Schmidt als Grundversorgung?

Nico —  1.11.2004

Jobst Plog spricht im Zusammenhang mit Harald Schmidt von einer Grundversorgung für den Zuschauer. Können jetzt mal alle aus ihrer Ekstase wieder herauskommen und sich mal überlegen, worum es geht? Wir reden hier von einem Menschen, der künftig bei der ARD ein paar Abende in der Woche eine Late Night Show machen soll. Das ist alles. Wenn man das nicht guckt, dann verpasst man auch nichts. Ein weiterer überbezahlter Fernsehmensch, der wieder ein paar Sätze in die Kamera aufsagen darf.

Was wird als nächstes zur Grundversorgung deklariert? Karl Moik? Thomas Gottschalk? GZSZ? Alle haben ihre Zuschauer, alle stillen ein Bedürfnis. Aber eine Grundversorgung? Das ist nur Fernsehen.

6 responses to Schmidt als Grundversorgung?

  1. Dafür zahlt man gerne GEZ-Gebühren.

  2. Da kann ich Nico nur zustimmen. Schön, dass Harald Schmidt wieder im Fernsehen zu sehen ist. Aber Grundversorgung kann man dieses SpaÃ?programm schwerlich nennen. (aus der Frankfurter Rundschau)…

  3. Dafür zahlt man gern die GEZ.. Und wenn er nurnoch 2 mal die Woche kommt, äußert sich das vielleicht auch in seiner Qualität. Die Gäste waren meistens eh nicht mehr als der Wecker, dass man endlich ins Bett muss.

  4. Bei den Öffentlich-rechtlichen ist das gesamte Programm Grundversorgung. Was Grundversorgung ist, bestimmen nämlich die Intendanten und nicht die Gebührenzahler. Niveau runter, Quote hoch – das ist allerfeinste Grundversorgung, weil dann die Rundfunkanstalten schön groß und wenig effizient sein können.
    Schmidt ist der große Griff, weil da kein Bildungsglotzer mehr Beschwerde hinsichtlich des Programmniveaus führen kann und die Quote auch noch stimmt.
    Ob Schmidt auch im Privatfernsehen kostenlos zu haben wäre, interessiert seltsamer Weise wenige. Dass die öffentlich-rechtlichen Sender vorallem Grundversorgung bringen, mit der uns das Privatfernsehen schon ausgiebig grundversorgt, spielt ebenso kaum eine Rolle. Im Gegenteil: Einige zahlen sogar gern ;-)

  5. Grundversorgung definiert man doch im allgemeinen mit einem ausgewogenen Programm, das alle Ansprüche des Publikums erfüllt. Das gilt für Nachrichten, Kulturbeiträge, Wissensmagazine und auch für Unterhaltung. Das gute Fernsehunterhaltung heute eher seltenheitswert hat, merkt vielleicht auch der letzte. Mit dem Abgang von Harald Schmidt im letzten Jahr ist erst mal ein gutes Stück Fernsehkultur verlorengegangen. Auch wenn gerade in einer Umfrage herauskam, dass 56 Prozent Harald Schmidt nicht wieder im TV haben wollen, so sind doch 32 Prozent dafür. Das ist zwar die Minderheit, aber was will man bei Harald Schmidt denn erwarten? Er spricht nun mal nicht die Massen an, die sich täglich Big Brother oder irgendwelche Daily Soaps reinziehen, sondern richtet sich an ein kleines Publikum mit relativ hoher Bildung und einer sehr speziellen Art von Humor. Wo, wenn nicht in den öffentlich-rechtlichen Fernsehsendern sollte er denn eine Sendung machen? Dort sind doch Minderheitenprogramme ein Teil des Kulturauftrags und eben der Grundversorgung. Das eine Harald Schmidt Show nicht gerade günstig ist, muss man eben akzeptieren. Allerdings sollte man sich vielleicht mal die Frage stellen, wieso die ARD, die so viel Geld von den Gebührenzahlern einnimmt, nun wegen einer neuen Show mit dem Sparen beginnen muss. Der Sparzwang ergibt sich doch wohl eher aus der Ineffizienz des öffentlich-rechtlichen Systems, aus einem riesigen Verwaltungsapparat und der Tatsache, dass ARD und ZDF eigentlich das gleiche machen, aber sich als Konkurrenten sehen. Ich möchte jetzt nicht mit einer Diskussion um den Abbau von Arbeitsplätzen beginnen, da jeder Arbeitsplatz, der erhalten werden kann, auch bitte erhalten werden soll. Aber die Kostenargumentation für eine Show, die sicherlich ein nicht allzu kleines Publikum finden wird und auch für das Image der ARD eine Rolle spielen wird, kann und will ich nicht verstehen.

  6. Wenn die Grundversorgung „Harald Schmidt um 23 Uhr“ beginnt, dann fragt man sich, für wen die Grundversorgung sein soll, schließlich schlafen oder arbeiten die Deutschen um diese Zeit. Die ARD bezeichnet stundenlange Abfahrten über Schneepisten und K…