geht es uns in Uetersen sogar richtig gut wir haben ein Kostenloses Freibad mit Moorege zusammen.
    Ist zwar nur ein See aber eh viel gesünder als Chlorbecken. Duschen und Umkleidekabinen vor Ort, sogar kostenlose Parkplätze. Nur bei solchem Wetter bringt Baden da nicht ganz soviel Spass.