Biermarketing 2005

Nico —  16.07.2005

Die deutschen Brauereien müssen derzeit mit ansehen, dass diese große biertrinkende Nation durchaus auch andere Flüssigkeiten zu sich nehmen will. Das führt zu durchaus interessanten Marketing-Aktivitäten.

Bier hat viel mit Marketing zu tun, aber mir bleibt der Geschmack irgendwie wichtiger. In Hamburg hat Astra Dank einer pfiffigen Kampagne nicht nur den Umsatz gesteigert, sondern ist auch zu einem Kultbier avanciert. Trinken kann man es nur eiskalt und mit viel Durst. Aber es geht auch anders. Ein findiger Kopf bei Beck’s hat einfach mal die klassische grüne Flasche durchsichtig gemacht, den Geschmack eher dem von Warsteiner oder irgendeinem anderen Bier ohne Geschmack angepasst, dazu eine fröhliche Marketingkampagne entwickelt und schwupps: Beck’s Gold war geboren. Mittlerweile gibt es Holsten kNight, Flens Gold und noch etliche andere Nachahmer. Bei allen Produkten ist die Flasche durchsichtig und bei fast allen ist die Plörre ohne erkennbaren Geschmack. Pfiffig. Helles Bier ist ja von Natur aus eher gold-farbig, da hilft so eine durchsichtige Pulle ungemein.

Wenn man allerdings in der prekären Lage ist, dass man ein obergäriges Bier für einen kleinen regionalen Markt produziert, das im Rest der Republik mit schaler Plörre gleichgesetzt wird, dann muss man andere Wege gehen. Die Brauerei Gaffel aus Köln hat daher das Bier 1396 auf den Markt gebracht, flankiert von einer Aussenwerbe-Kampagne für internetbier.de. Angepriesen wird ein Lager, das man über einen Onlineshop bestellen kann, wer mag auch als Abo. Praktischerweise kann man übers Internet den Geschmack nicht herausfinden.

Passend zum Bierthema: Das Volk hat Durst auf Wahlblog.de.

2 responses to Biermarketing 2005

  1. Gibt es eigentlich schon Warsteiner Gold? Das wäre dann ja Wasser. Schlimm genug, dass es schon Krombacher extra mild gibt. Aber jedenfalls viel Spass beim Kölsch trinken!

  2. Allmählich dämmert wohl einigen Unions-Politikern, dass die geplante Erhöhung der Mehrwertsteuer eine Rieseneselei und Konsumbremse ist. Einige bayerische Stammtisch-Populisten fordern deshalb jetzt, die Mehrwertsteuer auf Bier um mehr als die Hälfte abzu…