Ehrenwerte Gesellschaft

Nico —  18.04.2005

Ex-Innenminister Kanther hat nun also eine Bewährungsstrafe bekommen für sein Mitwirken am CDU-Schwarzgeldskandal. Untreue. Sicherlich nur ein Kavaliersdelikt, hat Herr Kanther doch nur für die rechte Sache Gelder beiseite gepackt. Mittlerweile ist auch Helmut Kohl in der CDU wieder gern gesehen, obwohl er in seiner Zeit als Bundeskanzler illegale Spenden angenommen hat, sich dessen bewusst ist und dennoch die Namen der Spender nicht nennen will und erst recht keine Schuld sieht.

In München ist derweil Frau Hohlmeier zurückgetreten, wegen interessanter Praktiken im Münchener CSU-Verband.

Ist das Teil der geistig-moralischen Wende, die 1982 gefordert wurde? Ist das nur ein Abtreten der alten Garde, während die neue CDU ganz anders ist? Oder ist das Teil eines Systems, ohne das Parteien nicht mehr funktionieren?

One response to Ehrenwerte Gesellschaft

  1. Das dürfte überall so oder ähnlich laufen. Politik ist die Summe aller Arrangements die jemand braucht um in der Partei seinen Platz zu behaupten. Und die Partei wiederum muss sich und diesen jemand wieder verkaufen.
    Der Wähler hat dann die Wahl zwischen Dumm, Unfähig, Inkompetent, Überfordert, Indoktriniert und Kriminell (bitte über die Farben verteilen).
    Ein Plebeszitäteres System ist für solchen Kungel weniger anfällig, aber bei fast jeder Umfrage würde im Plebeszit auch die Todesstrafe wieder eingeführt werden.
    Warum sollte sich Monaco eigentlich demokratisieren?