Vielerorts fürchten unbescholtene Bürger, dass ihr Telefon klingelt und sie mitanhören müssen, wie Edmund Stoiber eine Botschaft ins Ohr stammelt. Das ist der moderne CSU-Wahlkampf 2005.
Eigentlich schade, denn das Telefon eignet sich ganz hervorragend, um mit den Wählerinnen und Wählern ins Gespräch zu kommen. Die Hamburger SPD macht seit gut 10 Jahren vor den Wahlen immer eine groß angelegte Telefon-Aktion. Nun mag man meinen, dass hätte auch nichts genützt, aber die Reaktionen waren durchaus anders.
Die SPD hat ihre Mitglieder und vor allem die Kandidaten motivieren können, Telefon-Schichten zu übernehmen, um dann gezielt in Wahlbezirken anzurufen, bei denen die Wahlbeteiligung schlecht war. Bei den Anruf geht es dann nicht primär darum, für die SPD zu werben, sondern die Leute daran zu erinnern, dass Wahl ist und dass es prima wäre, wenn sie dort hingingen. Die Resonanz ist stets positiv, abgesehen von den üblichen Pöblern. Viele Angerufene haben sich über die Kontaktaufnahme gefreut, sind Fragen losgeworden und haben ggf. Termine vereinbart oder Infomaterial angefordert. Natürlich waren viele auch ungläubig, wenn der Bürgermeister plötzlich am Telefon war…
So eine Aktion halte ich für sinnvoll. Die Leute bekommen keine stumpfe Bandansage, sondern reden mit echten Menschen.
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