WASG-Mitgliederentscheid: Bündnis mit PDS, neuer Name

Nico —  16.07.2005

Die WASG-Mitglieder stimmen Bündnis mit PDS zu und die neue Partei soll, wie ungewöhnlich gut informierte Kreise verlauten lassen, künftig „Die Ewiggestrigen“ heissen. Damit hat sich dieser Name bei den Mitgliedern durchgesetzt, aber auch Bezeichnungen wie „Die Populisten“, „Die Besitzstandswahrer“, „Die Wählerverarscher“ oder „Die Möchtegernlinken“ waren gut im Rennen. Allen potentiellen Wählern dieses Bündnisses aus westdeutschen Sozialstaatsfetischisten und ostdeutschen Realsozialismusgläubigen empfehle ich nur mal einen Blick nach Berlin und Meckenlenburg-Vorpommern, da sieht man, wie die PDS mitregiert. Da wird gespart, dass es knirscht. Vereinbar mit den Forderungen von Lafontaine und Gysi ist dies keinesfalls, da es sich an der Realität orientiert. Wir sehen also eine völlige Anbiederung am Wähler, da wird alles versprochen, denn die WASG/PDS kann davon ausgehen, auch in den nächsten Jahren fröhlig in der Opposition alles fordern zu können, was man mal gerne hätte, egal ob sinnvoll oder nicht.

Potentielle WASG/PDS-Wähler sollten sich einmal vor Augen halten, was passiert, wenn sie mit ihrer Stimme eine reine Oppositionspartei unterstützen, die keinerlei Interesse an einer konstruktiven Politik hat, sondern nur dagegen sein wollen. Damit wird rot-grün u.U. verhindert werden und das, was schwarz-gelb macht, wird den Wünschen der WASG/PDS-Wähler noch viel weniger entsprechen. Wer eine soziale Politik will, der kann nicht WASG/PDS wählen, der sollte trotz aller Kritik die SPD wählen. WASG/PDS wird alles versprechen, muß aber auf absehbare Zeit nichts halten. Das kann keine Lösung für die Probleme in Deutschland sein.

8 responses to WASG-Mitgliederentscheid: Bündnis mit PDS, neuer Name

  1. „fröhlig“?
    Ansonsten ist es schade, dass »WASG/PDS – Die Möchtegernlinken« nicht gewonnen hat, seeehr schade sogar ;)

  2. Irgendwie merkt man die Panik der SPD-Anhänger in ihren Kommentaren zur Linkspartei. SCNR

  3. Panik ist das falsche Wort, meint man. Es ist vielmehr das dringende Bedürfnis, den Menschen, die alten Zielen der SPD nachtrauern, zu offenbaren, was sie da WIRKLICH wählen.

  4. Stimmt, mir wäre es als eher bürgerlicher Wähler auch lieber die Leute geben der SPD oder den Grünen ihre Stimme, wenn sie unbedingt links wählen wollen, als diesen ewiggestrigen. Die Ostdeutschen scheinen vergessen zu haben wer ihnen mehr als 40 Jahre Leben hinter Stacheldraht verordnet hat. Das war die SED, deren legitimer Nachfolger die PDS ist.

  5. Schon war, aber dass die PDS (oder wie sie auch immer jetzt heißt) nun verstärkt wählbar ist, liegt ja leider auch an der nicht gerade weitsichtigen Politik der bürgerlich-westlichen Parteien nach 1990.

  6. @Patrick: Legitimer Nachfolger? Eher umbenannt, Nachfolger klingt etwas eigenständiger.

  7. Es ist vollbracht: Die SED-Nachfolgeorganisation PDS hat sich heute ganz originell in „Die Linkspartei“ umbenannt. Schade, für meinen Geschmack hatte Nico deutlich passendere Namen auf seiner Shortlist ! Aber egal, als nächstes verstärkt man sich nun um…

  8. Linkspartei mit jungen PDS-Leuten plus WASG durchaus wählbar, mit den alten Kadern nicht. Die wollen, können und dürfen es aus eigener Vergangenheit heraus nicht.Die Altparteien schütten über Linkspartei Schmutzkübel aus, haben die Hosen voll, recht so!