Spaces und 360° finden nicht statt

In den letzten Tagen tauchten Jubelmeldungen auf, die von 100.000 Blogs bei MSN Spaces berichten. Als Betreiber eines Bloghosters und des Blogmonitoring-Dienstes Blogstats.de bekomme ich derartige Meldungen immer etliche Male zugemailt mit dem Hinweis „guck mal“, der impliziert „warum hat Blogg.de nicht so viele Blogs, ey?“ und dann sind die Leute immer erstaunt über meine Antwort. Ich sage immer: „MSN Spaces und Yahoo 360° finden nicht statt.“ Damit will ich nicht sagen, dass die Plattformen schlecht sind oder keinen Nutzen für die User haben, sondern dass sie einfach nicht verlinkt werden von anderen Weblogs. Diese Blogs sind nur für die Nutzer der jeweiligen Dienste lesbar und pingen daher nicht. Für private Texte ist dies ideal, aber wenn man auch von anderen Leuten gelesen werden will, wird es umständlich.

Mario spricht von Invisible Blogs und auch im Blog How to Blog for Fun & Profit wird angezweifelt, dass M$ und Yahoo die Blogosphäre dominieren werden.

Ich sehe Blogs als Konversations-Tool und die Kommunikation wird massiv eingeschränkt, wenn künstliche Barrieren wie Microsoft-Passport aufgebaut werden und keine externe Dienste bei Updates informiert werden. Vor allem denke ich, dass die Plattform eher in den Hintergrund zu treten hat, denn auf die Inhalte kommt es an. Wenn die Plattform die Ausbreitung der Inhalte verhindert, finden Blogs der Plattform eben nicht statt.

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8 Antworten auf „Spaces und 360° finden nicht statt“

  1. Passport verriegelt das Ding schon sehr, da kann man nicht gegen an.
    Zumal eine ganze Menge von menschen allein bei der Erwähnung von M$-Passport die Nase rümpft.
    Aber wenn man sich die Spaces mal anschaut, findet man sehr schnell heraus, dass das technisch nicht schlecht gemacht ist, zum Beispiel Meilenweit vor „the spoke“. Nachteil natürlich, oder je nach Standpunkt auch Vorteil, der nahezu zwingende Gebrauch de IE. Wenn man sich das Ding mit dem IE 6 und parallel dazu mit jedem andern Browser ansieht, sollte man Angst bekommen, dass M$ eine Herrschaft bei den internetauftritten niemals erreicht, denn das würde alle anderen Browser vernichtend schlagen.
    Anyway, die komplette Ausrichtung der Spaces ist auf Tagebücher oder freie Kontaktbörse gemünzt. Wer da ernsthaft reingeht und bleibt, hat an sich nicht den Anspruch ein Blog zu führen, sondern sucht den Austausch mit Gleichgesinnten innerhalb einer Kommunity, wie früher im Uboot zum Beispiel und als solche, glaube ich, werden die Spaces dauerhaft erfolgreich sein.
    Dne größten Nutzen davon hat unbestritten M$ selbst, denn es unterstützt in erster Linie M$-Produkte und allein deswegen denke ich, ist gar nicht angedacht, die Spaces offener zu gestalten.

  2. ja. das ist doch gerade das spannende am bloggen. und gib hier mal deine richtige mail-adresse an, dann kann ich dir auch mal mailen, wenn ich in düsseldorf bin, aber das nur am rande.

  3. Ja, das spannende am bloggen, absolut korrekt, aber darum geht es M$ nicht. Die wollen einen Boom für sich selber nutzen und bieten geeigneten Usern eine Plattform in die Abhängigkeit.
    Es geht ums Geschäft, unternehmerisches Denken ist dir doch nicht fremd!?
    Schau dir das Ding mal im IE 6 auf Windoof an und danach im Firefox.
    Gespannt bin ich auch, was Windows Mobile 2005 bringen wird, auch in diesem Zusammenhang.

    Wie du hast meine Mailaddi nicht im Blackberry*schmoll* ;)
    Mailaddi ist drin und echt.

  4. Dafür hat Yahoo ein paar nette features bez. wer darf was sehen – etwas, was Blogs per se nur aufwendig haben. Wenn Bloggen „ich und mein Goldfisch“ ist (und das ist der Teil mit dem Tagebuchbloggen), und die Zielgruppe die bisher Im-ende Kundschaft, dann wird das auf einmal sehr interessant.

    Sicher, daß ist dann nicht die Blogosphäre – aber wenn 160 Mio Messenger-Nutzer direkt vom Messenger bloggen können (ohne wirklich zu wissen, was das ist), sind sie zwar immer noch nicht mit der Welt vernetzt, aber mit ihrem Dunstkreis. Und mehr wollen sie doch meist auch gar nicht.

  5. Das mit dem „Dunstkreis“ trifft wohl den Nagel auf den Kopf. Spontan kommen mir die gated neighbourhoods in den Sinn, die ja bei den Amis unheimlich beliebt sind: Man bleibt unter sich, kann bloggen, und muss doch die böse, wilde Blogwelt da draussen nicht sehen.

    Aber soweit ich weiss, blieben auch schon vorher viele hosted-blogger lieber unter sich.

  6. Genau wie der Microsoft-eigene Weblog-Dienst „MSN Spaces“ ausserhalb des Microsoft-Imperiums nicht stattfindet (Nico berichtete) werden demnächst auch Hotmail-Nutzer nur noch untereinander kommunizieren können.

    Mit dem üblichen Microsoft-Grössenwahn …

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