Hamburg: Bürokratie verdödelt laue Nächte vor Kneipen

Nico —  14.05.2005

Ole von Beust faselt immer gerne von der wachsenden Stadt rum, aber wenn man sich diese Bürokratie-Posse anguckt, dann sieht es eher nach wachsender Provinzialität in Hamburg aus:

Eigentlich sollten die Gartenlokale in Hamburg schon in diesem Monat bis in die Nacht geöffnet sein – so hatte es der Senat vor drei Wochen beschlossen. Danach sollten Gäste bis 23 Uhr im Freien bedient werden – an Freitagen, Sonnabenden und Abenden vor Feiertagen sogar bis Mitternacht. Bislang müssen die Tische um 22 Uhr abgeräumt sein. Die gute Idee wurde mit viel Schwung vorgetragen, jetzt hat sie sich offenbar festgefahren.

Aus der Wirtschaftsbehörde heißt es, man erwarte noch ein Eckpunktepapier aus der Stadtentwicklungsbehörde, um dann für Hamburg grünes Licht zu geben. Auch die Finanzbehörde mit dem für die Bezirke zuständigen Staatsrat Detlef Gottschalck wartet auf ein Signal. Doch der zuständige Staatsrat Heinrich Doppler aus der Stadtentwicklungsbehörde sieht wegen des nächtlichen Lärms Konflikte zwischen Gastronomen und Anwohnern aufziehen. „Ich will keine Spaßbremse sein“, so Doppler zum Abendblatt, „wer das behauptet, redet Blödsinn. Aber diese Probleme müssen doch geklärt werden.“ [Abendblatt]

Ich bin jedes Mal genervt, wenn man draußen sitzt und dann auf einmal mitten beim Bierchen die Tische hochgeklappt werden. Ist das so kompliziert, in den paar warmen Wochen in Hamburg auch draussen bis Mitternacht Tische stehen zu lassen? Dafür brauche ich kein Eckpunktepapier…

4 responses to Hamburg: Bürokratie verdödelt laue Nächte vor Kneipen

  1. Doch, doch.. das muß doch alles seine Ordung haben *duck’n’run*

  2. …gut, dass da in der Naehe von den Kneipen keine Menschen wohnen und schlafen und auch Recht auf Entspannung haben!

  3. … ich muss mich meinem Vorredner anschliessen. Wenn man so ein Gartenlokal vorm eigenen Fenster hätte, sähe die Meinung vermutlich anderst, um nicht zu sagen gegenteilig, aus.

  4. wir reden hier nicht von gartenlokalen, sondern von kneipen in vierteln, die für ihre kneipendichte bekannt sind.