Berliner Taxifahrerweisheit zur Vertrauensfrage

„Wissense wat? Ick kann Ihn’n sajen, wie dat am Freitag ausjeht!“ – Ich sass noch gar nicht ganz im Taxi drin, da wurde mir schon ein Gespräch zu dem politischen Thema der letzten Wochen angeboten. Ich nehme Taxifahrer immer gerne als Gradmesser in den Wahlkämpfen, weil sie mit vielen Leuten reden und gut ein Stimmungsbild wiedergeben können.

Die Variante des Taxifahrers zum Ausgang am Freitag sah so aus:

Schröder verliert das Vertrauen, schlägt dann aber Angela Merkel vor und macht eine Große Koalition.

„Dat will er eh schon seit Jahren. Der weeß och, dat se den falschen Koalitionspartner ham.“

Dann wurde noch ein wenig erzählt, wie arrogant Politiker der Grünen beim Taxifahren sind, kein Vergleich zum ehemaligen Landwirtschaftsminister Borchert, der immer nett und freundlich sei.

Mal sehen, wie weit die Taxifahrerweisheit sich hält.

KategorienAllgemein

7 Antworten auf „Berliner Taxifahrerweisheit zur Vertrauensfrage“

  1. Ja, Taxifahren ist immer wieder ein Erlebnis.
    Hier in München gibt’s zwei Arten von Taxifahrer: Bei denen einen hat man die Sorge, dass Sie gleich in einem dunklen Eck stehen bleiben und Dich ausrauben, die anderen drücken Dir ein Gespräch auf. Angetrunken Samstagnacht ist dann aber doch erstere Variante angenehmer – lassen sie einem doch wenigstens seine Ruhe. :-)

  2. Das wäre doch tatsächlich mal etwas Neues – zumal sich ja weder SPD noch CDU so richtig in einen Wahlkampf gestürzt haben, der schon in knapp drei Monaten wieder zu Ende sein soll. Und den Köhler kann man dann auch außen vor lassen.

  3. Berliner Taxifahrerweisheit: “Schröder verliert das Vertrauen, schlägt dann aber Angela Merkel vor und macht eine GroÃ?e Koalition.“, aufgeschrieben von Nico Lumma.
    Kenn’ mich ja nicht mit Politik aus, aber so unplausibel wäre das…

  4. das erwähnte szenario halte ich für weniger realistisch

    und das lustige ist ja, dass köhler die größte rolle bei der ganzen farce spielen wird: er ist schließlich keineswegs in irgendeiner weise gezwungen, den BT aufzulösen und wenn er das nicht gut, wird es auch keine neuwahlen geben

  5. vertrauensfrage schönundgut – aber heute ist Doenerstag – Mahlzeit

    DAK

  6. Kein Wort zuviel enhält der Antrag, der die Vertrauensfrage zum Gegenstand hat:
    Deutscher Bundestag Drucksache 15/5825
    15. Wahlperiode 27. 06. 2005
    Antrag des Bundeskanzlers gemäß Artikel 68 des Grundgesetzes
    Gemäß Artikel 68 des Grundgesetzes …

  7. Schröder als zweiter Mann unter Merkel? Eher unvorstellbar ,) Eine große Koalition macht auch keinen Sinn. Weder für CDU, noch für die SPD.

    Und was Arroganz und Überheblichkeit betrifft, verfüge ich zwar nicht über die Erfahrungen der Berliner Taxifahrer, würde aber eher Vertreter der C-Parteien nominieren, die mir nicht selten durch einen elitäre Standesdünkel negativ auffallen. Alles kleine Gutsherren, die auf das niedere Wahlvolk bestenfalls mit abfälliger Gütigkeit blicken.

    Ok, so mancher Alt-SPDler ist kaum besser, dieses tlw. unerträgliche Sendungsbewusstsein eines überholten Bildungsbürgertums (Ja, verdammt, ich kann selber denken. Wirklich!). Diese aufgedrängte Fürsorge. Schön ist das nicht.

Kommentare sind geschlossen.