14. Juni 2005

Oskar und ich

Ich habe mal mit Oskar Lafontaine zusammengesessen und Schnittchen gemampft, bei einem Pressegespräch Mitte der 80er Jahre nach einem Wahlkampf-Auftritt in einem piefigen Hotel in Ratzeburg. Mit meinen 13 Jahren war ich nicht nur an den Schnittchen, sondern auch an der Politik interessiert und “der Oskar” hatte schon etwas mitreissendes. Seit diesem Abend war Lafontaine auf meinem Radar, auch wenn ich sicherlich nicht auf seinem war, und ich war oft beeindruckt, wie sehr er Menschen mitreissen kann mit seinen Reden. Selbst wenn ein “Glück auf!” im Norden immer etwas seltsam wirkt, die Zuhörer waren begeistert. 1990 war Oskar Lafontaine relativ ehrlich was die Einschätzung der Lage in Ostdeutschland anging, was ihm allerdings nicht wirklich viel Wertschätzung entgegenbrachte. Ich war damals verwundert, wie viele Leute doch den Versprechungen Kohls und der Finanzierung aus der Portokasse Glauben schenkten.

Der Mannheimer Parteitag und die Wahl Oskar Lafontaines zum Parteichef fand ich einen guten und richtigen Schritt, weil die Partei nach der Mitgliederbefragung zwar einen Vorsitzenden hatte, aber irgendwie die Luft raus war.

Von da an ging’s bergab.

In meinen Augen hat Oskar Lafontaine Mitte der 90er Jahre seinen Zenith erreicht und ab dann nur noch Gedanken der vergangenen Jahre aufgewärmt und darauf verwiesen, dass er mal Recht gehabt hatte. Sein Auftritt als Finanzminister und der plötzliche Abgang zeigten dann deutlich, wie sehr Lafontaine Probleme mit seinem Ego hat. Oskar Lafontaine hat sich seit den 80er Jahren politisch nicht mehr weiterentwickelt, ich schon. Mittlerweile ist mir seine Rhetorik zuwider und das verkürzte Darstellen von Themen mag zwar TV-tauglich sein, hat aber mit der Realität kaum noch etwas zu tun.

Nun also will Oskar Lafontaine mit dem Salon-PDSler Gysi als Spitzenkandidat einer WASG-PDS auflaufen, um es Schröder und der SPD noch einmal richtig zu zeigen. Da haben sich zwei gefunden, die als Selbstdarsteller seit Jahren durch die TV-Talkshows tingeln, alles wissen, und das auch noch besser. Verantwortung wird eher abgelehnt, konkrete Umsetzung populistischer Sprüche ist aber auch nicht einfach und geht zu Lasten der Lebensqualität. Jetzt können sie wieder munter dagegen sein und sonstwas fordern, in der berechtigten Hoffnung, es in Zukunft nicht umsetzen zu müssen.

Diesen Politikstil finde ich fürchterlich. Politik hat etwas mit Glaubhaftigkeit und Verantwortung zu tun, Oskar Lafontaine und Gregor Gysi betreiben Ego-Befriedigung und Diven-Schaulaufen, mehr nicht. Politisch werden die beiden Deutschland nicht nach vorne bringen, aber die Sabinechristiansenierung der politischen Diskussion munter vorantreiben.

Oskar Lafontaine und ich werden wohl erstmal nicht mehr mit einander Schnittchen essen.

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Zwei von der WASG, der Uli und der Oskar, besuchen den Lothar von der PDS in Hohen-Neuendorf. Der Lothar von der PDS versackt bei einer lu00c3u00a4ngeren Sauftour und lu00c3u00a4u00c3u009ft am nu00c3u00a4chsten Morgen auf sich warten. Da verstu00c3u00a4ndigen der Oskar und der Uli von der W...

Leute nun seit doch mal erlich,
die CDU hat mist gebaut die SPD hat auch Mistgebaut.
Sagen wir mal so, ich habe jetzt oft mitbekommen das die Bu00c3u00bcrger sagen,ja wenn soll man den noch Wu00c3u00a4hlen?

Ich war fru00c3u00bcher fu00c3u00bcr die SPD.
Weil die damalige Partei
Fu00c3u00bcr den Arbeiter war das ist leider nicht mehr so.

Also warum sollte mann einer neuen Partei nicht die mu00c3u00b6glichkeit geben etwas zu verendern, den seien wir einmal erlich die Alten Parteien und ihre art und weise mit dem Bu00c3u00bcrger umzugehen kennen wir doch oder nicht.

Da ich nicht so oft schreibe mu00c3u00b6chte ich die fehler entschuldigen.

viele Gru00c3u00bcu00c3u009fe
Norbert

Na, dann weisst du ja auch wo du dein Kreuz hinmachen musst. :-)

ich kann Euch nur sagen: weiter so. Aber bitte vorher nachdenken.
Das Politsystem in der BRD hat sich zur zeit doch so verbraucht, dass die beiden Herren als Alternative wieder ernst genommen werden du00c3u00bcrfen, die Schuld hierfu00c3u00bcr liegt bei der etablierten Politik. Ob das nun gut oder schlecht ist, dass kann jeder fu00c3u00bcr sich entscheiden. Fu00c3u00bcr mich gibt es jedoch noch schlimmere "Selbstdarsteller" und das unter denen die als "seriu00c3u00b6se" Mu00c3u00b6glichkeit in Betracht kommen. Sollte man da nicht lieber erst einmal zuhu00c3u00b6ren und sachlich aufnehmen was alle (wirklich alle) zu bieten haben? Das wird sicherlich ein ernu00c3u00bcchterndes Erlebnis. Also, weniger aufgeregt sein und vielleicht nutzt diese Republik ihre Chance (sollte mich wundern).

Karsten

Hier mal meine Mittagspasenmeinung dazu: Da hast Du vollkommen Recht was die beiden Herren betrifft. Es handelt sich um zwei furchtbare Selbstdarsteller. Im wahlblog habe ich dazu auch schon was geschrieben und ich fu00c3u00a4nde es grausam, wenn diese beiden Typen in den Bundestag kommen wu00c3u00bcrden, dann doch lieber......(kann sich jetzt jeder selber wu00c3u00bcnschen)!

Patrick

gibt es denn (zurzeit) politiker, die glaubhaftig und verantwortungsbewusst sind? oder ist das im vergleich zu gysi und lafontaine gemeint?