Buchtipp: Everything Bad Is Good for You

Nico —  6.07.2005

Ich habe jetzt endlich mal Everything Bad Is Good for You von Stephen Johnson durchgelesen. Ich hatte vom selben Autor vor Jahren mal Interface Culture gelesen und war daher recht interessiert, als das Buch in den Blogs auftauchte.

Was auf den ersten Blick wie ein idealer Diätratgeber für Leute wie mich klingt, ist ein Buch über die Pop-Kultur und die Frage, ob wir langsam alle verblöden. Steven Johnson sieht das nicht so und führt einige Beispiele ins Feld, warum dem nicht so sei. Beispielsweise wären die IQ-Tests in den letzten Jahrzehnten immer angepasst und schwieriger gemacht worden, würden die Videospiele immer komplexer werden und hätten viele populäre TV-Sendungen, z.B. 24, recht umfangreiche Plots. Steven Johnson kommt zu dem Fazit:

The cultural race to the bottom is a myth; we do not live in a fallen state of cheap pleasures that pale beside the intellectual riches of yesterday. And we are not innate slackers, drawn inexorably to the least offensive and least complicated entertainment available. All around us the world of mass entertainment grows more demanding and sophisticated, and our brains happily gravitate to that newfound complexity. And by gravitating, they make the effect more pronounced. Dumbing down is not the natural state of popular culture over time – quite the opposite. The great unsung story of our culture today is how many welcome trends are going up.

Das klingt alles gut und schön, aber ich denke mal, dass ohne eine gewisse klassische Grundbildung die Leute zwar tollere Spiele daddeln können, aber beim Einordnen komplexerer Zusammenhänge, die Wissen vorraussetzen, Probleme haben werden. Dennoch ist das Buch sehr lesenswert und regt zum Nachdenken an.