Helden der Usability

Nico —  17.06.2005

Kurz vor Feierabend wollte ich noch einmal kurz einen Flug buchen bei einem grossen deutschen Luftfahrt-Unternehmen, das mit Luft anfängt und mit hansa endet. Also kurz mal den Flug rausgesucht, den Namen meiner Angetrauten und den meines Kindes eingegeben, auf „Ticket kaufen“ gelickt und schon wurde mir ein Warnhinweis präsentiert, ich möge es noch einmal probieren, es sei ein Fehler aufgetreten, ich könne aber auch die Hotline anrufen. Also habe ich nochmals die Flüge rausgesucht aus der Matrix-Darstellung, Weib und Kind eingetragen, Formular abgeschickt. Nix. Also angerufen, 2 Minuten Gedudel ertragen, eine freundliche Supportmitarbeiterin dran gehabt, die zielstrebig das Problem eingrenzen konnte. „Bei mitfliegenden Babys müssen Sie vorne in der Maske den Haken bei Direktflug wegnehmen, dann klappt es“ – „äh?“ – „ja, eine Buchung mit Baby klappt nur, wenn anstatt der Matrix-Darstellung eine Listen-Darstellung erfolgt.“ – „äh?“ – „Der Computer kann das halt mit der Matrix nicht, wenn ein Baby mitfliegt.“ Na gut, also habe ich unter Anleitung noch einmal alles von vorne gemacht. Nun war der Flug allerdings 10 Euro teurer, da bei meiner Tochter auf einmal noch 10 Euro Ticket Service Charge dazu kamen. Wieso dies so war, konnte sich die Mitarbeiterin am Telefon auch nicht erklären, bei ihr war der normale Preis zu sehen. Also noch mal alles von vorne, und schon stimmte der Preis.

Dann habe ich mich artig bedankt, aufgelegt, den Rest ausgefüllt, auf „Ticket kaufen“ geklickt und schon bekam ich die alte Fehlermeldung. Also nochmal angerufen, länger Gedudel ertragen und dann eine Supportmitarbeiterin gefragt, was dieser Scheiss solle, ich will doch nur einen Flug buchen. Das fand sie unflätig, ist aber noch einmal die Buchung mit mir durchgegangen, nix klappte am Ende. Dann hat sie mich gefragt, ob wir lange Namen besäßen. Ich verneinte, dann viel mir aber auf, dass ich beim Vornamen der Tochter beide Namen eingetragen hatte.

Noch mal alles vorn vorne, nur einen Vornamen eingetragen und auf einmal wurde auch die Buchung akzeptiert. Ging fix. Nur ca. 30 Minuten insgesamt für den Buchungsvorgang.

Uff. I fought the Buchungssystem and I won.

2 responses to Helden der Usability

  1. Bahn, Lufthansa …
    Du solltest überlegen ob der unabhängige Personenverkehr nicht doch eine Alternative wäre.

    Sonst stehst du bald auch noch bei Siemens, Post und Telekom auf der schwarzen Liste ;).

  2. Das erinnert mich sehr an meine Zeit bei einer nicht näher genannten Großbank, bei der die diversen Programmierer aus Sicherheitsgründen nichts von den mit anderen mit ihrer Arbeit verknüpften Projekten wissen durften.

    Daraus entstanden dann Fehlerbehebungen, die ungefähr so lauteten: „Ja, sie müssen den Kreditbetrag vor dem Namen eingeben, sonst geht das nicht.“ – „Nein, sie müssen die Programme in einer anderen Reihenfolge starten, sonst können sie sich nicht mehr zu dem XYZ Rechner verbinden..“ und so weiter.