Weg frei für Vorratsdatenspeicherung

Nico —  14.12.2005

Das Europa-Parlament hat eben gerade mit 378 Ja-Stimmen beschlossen, dass eine EU-weite Vorratsdatenspeicherung eingeführt wird. 6 Monate lang sollen alle Verbindungsdaten mindestens gespeichert werden, wobei Polen allerdings ankündigte, die Daten für bis zu 15 Jahre zu speichern.

Gerüchten zufolge soll künftig unter api.vorratsdatenspeicherung.de jedem Bürger die Möglichkeit gegeben werden, alle seine vergessenen Telefonnummern und Kontaktdaten der letzten Monate wieder herauszufinden. Wer mag, darf das dann mit der Amazon-API verknüpfen und findet noch gleich das passende Buch dazu, oder bekommt beim Autovermieter der Wahl Rabatte für eine Fahrt zu den Leuten, mit denen man am meisten Kontakt hatte, sei es Telefon, SMS oder Email. Praktisch sowas, und über die Affliate-Links verdient der Staat mit.

6 responses to Weg frei für Vorratsdatenspeicherung

  1. …die gesamtgesellschaftliche und politische Entwicklung derzeit viel zu stark belastet um groß darüber zu bloggen, hier stellvertretend für einen eigenen Artikel über Vorratsdatenspeicherung der Hinweis auf Nico Lummas kurzen und zynischen Beitrag.

  2. Grossartig, da freue ich mich ja. Zumindest sind es „nur“ 6 Monate, und nicht die angedrohten zwei Jahre. So, und jetzt entschuldige mich, ich muss meine Kotztüte suchen gehen… :(

  3. Lieber Dirk ich fürchte du irrst. Es ist hier und war auch sonst immern die Rede von *mindestens* 6 Monaten. Und bis zu 2 Jahre….

  4. Mit dem Recht auf informelle Selbstbestimmung wären eine Gesellschaftsordnung und eine diese ermöglichende Rechtsordnung nicht vereinbar, in der der Bürger nicht mehr wissen könnte, wer, was, wann und bei welcher Gelegenheit über sie weiß. Wer unsicher ist, ob abweichende Verhaltensweisen jederzeit notiert und als Information dauerhaft gespeichert, verwendet oder weitergegeben werden, wird versuchen, nicht durch solche Verhaltensweisen aufzufallen. Wer damit rechnet, dass etwa die Teilnahme an einer Versammlung oder einer Bürgerinitiative behördlich registriert wird, und dass ihm dadurch Risiken entstehen können, wird möglicherweise auf eine Ausübung seiner entsprechenden Grundrechte verzichten.

    Sagte mal Ernst Benda, einer der Richter, die in den 80er Jahren mal die Volkszählung gekippt hat.
    Quelle

  5. Es wird im Internet wieder geweint und zähnegeklappert: hier, hier und hier.Wo ich doch vor einigen Tagen schon mal auf ein altes, aber gutes Sprichwort zu Sprechen gekommen bin, hier noch eins: „Wer Wind saeat, wird Sturm ernten“. Das gilt für viele Be…

  6. Wir haben ja nichts zu verbergen und es wird natürich nur zur Verfolgung von Terroristen verwendet, is klar.

    Überwachungsstaat is back, nur diesmal nich nur Landesweit, sondern Europaweit.

    Aber man muss das alles positiv sehen:

    “Gerüchten