Erhöhung der Mehrwertsteuer bedeutet nicht weniger Kaufkraft?

Die Union will weiterhin die Mehrwertsteuer erhöhen, auch wenn es derzeit ökonomischer Unsinn ist:

Merkel und Stoiber verteidigten die von der Union geplante Mehrwertsteuererhöhung zur Verringerung der Lohnnebenkosten. Nur so könne mehr Arbeit geschaffen und das Rentensystem gesichert werden. Merkel sagte, eine Erhöhung der Mehrwertsteuer bedeute nicht weniger Kaufkraft. „Deshalb gehen wir diesen Weg, da wir wissen, die Rente von morgen wird nicht mehr sicher sein, wenn wir nur noch Minijobs haben“, sagte sie.

Also, alles wird 2% teurer werden, aber das geht nicht zu Lasten der Kaufkraft? Wer glaubt das?
Es sollen mehr Arbeitsplätze geschaffen werden, indem durch die Erhöhung der Mehrwertsteuer die Lohnnebenkosten noch weiter verringert werden. Wer glaubt das? Die SPD hat in den letzten 7 Jahren der Wirtschaft alle erdenklichen Vorteile eingeräumt und die Wirtschaft hat immer fröhlich bessere Konditionen gefordert und dafür versprochen, mehr Arbeitsplätze zu schaffen. Was dabei rausgekommen ist, können wir derzeit am Arbeitsmarkt bewundern.

Kleine Notiz am Rande: Wenn Deutschland Exportweltmeister ist, dann sieht es für mich so aus, dass Deutschland durchaus im internationalen Vergleich mithalten kann. Problematisch ist die Binnennachfrage, die allerdings durch eine Erhöhung der Mehrwertsteuer und der damit verbundenen Verteuerung der Produkte nicht wirklich angekurbelt werden wird.

[via: Top Nachrichten | Reuters.co.de]

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7 Antworten auf „Erhöhung der Mehrwertsteuer bedeutet nicht weniger Kaufkraft?“

  1. Es sind 1,72%, was nicht DEUTLICH weniger ist.
    Zum 2. die Wettbewerbsfähigkeit unserer Sozialsysteme? Gelder sind in Deutschland nur in den seltensten Fällen dort gelandet, womit die Erhöhung, gleich welcher Art verkauft wurde.
    Die Erhöhung der Mwst macht vor allem eines, Kaufkraft rauben.

  2. wolfgang: die erhöhung der mehrwertsteuer wird für alles genutzt werden, aber in den sozialkassen dürfte recht wenig von dem geld ankommen. ausserdem wäre es verwunderlich, wenn der einzelhandel bei einer mehrwertsteuererhöhung nicht auch grosszügig die preise erhöhen würde.

  3. Die CDU scheint nicht wirklich konsequent durchzurechnen. Bekannte Zwischenhändler behaupten zwar, die MwSt-erhöhung würde ihnen nicht schaden, aber durch die (saftige) Preiserhöhung sinkt die Binnennachfrage und somit auch die Nachfrage bei den Zwischenhändlern. Ergo dreht sich die Spirale nur noch weiter. DAS ist Arbeitsplatzvernichtung. Wer das will soll die CDU wählen oder seine Stimme verschenken.

  4. @nico: Es würde mich ja schon interessieren, worauf deine Vermutung, der Einzelhandel würde eine Mehrwertsteuererhöhung zu großzügigen Preiserhöhungen nutzen, begründet ist. Was du da behauptest steht der mikroökonomischen Theorie (und auch diversen empirischen Untersuchungen) zu dem Thema 180 Grad entgegen und deckt sich auch mit meinen persönlichen Beobachtungen eher wenig.

  5. naja, wenn die mehrwertsteuer erhöht wird und die preise gleich bleiben, dann würde dies zu lasten des einzelhandels gehen. meinst du nicht auch, dass die da etwas gegen haben? und dann wird aufgerundet…

  6. Diese Tabelle ist doch ein Witz.
    Nach dieser Tabelle hätten meine kürzlich gekauften Schuhe rund 30? günstiger sein müssen.
    Wie werden die angefertigt? Vergleichen die die Preise für gewisse Arteikel mit alten Preisen? Vermutlich fragen sie dafür nicht, was hat der Schuh xy von Firma Z letztes jahr gekostet und was kostet er heute, sondern sie vergleichen höchstens was kostete ein Herrenschuh letztes jahr im Schnitt und was heute.
    In immer mehr Warengruppen drängen Billigmarken in den Markt, was auch schlechtere Qualität bedeutet und das wird dann statistisch miterfasst, oder wie funktioniert das?
    Das sind dich die gleichen „Experten“ die keine exorbitanten Preiserhöhungen feststellen können, weil Unterhaltungselektronik immer schön mit berechnet wird…

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