EU kann sich Türkei leisten

Nico —  5.10.2004

Der Kanzler will die Türken in die EU holen, die Union spricht weiterhin nur von einer „priviligierten Partnerschaft“, die in Wahrheit einen Status Zweiter Klasse bedeutet. Gerne wird als Grund angeführt, dass eine Integration der Türkei in die EU zu teuer sei.

Eine Aufnahme der Türkei würde die Europäische Union jährlich nicht mehr als zehn bis 15 Milliarden Euro kosten. „Ein Beitritt der Türkei wäre keine Überbelastung für die EU. Das finanzielle Argument ist kein Argument gegen die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen“, sagte EU-Haushaltskommissarin Michaele Schreyer der Berliner Zeitung: „Ich rechne mit Nettokosten, die nicht höher sind als zehn bis 15 Milliarden Euro pro Jahr.“ Die EU-Kommission wird an diesem Mittwoch voraussichtlich die Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei empfehlen.

Die deutsche EU-Haushaltskommissarin verspricht sich von Beitrittsgesprächen einen Vorteil auch für Europas Wirtschaft. „Ich gehe davon aus, dass die Türkei einen wirtschaftlichen Boom erleben wird, wenn die Verhandlungen aufgenommen werden“, sagte Schreyer. „Das haben wir schon in den Verhandlungen mit den Staaten Osteuropas erlebt, die jetzt der EU beigetreten sind.“[Berliner Zeitung]

Wenn dem wirklich so ist, was spricht dann gegen die Aufnahme von Gesprächen mit der Türkei? Abgesehen von Ausländerfeindlichkeit und Vorurteilen seitens grosser Teile der Wählerschaft?