CDU: Hinterbänkler als Spitzenkandidat

Nico —  16.02.2005

Was die FAZ über Carsten Harry Petersen schreibt, klingt ja nicht wirklich erbaulich:

Bei der vorgezogenen Wahl 1983 kam Carstensen in den Bundestag. Er gewann seitdem seinen Wahlkreis direkt, außer 1998. Im Bundestag ist er nicht weiter aufgefallen; manche nennen ihn faul. Aber alle, über alle Parteigrenzen hinweg, mögen ihn. Er wurde 2002 bekannt, als der Kanzlerkandidat der Union, Edmund Stoiber, ihn als möglichen Landwirtschaftsminister in sein „Kompetenzteam“ aufnahm. Das geschah weniger wegen der landwirtschaftlichen Kenntnisse Carstensens als aus Gründen der regionalen Verteilung, dem Proporz. Damals wollte Carstensen im Zuschnitt des Ministeriums den Verbraucherschutz durch die Zuständigkeit für Fischerei ersetzen. Fischereipolitischer Sprecher wurde er in seiner Fraktion genannt.

Die CDU stellt also einen aus Proporzgründen vom Hinterbänkler zum Spitzenkandidaten auf. Für das Amt des Ministerpräsidenten reicht das nicht wirklich. Das werden auch die Wähler so sehen. Dazu passend die letzte Umfrage von n-tv: nur 13% sehen die Opposition als Sieger bei den Wahlen und 75% geht davon aus, dass SPD und Grüne die Wahlen gewinnen werden.

3 responses to CDU: Hinterbänkler als Spitzenkandidat

  1. Ich werde meiner Frau am Sonntag sagen, dass wir keine Zeit haben, sie den ganzen Wahlzettel nicht lesen braucht, sondern nur ganz oben das Kreuz machen soll.

  2. Ein kluger Vorgesetzter sagte einmal zu mir: „Erfolg muß man wollen.“ Banal, aber oft nicht selbstverständlich.

    Spiegel Online titelte gestern: „Launebärs Ausflug in die große Politik“ und zitiert Carstensen: „Wenn ich irgendwo mit Leuten zusammensitze, wird keiner merken, dass ich eine besondere Funktion habe“ Carstensens Image ist mittlerweile so nachhaltig geschädigt, daß sogar ein Ausspruch, der in einer Welt von egomanen Selbstdarstellern volkstümlich gedacht ist, zum Rohrkrepierer mit Rückschlagwirkung wird. Denn der Leser fragt sich unwillkürlich: Was will so ein Mensch im Bundestag, geschweige denn im Amt des Ministerpräsidenten.

    Wahrscheinlich hat Kubicki recht, der am 15.02. in der FR zitiert wurde: „Dass Peter Harry Carstensen das Beste ist, was die CDU derzeit aufbieten kann, spricht nicht gegen Carstensen, sondern gegen die Union.“

    Trotzdem die Wahl bleibt von außen als Hesse gesehen spannend. Ich wäre bereit 2 Flens auf Carstensen zu wetten. Vorausgesetzt der DFB bleibt außen vor.

    korfstroem

  3. An Thomas sieht man mal wieder, das lechts und rinks nicht mehr sind, was sie mal waren. Nur sind jetzt der CDU, der mancher ja solch ein Frauen- und Familienbild nachsagt, auch noch diese Wähler abhanden gekommen, oder weht einfach bei der SPD ein neuer Wind?

    Letzteres ist ja auch nicht soo unwahrscheinlich. Es wurde ja zumindest kolportiert, dass Schröder Frau Vogelnest-auf-dem-Kopf nicht zuletzt deshalb zur Präsident_in_ wollte, um _Frau_ Merkel als K-Kandidatin den Wind aus den Segeln zu nehmen. Den Grünen hat’s jedenfalls gepasst.

    Bleibt nur noch die Frage: Harry wer? Hä? Carsten Peter Prinz Harry? Uniform? Ach sind ja nur 500m bis Schleswig-Holstein von hier. Alles egal.