03. Oktober 2005

Tag der deutschen Einheit

Heute auch in Feierstimmung? Trunken vor Freude sieht man überall, Land auf Land ab, glückliche Bundesbürger diesen Tag der deutschen Einheit feiern. Oder doch nicht?

Irgendwie ist dieser Feiertag typisch deutsch, deutscher geht es schon gar nicht mehr. Wir feiern nicht den Fall der Mauer, wie feiern eine Vertragsunterzeichnung. Oder auch nicht. Ich stehe diesem Feiertag ziemlich emotionslos gegenüber, freue mich aber, dass er dieses Jahr an einem sonnigen Montag nach einem Sonntag stattfand. Sicher, die Wiedervereinigung war klasse, gar keine Frage. Aber irgendwie schafft es dieser Feiertag nicht, mich zum Feiern zu bringen.

Den Mauerfall und die Monate danach habe ich aus sicherer Entfernung verfolgt, aber der Enthusiasmus, die Aufbruchstimmung, die zahlreichen Umwälzungen, all das kam auch bei mir an und hat mich ein Stück weit euphorisiert. Irgendwie habe ich das Gefühl, dass mit den Unterschriften unter dem Einheitsvertrag all dieses dann einschlief und fortan nur noch verteilt wurde, was es gab.

Für mich ist der Tag der deutschen Einheit eher der Tag der verpassten Chancen, weil es ein kurzes Zeitfenster gab, in dem viel möglich gewesen wäre in diesem Staat. Leider wurde das Fenster nicht genutzt und danach wurde das Dahindümpeln zum Feature erklärt, neben dem allgegenwärtigen Rummäkeln.

Dieses Feature-Set ist auch 2005 noch das Alleinstellungsmerkmal der Republik.

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Ich muss immer an den Singsang von Helmut Kohl denken, da kommt keine Feiertag auf.

u00c2u00bb dass er dieses Jahr an einem sonnigen Montag nach einem Sonntag stattfandu00c2u00ab

Ich muu00c3u009f sagen, ich wu00c3u00a4re irritiert, fu00c3u00a4nde er an einem sonnigen Montag nach einem Dienstag statt. ;-)