Chuzpe

Nico —  20.09.2005

Das Auftreten des Kanzlers bei der Elefantenrunden hat bei vielen Leuten für Empörung und Verwunderung gesorgt. Ich finde, er hat genau das richtige gemacht.

1. Viele Teile der Medien hatten ihn schon aus dem Amt geschrieben. Es war gut und richtig, dass er hier mal deutlich gemacht hat, dass von den Medien mehr zu erwarten ist.

2. Merkel hat keinesfalls diese Wahl gewonnen. Die SPD hat enorm aufgeholt, Frau Merkel hat den sicher geglaubten Sieg verspielt. Es war richtig, sie darauf hinzuweisen, dass sie nicht Kanzlerin werden wird.

3. Es geht um die Deutungshoheit dieses Ergebnisses. Da hilft es nicht, den Schwanz einzuziehen, sondern da muss man Stellung beziehen. Das hat er getan. Merkel hatte dem nichts mehr entgegenzusetzen und sah aus, wie Siebentageregenwetter.

Schröder hat genügend Chuzpe bewiesen und seine Position mit breiter Brust vertreten. Das ist genau richtig. Schröder wird Kanzler bleiben.

76 responses to Chuzpe

  1. Und mit welcher Legitimation wird er Kanzler bleiben? Die SPD hat absolut und gegen die Union verloren.

  2. Je lauter und unflätiger desto Kanzler? 34,3% bleiben 34,3%, egal wie peinlich man sich im Fernsehen benimmt.

  3. nordlicht: mehrheit der stimmen im parlament.

    heiko: das war nicht unflätig, sondern direkt.

  4. „Es war gut und richtig“ ?
    Jetzt übernimmst Du auch schon Gerds Art zu formulieren ?? ;-)

    „Es geht um die Deutungshoheit dieses Ergebnisses“
    Sicher richtig. Aber Tatsache ist, dass Rot-Grün die Mehrheit verloren und die SPD das zweitschlechteste Ergebnis seit dem Krieg kassiert hat. Alles zeigen auf die CDU (die am Sonntag auch verdient Prügel bezogen hat!) ändert daran nichts !

    Angesichts eines solches Ergebnisses von Sieg und neuem Vertrauensvotum zu sprechen, ist ja wohl mehr als dreist. Sich so arrogant und selbstverliebt über den Wähler lustig zu machen, mag ein Zeichen von Chuzpe und breiter Brust sein. Aber spätestens dadurch hat er sich in meinen Augen als Kanzler endgültig disqualifiziert.

  5. Nico, ja, Mehrheit der Stimmen im Parlament. Das ist es nun mal, was zählt. Alle anderen Rechenspiele sind einfach nur kleinkariert und peinlich. Genauso peinlich wie Schröders Auftritt übrigens. Nach dieser arroganten Nummer ist er für mich als Kanzler nicht mehr tragbar, wie auch Kohl nach seinen arroganten Auftritten viel an wertschätzung verloren hatte.

  6. die SPD hat ordentlich aufgeholt, das muss man auch mal festhalten. Sie stand mit dem Rücken zur Wand, hat dann die Mitglieder mobilisiert und einen guten Wahlkampf hingelegt. Dabei wurde deutlich, dass Merkel nicht als Kanzlerin gewünscht wird. Die viel herbeigeschriebene Wechselstimmung fand nicht statt. Wenn es zum Wechsel nicht reicht, bleibt Grd Kanzler. So einfach ist das. Auch wenn ihr das nicht toll findet.

  7. Nico: Nochmal, mit welcher Legitimation soll er denn Kanzler bleiben? Er hat genausowenig das Vertrauen bekommen wie Frau Merkel, únd am Ende wird Kanzler, wer im Bundestag dazu gewählt wird. Du willst doch nicht die demokratischen Spielregeln vergessen?

  8. Wenn ich von der anderen Seite wäre, würde ich jetzt auch kotzen ohne Ende. Das ist gewissermassen die andere Seite von Schröders Auftritt.

    Sieger feiern. Verlierer kotzen und heulen. Wir feiern, Ihr kotzt und heult. Was seid dann wohl?

  9. Oder: Wie die Welt ohne rotgefärbte Brille aussieht. Viele Teile der Medien hatten den Kanzler schon aus dem Amt geschrieben? Der Kanzler höchstpersönlich hatte kein Vertrauen mehr in seiner eigenen Fraktion und hat deshalb ein Mißtrauensvotum bemüht, um …

  10. Immer wieder eine schöne Diskussion, auch wenn ich bei „Spreeblick“ schon ähnliches geschrieben habe.
    Also machtpolitisch war der Auftritt große Klasse:
    1. Die eigene Dominanz rausstellen, um die bedröppelte Merkel zu schwächen.
    2. Das Kanzleramt mit in die Verhandlungsmasse für eine große Koalition nehmen.
    3. als erster „Ich mach’s“ zu brüllen ist auch nie falsch.
    Aber auch wenn die SPD mächtig aufgeholt hat: gewonnen hat sie nicht.
    Um den Fußballvergleich zu ziehen:
    In den letzten 20 Minuten aus einem 0:4 ein 3:4 zu machen ist eine großartige Leistung, verloren gegangen ist das Spiel aber trotzdem.

  11. @nico: „die SPD hat ordentlich aufgeholt, das muss man auch mal festhalten.“

    Und das soll was genau uns sagen ? Vielleicht: okay, unser Ergebnis ist mies, sehr mies sogar. und mieser als bei den anderen. Aber nicht so mies, wie vorher gedacht. Also ist es gut! Und deshalb haben wir gewonnen. Sorry, aber das ist nur noch peinlich…

    Und was die Wechselstimmung angeht: „der Wähler“ war offensichtlich nicht von der Perspektive begeistert, Merkel als Kanzlerin zu sehen. Stimmt. Aber er wollte mindestens genauso offensichtlich auch Gerd da nicht mehr haben. Im Gegensatz zu Schröder zeigt Merkel aber, dass diese Botschaft bei ihr angekommen ist…

  12. @Don: Ich bin nicht „von der anderen Seite“, trage aber nicht genug Scheuklappen, um automatisch gut zu finden, was einer „von meinen“ (naja, eine Partei daneben, aber was solls) macht. Ich habe mich für den arroganten Sack geschämt.

    Klar: tolle Leistung das mit dem Aufholen, aber trotzdem gegenüber einem schwachen Ergebnis 2002 nochmal deutlich verloren.
    Dass die CDU fast ebenso schlecht abgeschnitten hat, demonstriert, dass sie ebensowenig Konzepte anzubieten hat. Und jetzt wollen/sollen die beiden Verlierer zusammen antreten und sich nur die Köpfe einschlagen, wer die united loser troops anführen darf?

    Besser wäre nachzudenken, mit wem man eine konsensfähige Mehrheit findet.

  13. @Don Alphonso: „Sieger feiern. Verlierer kotzen und heulen. Wir feiern, Ihr kotzt und heult. Was seid dann wohl?“
    Ich seh bei sieser Wahl – außer der FDP und der Linkpartei – gar keine Sieger.

    Im Übrigen wollte ich Merkel nicht als Kanzlerin. Ich wollte hier nur mal die Frage stellen, woher all die Gerd-Gerd-Jubelperser die Sicherheit nehmen, daß jemand, der an Platz 2 des Wahlergebnisses steht, Bundeskanzler wird.

  14. Was heißt die SPD hat ordentlich aufgeholt? Sie hat nur ein anderes Ergebniss als die Demoskopen voraus gesagt haben. Das zeigt nicht unbedingt die Fähigkeit der SPD sondern die Unfähigkeit der Demoskopen.

  15. Weil er es kann. Ganz einfach. Wie der Panzer durch die Scheune fährt. So kann er das.

    Und die Merkel kann es nicht. Dieses verheulten, kaputten, vor die Wand gesemmelten Stoiber-3,6 Prozente.

  16. Und tschuldigung. Nein, ich wollte Euch nicht subjektiv Verlierertum unterstellen.

    Echt nicht.

    Das Kotzen und Heulen, das ist nur Ausdruck von Realismus. Ihr seid objektiv Realisten. Oh ja.

  17. Ich finde es schlichtweg erschütternd, was die CDU alles tut, um nicht zugegeben zu müssen, das Schwarz-Gelb nicht gewonnen hat. Es wird zusammengefügt, was nicht zusammengehört (die sogenannte Jamaica-Koaliation …schreckliche Bezeichnung). Milbrant sch

  18. Klar kann er es. Aber er braucht auch eine Mehrheit, sonst kann er soviel wollen und können wie er will, aber er wird es nicht. Und nun muß er sich mit seinen Wahl2002-4,3 Prozent jemanden suchen, der ihn ranläßt. Wer soll das wohl sein?

  19. Danke für den Beitrag, man traut sich ja kaum, genau das zu sagen!

    Ich seh das so, Frau Merkel stand 1 Meter vor dem leeren Tor und hat gschossen. Der Ball ist auf der Torlinie liegen geblieben und momentan ist die ganze Republik der Linienrichter und streitet sich, ob der Ball nun die Linie in vollem Umfang überschritten hat.
    Die Antwort ist einfach: Nein!

    Ich persönlich kann mich geradezu an Schröders Auftritt ergötzen. Und viel wichtiger noch, ich kann das Gefühl nachvollziehen, dass ihn zugegebenermaßen sehr forsch hat erscheinen lassen. Monatelang geprügelt worden sein, für die Dinge, die man schon lange hätte anpacken müsssen. Niemand hat sie angepackt, weil keiner die Eier dafür hatte. Man packt sie also an, man hat sich viel vorgenommen und macht sicher auch Fehler dabei, aber die Prügel die daraus resultierten sind ein Witz und in erster Linie frociert durch die Kampagne der CDU, die einen als Buhmann abstempelt.
    Dann am Wahlabend diese Gelegenheit.. ich persönlich hätte noch mehr ausgeteilt. (OK, hinterher hätte ich mich geschämt)

  20. Den Schröder-Auftritt muss man sich übrigens am Besten ohne Ton anhören, und dazu die Ärzte laufen lassen, mit „Immer mitten in die Fresse rein“. Dann entfaltet das erst seine wahre Dynamik.

  21. Wenn SPD und die Union beide 35% hätten, könnte ich Deine Deutung nachvollziehen, Dave-Kay. Aber die SPD hat nun mal weniger Stimmen als die Union. Da muß man noch nicht mal die Zeitlupe bemühen ;-)

  22. Heiko, mit seinem Fußballvergleich hat Dave-Kay schon recht. Allerdings ist es so, daß zeitgleich auf der anderen Seite des Spielfeldes Schröder den Ball auch nicht reingemacht hat.

  23. Ich versteh gar nicht, wie du darauf kommst, Heiko.
    Wo steht denn geschrieben, dass Merkel jetzt Kanzlerin werden müsste in einer großen Koalition?
    Der Bundeshorst ist doch eigentlich gefragt und man muss mal die Fakten sehen.
    -Die CDU liegt marginal vor der SPD (mal gucken was Dresden bringt).
    -Die Linke ist ziemlich eindeutig die stärker Seite im Bundestag.
    -Der Wähler will rot-grün nicht.
    -Der Wähler will Merkel nicht
    -Lautet die Koalition rot-schwarz. will der Wähler Schröder
    -Schröder is der bessere Mann für den Posten.

    Warum also die Hampeleien?
    Es steht NIRGENDWO, dass die größere Fraktion automatisch den Kanzler stellt.

  24. es kommt mir vor wie zwei kinder im sandkasten, die von den eltern zum essen gerufen werden. während das kleine mädchen in der einen ecke bedröppelt guckt und gleich zu flennen anfängt, whert sich der kleine rotzlöffel auf der anderen seite, scharrt seine förmchen um sich und beginnt mit sand zu schmeissen: „Ich will aber noch nicht!“

    das ändert bei beiden nichts dran, dass die mutter gerufen hat. und nur die entscheidet…

  25. Tollles Argument, Dave-Kay! Nur zur Erinnerung: es steht auch NIRGENDWO, dass die kleinere Fraktion automatisch den Kanzler stellt.

  26. @dave-kay: Das betest du nun schon das zweite mal als reaktion auf einen kommentar runter. Auch Heikos kommentar enthält nichts, was besagt, dass die Merkel Kanzlerin sein soll. Es geht lediglich um den Schröder, der selbstsicher – nein überheblich – rumbrüllt, dass er es bleibt. Die Frage ist: Mit welcher berechtigung. Aber das erklärst du dann ja selbst: Der bundestag entscheidet. Also warten wir es ab…

  27. Ach, verstehe, der Kanzler wird neuerdings nach den Umfragen bestimmt.

    Scherz beiseite, natürlich steht das nirgendwo, daß die größere (Koalitions!-)Fraktion den Kanzler stellt, aber:
    – Es gab bis jetzt noch keinen anderen Fall
    – Der Kanzler muß mit absoluter Mehrheit gewählt werden.

    Wenn Schröder das hinbekommt: Meinen Respekt!

  28. Für mich hatte dieses Wahlergebnis genau eine Message, die aber in dem ganzen Gerangel um Prozente und Personen bisher völlig untergegangen ist. Sie lautet: Es gibt kleine klaren, einfachen Verhältnisse mehr. Also einigt euch und geht die Probleme an statt euch weiter in euren Grabenkämpfen zu verschanzen! Ob diese Nachricht vielleicht irgendwann noch einmal in Berlin ankommt? Sollte das irgendwann einmal passieren, dann würden wahrscheinlich weder Merkel noch Schröder Kanzler(in) werden, denn ihr Kampf um die Deutung des Wahlergebnisses und die Macht ist derzeit das meiner Ansicht nach größte Hindernis für eine Regierungsbildung.

  29. Was gibt es da zu deuten? Die SPD hat weniger Stimmen als CDU/CSU, Angela Merkel und die Union werden nach den demokratischen Gepflogenheiten der Bundesrepublik den Kanzler stellen. Einigen in der SPD hat es offensichtlich noch nicht gereicht, dass Gerhard Schröder beschlossen hat das Parlament aufzulösen, nein jetzt muss auch noch Gerhard Schröder wie einst Napoleon sich selber die Krone aufsetzen und a lá „Sonnenkönig“ verkünden „Der Kanzler bin ich!“.

    Nico, ich verstehe jeden gestanden Sozialdemokraten der sich über das Resultat der SPD freut, aber die Wahlt hat die SPD trotzdem nicht gewonnen. Auch die Union ist nicht der strahlende Sieger, aber Deutschland ist auch schon mit einem 1:0 Weltmeister geworden, nicht schön, aber Sieger!

    Gerhard und sein Verhalten ist nicht zu akzeptieren, er hat sich daneben benommen!

    Die Politiker können jetzt beweisen was ihnen wichtig ist, der eigene Posten oder das Land mit einer vernünftigen Regierung wieder fit zu machen. Hier haben leider alle Politiker mit ihrer strikten Haltung allerdings schon zu sehr Flagge gezeigt um jetzt nicht ohne Gesichtsverlust doch noch etwas vernünftiges hinzubekommen.

  30. Das war kein „staatsmännisches“ Verhalten. Das war eher das Verhalten wie bei „einem trotzigen Kind“ … Ich empfand es sogar als „lächerlich“. Allerdings waren Merkel und Stoiber auch die passenden „beleidigten Leberwürste“ dazu …

  31. NewYorkTimes hat es treffend beschrieben: ?How to rationalize into reassuring normality in the reflexive EU manner, that after seven years of no growth and mass unemployment, instead of clearing a way forward, Germany has now a defeated chancellor in Gerhard Schröder who insists he is its only feasible leader. It´s a position disregarding these chunks of reality:

    * That the Christian Democrats bloc of Angela Merkel won the most seats in the Bundestag, which in German parliamentary costum gives her the task of forming a coalition.

    * That Joschka Fischer of the Greens (?) said that their majority has been voted out of office and that the Greens saw their role in the opposition.?

  32. He, Frankenbübchen: Es gibt keine demokratischen Gepflogenheiten mit Auslegungschance für Schwarz-Gelb mehr. Es gibt den Gerd, eine Partei, die zu 100% hinter ihm steht, eine linke Getaltungsmehrheit und auf der anderen seite eine zerstrittene Versagertruppe. Ein Haufen kastrierter Waschlappen, die es akzeptiert, wenn Schröder sie öffentlich runtermacht. Das seht ihr. Das tut euch weh. Deshalb flennt ihr hier rum.

    Uns dagegen geht´s prima.

  33. Hey Don, wo ist denn die linke „Gestaltungsmehrheit“? Will sich der Gerd von der PDS zum Kanzler machen lassen? Da argumentierst Du sicher nicht im Sinne Deines Idols…

  34. @Nordlicht: Der Kanzler muss nicht mit absoluter Mehrheit gewählt werden. Im dritten Wahlgang würde auch die relative Mehrheit reichen, vorausgesetzt der Bundespräsident hat nichts dagegen und vereidigt ihn. Ansonsten gäbe es wohl wieder mal Wahlen.

  35. Olly, ich weiß. Aber im dritten Wahlgang hätte – wenn die PDS nicht den Gerd wählt – Angela Merkel die meisten Stimmen, weil schwarz-gelb mehr Sitze hat als rot-grün.
    Wo also ist die linke Gestaltungsmehrheit?

  36. Im einem dritten Wahlgang würde Schröder vermutlich mehr Stimmen bekommen als Merkel, weil SPD+Grün+SED mehr Stimmen hat als CDUCSU + FDP. Vermutlich spekuliert er auch genau darauf.

    Er könnte dann zwar praktisch politisch nichts machen, wäre aber Kanzler. Und das ist doch die Hauptsache, oder ?

  37. Kann schon sein, die Wahl ist ja geheim, nicht wahr, da kann man ja nicht kontrollieren, von wem man gewählt wird. Da passieren manchmal die merkwürdigsten Dinge.

    Aber ich warte eigentlich immer noch drauf, wie mir Don Alphonso nun die „linke Gestaltungsmehrheit“ erklären will. Ohne PDS, meine ich. Und gestaltungsfähig. Wie, gibts gar nicht? Na sowas….

  38. Der Kanzler rastet aus, die Mimosen sind empört, obwohl er nicht so Unrecht hat.

    Keine Glanzleistung

    Gewiss, was sich der Kanzler Gerhard Schröder am Wahlabend in der „Berliner Runde“ des ZDF geleistet hat, spricht nicht für seine Souveränität. D….

  39. Pattex-Schröder ist eine gute Bezeichnung, der klebt an seinem Stuhl weil er, wie schon Frau Simonis nicht verlieren kann.

  40. Demoskopie in allen Ehren, aber sie hat leider am Sonntag kräftig daneben gelegen. Darum darf man auch nicht vergessen, dass man Umfragen nicht mit Wahlergebnissen vergleichen darf.

    Und wenn man Wahl mit Wahl vergleicht, hat die SPD verloren. Punkt. Und die Union ist die stärkste Fraktion im Bundestag. Nochmal Punkt. Wenn Rot-Grün eine Mehrheit hätte, könnten sie auch als zweitstärkste Fraktion den Kanzler stellen. Aber es reicht nicht. Das muss diese SPD und auch dieser Kanzler endlich begreifen. Das Volk will Rot-Grün nicht mehr. Abgewählt.

  41. Ein bisschen differenzierer hätte Dein Blick auf die Schrödersche Entgleisung schon sein dürfen, Nico.
    Ich hoffe, Ihr habt Euer Wahlzeugs bald vorüber. Langsam aber sicher geht mir das eintönige pro-SPD-Gejubel auf den Keks und das Lummaland-Lesen macht kaum noch Spass :-(

  42. Wenn sich hier – parallel zum Gerd – die Endorphinkonzentration wieder etwas normalisiert hat, macht Lummaland-Lesen bestimmt auch wieder Spaß.
    Was mich allerdings momentan noch ein wenig betrübt, ist, daß auf eine zunächst ohne polemischen Unterton gestellte Gegenfrage – nämlich wo denn die von Don ins Feld geführte „linke Gestaltungsmehrheit“ ist, noch keine Antwort von all den feiernden Wahlsiegern hier zu erhalten war.
    Aber vermutlich zählt eine solche Frage auch bloß zum „Kotzen und Heulen“. Manchmal muß man Fakten auch einfach mal beiseite lassen können, gerade als Journalist. Man muß ja auch den Vorurteilen über seinen Beruf gerecht werden.

  43. Immerhin bleibt ja mal festzuhalten, dass der SPD mehr halbwegs realistische Optionen zur Regierungsbildung offen stehen als der CDU – und zwar mit echten Mehrheiten. Aber solche Diskussionen gehen meiner Meinung am Kern des Problems vorbei (siehe Kommentar weiter oben)… Alle sollten mal durchatmen und nachdenken, was denn jetzt eigentlich das Beste für Deutschland wäre. Und das dürfte (Achtung, meinungsunterfütterte These!) wohl am ehesten eine große Koalition ohne Angie UND Gerhard sein…

  44. @Don Alphonso, was heißt hier Frankenbübchen, da Du Dich auf einen Satz aus meinem Kommentar beziehst gehe ich davon aus Du meinst mich!

    Deine Ausdrucksweise gegenüber den anderen politischen Lager ist klar und deutlich, Gerd ist klasse und der Rest ist doof. Bravo, Du bist also einer der 100% die auch sprach-/und argumentationstechnisch hinter Gerhard Schröder stehen.

    Nun aber mal zum Thema Frankenbübchen:

    a) entweder wolltest Du eine witzige Verbindung aus Frankfurt und Mainbube schaffen, was mit Franeknbübchen mäßig gelungen ist,

    oder

    b)Du hast keine Ahnung wo Frankfurt liegt und bist der Meinung es liegt in Franken(Bayern). Ist aber leider falsch, Frankfurt liegt in Hessen und der Main fließt durch Frankfurt! Die Stadt hat ihren Namen von Karl dem Großen (Adelsgeschlecht der Franken) der hier mit seinen Truppen eine Furt durch den Main zur Durchquerung nutzte!

  45. Helmut Schmidt wurde 1980 mit der kleineren SPD Fraktion Bundeskanzler. Also wo ist das Problem?

  46. Es ist schon erstaunlich, wie das Eintreten eines Wahlergebnisses, das zwar schlecht ist – sogar schlechter als bei der letzten Wahl -, aber nicht so schlecht wie erwartet, dazu führen kann, daÃ? nicht nur beim Führungspersonal, sondern auch bei den…

  47. Jörn: Richtig. Die SPD-Fraktion war kleiner als die Unionsfraktion. Aber größer als die der FDP. Schmidt hat nun mal mit der FDP regiert und nicht mit der CDU.
    Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen.

  48. @nordlicht: eh? Es ging um die Frage, ob die größte Fraktion quasi automatisch ein Anrecht auf die Kanzlerschaft hat – no more, no less.

  49. @ mainbube: Dann heul doch, Du misslungener Beutebayer. Passt zu Verlierern.

    Das mit dem „doof“ würde ich so nicht sagen. Aber wenn Du meinst, bitte.

  50. Don Alphonso, Du bist wie die Partei die Du hier vertrittst: Ein schlechter Verlierer!

    Außerdem hast Du was gegen Bayern, also bist Du auch noch ein innerdeutscher „Rassist“ ;-)

  51. Jörn: OK, hatte ich anders verstanden. Klar hat die größte Fraktion kein automatisches „Kanzlerrecht“. Das hatte ich aber auch nicht behauptet.
    Ich meine aber, daß bis jetzt immer die größere Fraktion innerhalb einer Koalition den Kanzler gestellt hat. Wie eben auch bei der sozialliberalen Koalition mit Schmidt.
    Schröder will aber Kanzler mit Schwarz-Rot werden, obwohl die SPD die kleinere der beiden Fraktionen stellt.

  52. BTW, Don, wo Du wieder da bist jetzt: Wo ist denn nun die „linke Gestaltungsmehrheit“? (Ohne PDS, wie gesagt.) Das würde ich schon noch gerne wissen.

  53. @ mainbube – ich nehme da obige teilweise zurück, ich hätte dein Posting genauer lesen sollen. Irgendwelche dahergelaufene Laberköpfe, die ernsthaft glauben, dass Frankfurt nach Karl dem Grossen benannt ist, dürfen sich mit voller Berechtigung ein paar Worte zur Umschreibung gewisser Intellektbegrenzung um den hals hängen.

    Ich habe durchaus Verständnis für politische Blindheit und weinerliches Prinzipienreiten, aber bei Angeberei mit erfundenen historischen Fakten hört der Spass auf.

    Als am 22. Februar 794 in einer Königsurkunde „Franconofurt“ genannt wird, existrierte dieser Ort erheblich länger, die Siedlungskontinuität seit der frühen römischen Eroberung ist belegt und der Name ist dann auch schon *etwas* älter. Die „Franken“ sind hier seit dem Sieg über die Allamannen, Anno 496/7. Also nix Karl der Grosse.

    Geh und lern Geschichte, da kann man auch was über Machtpolitik erfahren. Lesetipp: Prozess gegen Tassilo.

  54. „Ohne pds“ – das heisst jetzt „Linkspartei“, mit Verlaub. Du wirst gleich wieder heulen, wenn ich Dir sage, dass es auch Minderheitsregierungen mit wechselnden Mehrheiten geben kann. Und niemand kann der Linkspartei verbieten, für eine sinnvolle Politik zu stimmen. Und auf der anderen Seite sehe ich bislang nur eine rechte Nichtgestaltungsminderheit. Höhö.

  55. Don, du bist süß. Schwafelst von politischer Blindheit, während Dir Schröder die Augen zuzuhalten scheint. Ich bin entzückt.

  56. Ach Don :-) Habe ich mal irgendwo irgendwas von einer rechten/bürgerlichen/wasauchimmer „Gestaltungsmehrheit“ geschrieben?
    Ich glaube nicht. Aber Du hast was von einer „linken Gestaltungsmehrheit“ geschrieben. Und ich will jetzt wissen, wo die ist. Eine „Minderheitsregierung mit wechselnden Mehrheiten“ ist möglich, klar, hab ich auch nie bestritten. Aber das ist auch keine „linke Gestaltungsmehrheit“. Ich will nicht wissen, wo die „Nichtgestaltungsminderheiten“ sind (die sehe ich selbst auch), sodern wo Deine Gestaltungsmehrheit ist. Und zwar die, mit der Schröder regieren wird.
    Im Übrigen können wir uns gern auf Linkspartei.PDS einigen :-)

  57. Das mit Fraktion und Partei ist – denke ich – einfach. Man sucht, welcher Kanzler innerhalb einer Koalition die meisten Stimmen bekommt. Wenn es die SPD schafft, nur mit der CDU (ohne CSU) zu koalieren, wäre das Schröder. Wird aber kaum gehen. Könnte man höchstens noch als Alternative zu 4 Jahren Merkel einen Wechsel nach 2 Jahren vereinbaren (Model Isreal).

    Ein guter Verlierer zeigt sich bereits in der Art, wie er siegt. Nur für die „Ätsch, Verlierer“-Interpretation.

  58. so Don und Patrick, nun schüttelt ihr Euch bitte die Hände, geht beide wieder zurück in Eure Ecken, streckt Euch noch mal gegenseitig die Zunge raus und dann ist gut, okay?

  59. @Nico, na gut, ich lade Don mal zu einem Rundgang durch das historische Museum ein und dann wird er verstehen warum wir Frankfurter uns auf Karl den Großen als Namensgeber berufen!

    @Don: Wenn Du in Frankfurt bist, die Einladung steht!

  60. Schröder hat nicht “ Chuzpe bewiesen“. Er war ganz einfach betrunken. Wobe sich mir die Frage stellt, ob dies ein Ausrutscher gewwesen ist, in dem Sinne von einmal über den Durst getrunken nach großer Anspannung. Oder ob er regelmäßig zu viel trinkt. Dann wäre er allein schon deswegen für das Amt eines Bundeskanzlers ein Sicherheitsrisiko.

  61. ach ja, los, mehr unterstellungen.

  62. Wow, sie haben einen Alkoholtest beim Kanzler a m Wahlabend gemacht?
    RESPEKT!

  63. Nico nennt es Chuzpe, wie sich Schröder offensichtlich in der Elefantenrunde aufgeführt hat, ich nenne es erbärmlich.

    Korrektur: Es überrascht mich nicht wirklich als Auftritt. Denn es paßt sehr gut zu dem Bild, welches Schröder in der Vergangenheit ge…

  64. @haltungsturner. Äh, nur zur erinnerung: Schwarz ist größer als rot und gelb ist größer als grün.
    Das bedeutet mathematisch, dass schwarz/gelb auch größer als rot/grün sein muss. Wie du jetzt darauf kommst, dass das linke Lager größer sei, ist mir schleierhaft.

    Nein, halt: Du zählst die SED – verzeihung, die PDS – ach, ich meine die Linkspartei dazu.

    Wenn mich mein Gedächtniss jedoch nicht im Stich gelasse hat, haben sich alle – inklusive Gerhards Haufen (!) – gegen eine Zusammenarbeit mit den Linken ausgesprochen. Und nu?

    Naja, ist ja auch egal. Mathematische Spielchen hin und her. Wir werden hier eh nichts entscheiden können. Ist eh alles Stammtischgesülz.

  65. haltungsturner: full ack.
    Er braucht halt eine Mehrheit, und er will eine ohne PDS. Mal gucken, wo sie ist.

  66. Man kann es nicht mehr ertragen, wie der selbst ernannte Medienkanzler die Medien an den Pranger stellt. Erst sollten Bild, Bams und Glotze für die Steuerung Deutschlands ausreichen. Regt sich ein bißchen Gegenwind, gilt dies alles nicht mehr und den Medienvertretern wird kollektiv der schwarze Peter zugeschoben. Dabei haben doch gerade die meisten Zeitungen in der Woche vor der Wahl unisono von einem rot-grünen Aufschwung gesprochen. Schließlich verwundert es, wenn trotz der angeprangerten Unkenntnis der Medienvertreter und Demoskopen gerade die Überbietung dieser Fehleinschätzungen um 10% als „Wahlsieg“ gefeiert wird. Jemand müßte unserem selbstherrlichen Kanzler doch einmal mitteilen, daß er die Wahl verloren hat. Wer neues Vertrauen möchte und es anschließend in zunehmendem Maße verliert, hat die Konsequenzen daraus zu ziehen.

  67. Ein toller Kanzler. Ein Demokrat vom Schlage Hindenburgs, durch und durch. Bravo, Gerd.

    Wer braucht schon Mehrheit? Wer braucht überhaupt noch das Parlament? Je größer die Verwirrung, desto mehr Macht für den Kanzler. Wann kommen die Notstandsgesetze?

    Eigentlich ist es mir ja zu dumm, über die Gerd-Show noch weitere Worte zu verlieren. Deswegen nur ein Zitat:

    “ Es war die lauteste Stunde des Jahres, und nur jenem Nikolaus Brender, der die Würde des Amtes des Bundeskanzlers gegen Herrn Schröder verteidigte, ist es zu verdanken, daß sie nicht zur beschämendsten wurde.“

    Frank Schirrmacher

  68. Wenn die Diskussionen in Berlin auch nur ansatzweise so verlaufen wie diese hier, dann muss mensch echt Angst um Deutschland haben ;)

  69. Siehste mal, Nico, das hast Du vom Wahlblog: Jetzt breiten sich die Kommentarheulsusen auch noch bei Dir aus. Und zitieren Schirrmacher. Offensichtlich gab´s nicht genug 1-Euro-Jobs, um die irgendwo unterzubringen.

  70. Heulsusen sind natürlich immer die andern.

  71. Naja, ich bin mir gar nicht mal sicher, ob Nico mit allen Pöbeleien, die der geschätzte Don hier abgelassen hat, so glücklich ist…

  72. @Gerhard Schoolman,
    Scrhröder war nicht betrunken. Der war schlicht und ergreifend high. Wovon auch immer.

  73. Lieber Nico, wo Dein politisches Herz schlägt, wissen wir. Aber die Beurteilung von Schröders Verhalten fällt nun wirklich etwas einseitig aus. Du wirst sehen, von dem Mann lesen wir allenfalls noch Bücher.

  74. herzlich willkommen zu diesem thread, wenn auch leicht verspätet.

  75. Tja. Diese Prognose war wohl doch etwas gewagt :-)

  76. damit müssen wir jetzt leben.