Archiv für Juli 2005

27. Juli 2005

Nur echt wichtig mit Hand vorm Mund

Heute abend beim Warten auf den Flieger zurück nach Hamburg, konnten Fabian und ich ein interessantes Naturschauspiel beobachten. Während wir die Wartezeit mit einem Kölsch überbrückten, war der Sitzplatzinhaber neben mir noch mit Wichtigsein beschäftigt. Er telefonierte.

Gut, das kann ich auch, aber so richtig Eindruck konnte ich da bislang nicht schinden, egal ob mit einer Bluetooth-Freisprecheinrichtung, einem Blackberry oder einfach so mit einem Handy, irgendwas fehlte immer bei meinem Auftritt. Seit heute weiss ich, was ich verbessern muss. Zum einen sollte ich nicht sitzen, sondern ein wenig auf und ab gehen, dabei aber auch immer mal wieder die Unterlagen konsultieren, oder das Laptop aufklappen und wilde Excel-Sheets rauf und runter scrollen.

Viel besser ist es aber, beim Telefonieren die freie Hand vor den Mund zu halten. Schliesslich hat man ja streng geheime Sachen zu erzählen und der unfreundliche Agent auf der anderen Seite der Wartehalle soll auf keinen Fall brisante Informationen wie das Datum des nächsten gemeinsamen Fernsehabends mitbekommen, indem er von den Lippen abliest. Wenn man dabei noch wichtig guckt, dann hat man eigentlich alles erreicht.

Wir haben es jedenfalls genossen, dem Handvormmundtelefonierer bei der Verrichtung seiner Aufgaben zuschauen zu dürfen.

27. Juli 2005

Wahlkampfbloggerei

Seit ein paar Tagen führt die Bundesjustizministerin Brigitte Zypries ein Weblog, womit sie quasi die ranghöchste bloggende Politikerin ist. Aber auch für sie wird in der Blogosphäre gelten, was für alle gilt: man muss sich seine Leser erschreiben.

Seit Anfang der Woche kann man auf roteblogs.de die wachsende Zahl der Unterstützer-Weblogs der SPD bestaunen. Mit von der Partie ist das Kampagnen-Blog von Kajo Wasserhövel, dem Bundesgeschäftsführer der SPD und damit dem Wahlkampfchef, der täglich seine Ansichten bloggt.

27. Juli 2005

Arena

Einst war das mal eine schnittige Badehose, damals, als man noch Badekappen im Schwimmbad tragen musste. Dann wurde jedes noch so runzelige Stadion zur Arena umgetauft, gerne gepaart mit einem Werbepartner. Immer, wenn jetzt mindestens zwei Leute in einen Wettstreit treten und mindestens eine Person dabei zuguckt, findet dies in einer Arena statt. Mittlerweile ist kaum ein Begriff so ausgelutzt wie “Arena”.

Jetzt also die CDU Arena, genannt “Arena 05″.

Bislang recht unterhaltsames Ringen um Positionen, aber bislang will bei dem müden Kick der Funke nicht so recht überspringen. Auch in dieser Arena gilt die alte Fussballlkommentatoren-Weisheit:

“Der Drops ist noch lange nicht gelutscht.”

27. Juli 2005

Mehr ist ganz einfach zeitlich nicht drin

Falls mich demnächst jemand fragt, warum ich etwas nicht mache, sei es nun TV-Duelle, oder anderes, werde ich stets antworten:

“Mehr ist ganz einfach zeitlich nicht drin.”

Dann muss ich wenigstens nicht sagen: “och, ich glaube, da würde ich ziemlich eins oder zwei auf die Augen bekommen.”

27. Juli 2005

Startups? Wo? cool?

Blogs sind praktisch, schon alleine, weil ich ständig Sachen finde, die ich selber schreiben wollte, dann aber sehe, dass andere es viel besser können… Tom fragt Where are all the UK start-ups? und ich kann ihm da nicht wirklich eine Antwort liefern, frage mich das aber für Deutschland auch schon länger:

I find myself thinking of my country and my industry – and what I see confuses and confounds me. This is a tiny little country that remains a world power, one of the few trillion dollar economies in the world. It has 50% take-up of broadband, some huge telecommunications companies and thousands of people working on and around the internet. But still our industry seems dominated by a few moribund and clumsy giants leading a culture that’s inarticulate, unadventurous and profoundly constrained. There’s something very wrong here.

Sehr lesenswert. Und leider in Deutschland nicht wirklich anders, oder gibt es hier Startups, die wirklich innovative Webdinge basteln? Ich sehe viel stümperhaftes Me-too-Zeugs und schlafende Web-Riesen.