Helmut Schmidt: Was der Osten wirklich braucht

Nico —  26.08.2004

Helmut Schmidt bringt es präzise auf den Punkt:

Die Agenda 2010 inklusive Hartz IV zielt auf den gesamten deutschen Arbeitsmarkt, nicht etwa speziell auf den Osten. Sie ist nur ein kleiner Ausschnitt aus der großen Liste der dringend notwendigen Erneuerungen, die Roman Herzog im April 1997, noch zu Zeiten der Kohl-Regierung, in seiner Adlon-Rede vorgelegt hat. Herzog hat den »Verlust wirtschaftlicher Dynamik, die Erstarrung der Gesellschaft, eine unglaubliche mentale Depression« festgestellt; er appellierte an alle, den »Modernisierungsstau in Deutschland« zu überwinden. Aber weder Kanzler Kohl und seine schwarz-gelbe Koalition noch Kanzler Schröder und seine rot-grüne Koalition haben bis zum Frühjahr 2003 auch nur einen einzigen wesentlichen Teil von Herzogs Vorschlägen aufgegriffen. Erstmalig hat Kanzler Schröder am 14. März 2003 einen positiven Anfang gemacht. Der Kanzler hat verstanden: Das Wohlergehen des Vaterlandes muss höher stehen als das der eigenen Partei. Hut ab vor seiner Standfestigkeit! [Die Zeit – Was der Osten wirklich braucht]

Das ist ein Lesebefehl. Die älteren Blogger können sich das auch gerne ausdrucken, lesen und abheften.

4 responses to Helmut Schmidt: Was der Osten wirklich braucht

  1. „Das Wohlergehen des Vaterlandes muss höher stehen als das der eigenen Partei.“

    Genau dafür bewundere ich Gerhard Schröder. Er hat als Einziger begriffen, dass die eigene Popularität und die eigene Partei nicht so wichtig sind, wie das gesamtdeutsche Wohlergehen. Jetzt muss es nur noch der Rest Deutschlands begreifen.

  2. melde gehorsamst: lesebefehl ausgeführt. danke, sehr guter artikel!!

  3. Meine Rede.
    Endlich sagt’s mal einer ;-)

  4. Er ist 85 Jahre alt und veröffentlicht dieser Tage sein neues Buch „Die Mächte der Zukunft“. Und er wär nicht Helmut Schmidt, wenn er zur aktuellen politischen Lage in Deutschland nach den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen nicht ein paar Ratschl…