Anruf-Anzeigen

Nico —  29.11.2005

Google testet gerade ein neues Werbeformat, das die Eingabe der Telefonnummer erlaubt, damit dann der Werbetreibende direkt mit dem möglichen Kunden in Kontakt treten kann. Bei Greg Yardley gibt es einige Screenshots dazu.

Das ist natürlich ideal für Firmen, deren Websites bislang vernachlässigt wurden, denn für diese Werbetreibenden war es bislang schwer, über Online-Werbung mit dem Kunden in Kontakt zu kommen. Google schliesst damit eine Lücke und führt auch diesen Werbetreibenden hochwertige Kontakte zu. Dafür bekommt Google natürlich etwas mehr Geld als für normale Anzeigen, übernimmt aber auch die Telefonkosten.

Das ist die eine Seite der Medaille. Die andere ist, dass ich a) davon ausgehe, dass bei dem Anruf irgendwelche Telefonsysteme auf mich warten, die mich durch ein nerviges Menü führen, was dann zum Abbruch der Kommunikation meinerseits führt, dass b) irgendwelche Scherzkekse dort Rufnummern eintragen, dass c) die Messung der Performance jetzt wieder einen „menschlichen“ Faktor bekommt und Abverkaufsraten nicht mehr wie gehabt getrackt werden können, und dass d) die gesamte Werbeschaltung für den Werbetreibenden teurer wird, da man jetzt nicht mehr alles automagisiert über die Website laufen lassen kann.

Andererseits wird die Ruf-mich-an-Werbung schon seit Jahren nachts auf verschiedenen TV-Kanälen genutzt, wenn auch etwas anders…

2 responses to Anruf-Anzeigen

  1. „We won?t share your telephone number with anyone, including the advertiser. When you?re connected with the advertiser, your number is blocked so the advertiser can?t see it. In addition, we?ll delete the number from our servers after a short period of time.“

    naja…das kann man auch nehmen wie mal will! Ich meine, es ist ja Gang und Gebe, daß Daten von Usern im Netz kursieren und zu Werbezwecken weitergegeben werden, aber ich weiß gern genau, wem ich meine Daten zukommen lasse und wozu! Und ich bestimme auch gern selber, ob sie weitergegeben werden sollen oder nicht.

    Wenn´s primär für einen „Guten Zweck“ ist, dann hab ich nix dagegen, das meine Daten verwendet werden. Hab mich heute gerade bei cokefridge.de eingeloggt und weiß, daß es um die SOS-Kinderdörfer geht.

    Aber es wird andererseits auch viel „Schindluder“ damit betrieben. Naja, wie Du schon geschrieben hast – es gibt immer zwei Seiten einer Medaille.

  2. Ok, jetzt schreibt sogar schon Nico Lumma über Googles neueste Werbe-Idee. Die ist an sich zwar nicht neu. Aber Dank der Targeting-Funktion in AdWords könnte sie so richtig erfolgreich werden.