Korruption, Beitragssätze und die Gesundheitspolitik

Nico —  12.11.2004

Das Gesundheitswesen sorgt mal wieder für Schlagzeilen. Erst muss Ulla Schmidt zugeben, dass der Beitragssatz doch nicht unter 14% landen wird, sondern eher bei 14,2%, da die Krankenkassen auf ihrem Schuldenabbau beharren. Dann einigen sich CDU und CSU auf einen Kompromiss, den niemand versteht, der aber doch nicht in trockenen Tüchern ist. Heute kamen dann die Meldungen, dass durch Korruption, Missbrauch und Betrug im Gesundheitswesen knapp 20 Mrd EUR im Jahr verschwendet werden und dass Pharma-Hersteller Praxis-Software sponsern und damt versuchen, ihre Arzneimittel auf die Rezepte zu bekommen.

Wenn man das so liest, dann muss man sich nicht wundern, dass es im Gesundheitswesen keinerlei Verbesserungen gibt, sondern die Patienten für ihr Geld immer weniger Leistungen bekommen. Das Geld verpufft, die Pharma-Industrie freut sich. Die Politik kommt nicht auf einen Nenner und so geht das Gewurstel munter weiter, während die Gesundheitskosten für den Einzelnen immer höher werden.

Kann mir noch einer erklären, wo die Vorzüge der Schmidt’chen Gesundheitsreform sind und wie die Gegenmodelle der Unionsparteien aussehen?

4 responses to Korruption, Beitragssätze und die Gesundheitspolitik

  1. ich kann nicht klagen. laut eines Schreibens meiner KK werde ich rückwirkend zum 1.10 mit 13,5% (oder waren es 13,9%) abgerechnet.
    War auch schon mal günstiger, aber immerhin.

  2. Naja, was soll man hierzu noch erg

  3. Der deutsche Gesundheitssektor hat ein Korruptionsproblem. Durch Betrug verschwinden nach Schätzungen der Antikorruptions-Organisation Transparency International jährlich 20 Milliarden Euro in dunklen Kanälen. mehr dazu
    SH

  4. wenn es nur das wäre! Korruption ist ja wirklich eins von den kleineren Übeln. Man kennt es ja von anderen Branchen und muss sich wohl leider damit abfinden, da die Politik als Mitspieler sowieso nicht an einer Änderung interessiert ist.
    Richtig viel Geld – ich schätze mal 80-100 Milliarden- werden durch vollkommen überflüssige Verschreibungen von Medikamenten verschleudert. wenn jeder nur das Präparat verschrieben bekäme, was er braucht, würde ein Sterben der Pharmariesen beginnen. Dafür würden einige zigtausend „sogenannte“ Patienten länger leben.