Der Senat spart – auf Kosten der Kinder

Nico —  21.10.2004

Hamburgs Sozialsenatorin Birgit Schnieber-Jastram spart mal wieder, egal wo. Aus der Mopo vom 9.10.04:

Bleiben bald die Küchen in 173 Hamburger Kitas kalt? Eine realistische Befürchtung, denn in der Vereinigung der Hamburger Kindertagesstätten – dem städtischen Kita-Träger – müssen zwischen 15 und 36 Millionen Euro eingespart werden. Um den pädagogischen Bereich möglichst zu verschonen, stehen nun die Stellen von rund 900 Hauswirtschaftskräften zur Disposition.

Das wird zur Folge haben, dass die Lütten in unserer Kita in der Jarrestrasse mittags nur aufgewärmten Kram aus dem Plastikschlauch bekommen werden. Da kann man vielerorts lesen, dass immer mehr Kinder in Deutschland falsch ernährt werden und in der Kita wird gleich mal die Grundlage geschaffen und ein TV-Dinner-ähnliches Mittagessen ausgeschenkt. Die personelle Situation ist eh schon grenzwertig, jetzt sollen die Küchen geschlossen und das Erwärmen der Speisen auf das vorhandene Personal abgewälzt werden. Kinder-Erziehung kostet nun mal Geld, aber das sollte es unser Gesellschaft und selbst einem CDU-Senat wert sein! Es ist reichlich unsinnig, erst allen Bewerbern einen Kita-Platz zu geben, um dann im nächsten Jahr gleich mal die Finanzierung komplett zu vernachlässigen und eine unwürdige Situation für alle Beteiligten zu schaffen. Danke, Ole von Beust, Du grosser Familienpolitiker!

5 responses to Der Senat spart – auf Kosten der Kinder

  1. Da steht Ihr in Hamburg aber nicht alleine mit diesem Problem, dass gibt’s hier in NRW genauso! Was es nicht besser macht, aber offensichtlich sind Bildung und Kinder immer die „Ausgaben“ bei denen man am schnellsten und einfachsten sparen kann…

    Wäre ja auch zu schön, wenn die Union im Bundesrat mal endlich konstruktiv am Subventionsabbau in diesem Land mitarbeiten würde!!

    Aber das es eine Regierung, egal ob rot oder schwarz, in diesem Land einmal mit den festverwurzelten Interessenverbänden aufnimmt, werd‘ ich trotz meines mittleren Alters wohl nicht mehr erleben..!

  2. Insgesamt sind mehr als 3.000 Arbeitsplätze im Kita-Bereich in Frage gestellt und diverse Kitas werden auf Grund des Sparpakets von rund 85 Mios gleich ganz dicht machen.

    Aber gleichzeitig wird eine halbe Milliarde für eine U-Bahnstation ausgegeben, die keiner will. Das nennt man dann Prioritäten setzen in Zeiten knapper Mittel…

  3. Dann freu dich schon auf die Schule, Nico, lt. Aussage eines Lehrers soll ab nächstem Jahr keine Lehrmittelfreiheit mehr gelten.
    Wir zahlen ja jetzt schon jede Menge Extras für Bücher, die nicht zum normalen Unterrichtsmaterial gehören, aber ab nächstem Jahr wirds dann richtig happig.

  4. Nico, hast Du nicht vor ein paar Tagen noch erzählt, dass direkt neben der Kita der Dönerladen wäre? Vielleicht kann der ja für ein günstiges Essen sorgen… Du kannst die Qualität ja bezeugen :-)

  5. klar, dann können die lütten gleich mal „mit scharf“ sagen üben.