Webmontag-Nachlese

Nico —  8.11.2005

Gestern abend war nun das angekündigte Webmontag-Treffen im Hallmackenreuther, für das ich leider nicht allzu viel Zeit hatte. Einige Beobachter fragen sich vorsichtig irgendetwas und ich verstehe nicht, wo das Problem ist. Don erinnert ein wenig an Opa, der Geschichten aus dem Krieg erzählt: „Kinnings, es geht wieder los, da kommt sie, die fiese Dotcomblase, nehmt Euch in Acht, ich habe Euch gewarnt.“

I beg to differ, my dear.

Die Veranstaltung gestern war keine Hype-Show, bei der mit Buzzwords nur so um sich geschmissen wurde, sondern, wenn man so will, ein etwas zu gross geratener Stammtisch zu einem schwamming definierten Thema. Wir haben es Webmontag genannt. Von mir aus auch Web 2.0 als Oberthema, wenn man will auch „Was kommt demnächst? Was rockt jetzt? Was wäre mal cool, wenn man es hätte?“ Ein paar alte Säcke haben für einige Runden Kölsch gesorgt, man hat nett zusammengestanden und geklönt, dann gab es ein paar kurze Vorführungen und dann wurde weiter geklönt, auf neudeutsch gesocialized.

Ich war zwar nur kurz da, aber fand es sehr angenehm, viele intelligente und inspirierende Menschen in einem Raum versammelt zu sehen. Ich fand es erfrischend, dass im Gegensatz zu damals, nachm Krieg, als wir nix hatten, hier nicht das Marketingblabla an erster Stelle stand und gelackte BWL-Fuzzis irgendwas von Online-Strategien gefaselt haben, sondern Coder, User, Blogger und andere sich fröhlich über das Web austauschten.

Für mich ist Web 2.0 kein Hype, sondern ein Schlagwort, das ausdrücken soll, was in den letzten 12 Monaten passiert ist und was in den nächsten Monaten und Jahren kommen wird. Da wird einiges niemals realisiert werden. Aber das macht nichts, weil daraus wieder neue interessante Ideen entstehen werden. Einige Leute werden Cash bekommen für irgendeinen Unfug, während andere jeden Euro zweimal umdrehen müssen, damit ihre 2-Mann-Klitsche mit einem coolen Produkt halbwegs vorankrebsen wird. So ist das nunmal, das war nie anders. Aber, was ich wichtig finde, ist, dass wir uns austauschen, dass wir gemeinsam an Ideen arbeiten und diese voranbringen. Der informelle Charakter der Veranstaltung trägt dazu bei, dass hier interessante Gedanken ausgetauscht werden und sollte dringend so beibehalten werden. Der nächste Webmontag kommt bestimmt, vielen Dank an Tim für die Initiative.

7 responses to Webmontag-Nachlese

  1. Aber nein, ich finde Web2.0 wirklich Klasse, das wird sicher ganz gross in den Medien und viele werden ihren Spass daran haben, besonders meine Wenigkeit, weil es mit einem Schlag eine ganze Menge Druck wegnimmt von der Blogosphäre mit all den Monitoring-Freaks und den Überwachern und den Beraterfritzen – die werden alle abwandern, allein schon wegen der dollen Synergien und den netten, in der Einladung veröffentlichten Buzzwords. Prima! Supi! Es stört hoffentlich keinen, wenn ich irgendwo mit dem Fernglas liege und das Ganze aus sicherer Entfernung betrachte. höhö.

  2. Volle Zustimmung. Nur das »paar alte Säcke« ist irgendwie unnötig. Da kann man sich ja schon etwas netter bedanken, oder?

  3. die beiden alten säcke wissen, wie das gemeint ist. :)

  4. Im traditionellen social networking hier in old germany oder am besagten Stammtisch war lange vor Web 2.0 der „Alte Sack“ ’ne beliebte und weit verbreitete Spielart sozialer Anerkennung. Die Chance auf den Titel hat trotz aller anti-aging-Therapien und DNS-Jungbrunnen schliesslich jeder mal :) Also mir hat’s riesig Spass gemacht mit all den „alten säcken“ und „jungen Schnöseln“. Die Präsentationen fand ich erfrischend und überwiegend professionell moderiert, meinen Dank dafür und natürlich auch Dank an Tim für Organisation und Gesamtmoderation.

    Genial wie sich auf diese Art motivierte Leute schnell zusammenbringen lassen! Bezogen auf Geschwindigkeit und Qualität der Organisation können sich da einige gut bestallte und teuer bezahlte Event- und Marketing-Manager/Agenturen echt eine Scheibe abschneiden. (@Tim: Das hätten wir uns in unseren nächtlichen Burger-King Sessions an der A3 im Frühjahr nicht so vorstellen können, oder?)

    Irgendwie ist das mit den Web2.0 Technologien und den sie einsetzenden Leuten m.E. bezogen auf das Arbeitsleben (oder auch Arbeits-Nichtleben) so etwas wie eine echte Opensource-Bewegung (mit all den Risiken die in Opensource-Ansätzen natürlich auch drin stecken). Die Verwischung der zeitlichen und örtlichen Trennung von Beruf/Privat wird damit weiter zunehmen, was mir altem Sack (da langjährig tradierte Gewohnheit) irgendwie auch schwer fällt (vorgestern Abend war das aber total easy für mich ;-).

    Für die Zukunft von Webmontag wäre es m.E. empfehlenswert, inhaltlich engere Ausschnitte aus dem Web2.0 Thema abzugrenzen. Bezüglich des informellen Charakters der Veranstaltung stimme ich Nico voll zu. Werde auch gern wieder dabei sein und Nico gibt mir einen aus :)

  5. Schön zusammengefasst. Mein Vorschlag zum Webmontag: Weniger Frontvortrag, evtl. Poster und kleine „Stände“ und über Deutschland verteilt die Veranstaltung anbieten.

  6. Oliver, ich kenne Nico einfach zu lange … und weiss wie es gemeint ist ;) – irgendwie liegt das an seinen Hormonen …

  7. Web 2.0. Der Kommentar der meinen Tag machte.