St. Petersburg – Aufenthalt

Nico —  9.04.2005

IMG 5230Um es gleich vorweg zu nehmen: St. Petersburg ist eine wirklich interessante Stadt. Ich war bislang noch nicht in Russland und war ziemlich beeindruckt von der Stadt. St. Petersburg hat viele alte Gebäude, gerne auch Paläste und Kirchen, Flüsse und Brücken, vieles davon recht pitoresk.

Als wir dort waren, war der Winter gerade vorbei und durch etliche trockene Tage und etwas Wind wurde der Sand vom vielen Streuen im Winter wunderbar durch die Stadt geweht. Die Autos waren alle herrlich eingedreckt und beim Kaugummikauen knirschte es. Daher sehen meine Bilderchen auch alle etwas milchig aus.

Aber nicht alle Autos waren dreckig und alt, wir haben auch etliche blankgewienerte SUVs oder dicke Audis, BMWs oder Mercedes gesehen, die meist schwarz waren, mit einmal Fickfolie rundum. In den Autos sassen überwiegend Männer in schwarzen Lederjacken und mit schwarzen Brillen. Gerne fuhren diese Autos in kleinen Zweier-Konvois, die ungern anhielten. Interessant. An einem Abend fanden zwei Geschäftsleute ihren Weg in die Lobby unseres Hotels und führten eine Konversation, indem sie sich gegenseitig ins Ohr flüsterten. Einige Meter weiter standen zwei nervöse Bodyguards. Wir wurden auch nervös und gingen dann bald.

Der Mode-Trend des Frühlings in St. Petersburg ist eindeutig der weisse hohe Lederstiefel mit hohen Absätzen. Kaum eine Frau kam ohne dieses Schmuckstück aus. Generell waren hochhackige Stiefel sehr gefragt, ebenso kurze Röcke und sehr viel Schminke. Muss man mögen.

Einkaufen auf dem Newsky Prospekt war nicht so spannend, da alles etwas sehr nach Touristennepp aussah und auch nicht günstiger als in Deutschland war. Natürlich habe ich dennoch eine Matroschka-Puppe gekauft, das gehört ja irgendwie dazu. Bezahlen kann man mit Rubel, Euro oder Dollar, wobei allerdings der Euro deutlich dem Dollar vorgezogen wird. DVDs kosten 95 Rubel und CDs 65 Rubel, also quasi wie Verleihpreise in Hamburg. Allerdings gibt es dort schon Kinofilme auf DVD im gutsortiertierten Laden im Hinterhof abseits der grossen Strassen.

Kleiner Tipp am Rande: Nicht jede Flasche mit einem roten Etikett mit braunen Inhalt muss wirklich Cola enthalten, es kann auch fies süsser Rübensaft sein. Aber das wirklich nur am Rande.

Wir haben am Dienstag Nachmittag eine Stadtrundfahrt gemacht und haben neben etlichen Kirchen auch die Aurora gesehen, von wo aus die Revolution startete, und auch die Eremitage, die von aussen zwar nett grün, aber dennoch nicht riesig aussieht. Von Innen ist die Eremitage schlichtweg umwerfend, ewig viele Säale, viel Gold, viele große Meister (Rubens, Rembrandt, da Vinci, u.v.a.m.) und generell viel Prunk. Wir waren nur relativ kurz dort, aber dennoch war der Eindruck sehr überwältigend.

Ein Cheeseburger bei McDonalds schmeckt übrigens ähnlich wie bei uns, nur der Käse wirkte etwas anders von der Konsistenz. Nur die Toiletten sahen eher aus wie in einer Szenedisco morgens um 4, völlig vollgepinkelt.

St. Petersburg ist mit einem Flugzeug in zwei Stunden von Hamburg zu erreichen und ist wirklich eine Reise wert. Es hilft ungemein, wenn man etwas russisch kann oder wenigstens die kyrillische Schrift etwas deuten kann. Ich war sehr beeindruckt von der Stadt und ihren Leuten, auch wenn etliches noch ziemlich heruntergekommen ist. Aber die Stadt hat ziemliches Potential. Mehr Infos über St. Petersburg gibt es auf www.toksovo.de.

2 responses to St. Petersburg – Aufenthalt

  1. Ja, ich glaube das gilt für viele andere „Ostblock“-Länder und Städte auch. Ich fange auch mal an meine Notizen zum alten Rumänien / Siebenbürgen zu kritzeln.
    Auch dort hat mich die Region sehr beeindruckt – so sehr sie doch hinter unserem konsumperfektionierten hinterherhinkt – oder vielleicht gerade deswegen?!

  2. findet ihr auch unter:

    [via: Lummaland – das Weblog]