Die angeblich schönsten Vornamen

Nico —  19.12.2005

Momentan entsteht bei uns gerade Kind 2.0, Arbeitstitel Jabjop (für unsere Tochter heissen derzeit alle Babys Jakob), und wir versuchen gerade, uns auf einen Vornamen zu einigen. Daher hat meine Frau bei Amazon das Buch Die schönsten Vornamen, herausgegeben von Dietrich Voorgang, erstanden, bzw. erclickt. Laut Amazon ist dies ein Buch für Vornamen aus dem nordischen Sprachraum und auf dem Umschlag heisst es: „Mit diesem Buch führt die Namenswahl zum Ziel und macht obendrein Spass!“ – da hätten bei uns die Alarmglocken schrillen müssen. Mal abgesehen davon, dass es wenig Sinn macht, Vornamen für Jungs und Mädchen gemeinsam aufzulisten, hat dieses Buch bewiesen, dass an dem Herausgeber ein grosser Satiriker verloren gegangen ist. Teilweise dachte ich aber auch, ich bin in einem Buch über arische Vornamen gelandet.

Mal ein paar der schönsten Vornamen, die mir so spontan ins Auge gefallen sind:

Rutbert
Bodomar
Renatus
Chrysantus
Godelewa
Polyxenia
Ortolf
Volkhild
Arbogast

Besonders gut fand ich diesen Zusatz zu Adolf: „in den 30er Jahren des 20. Jh. wurde Adolf Hitler als Namensvorbild gewählt und nach dem Zweiten Weltkrieg wird der Vorname in Deutschland gemieden“ -ach, wie überraschend. Aber auch der Hinweis bei Answald war bezeichnend: „bekannter ist die jüngere Form Oswald“. Jünger? In welchen Zeitkategorien wird hier gedacht?

Zusammenfassend muss ich sagen, dass ich gut gelacht habe, aber ein halbwegs benutzbarer Vorname, bei dem das Kind ohne Langzeitschäden die Schulzeit übersteht, ist in diesem Buch nur schwer zu finden. Als Test fungiert immer die Vorstellung, man sei bei IKEA und hört wie der Name ausgerufen wird. „Der kleine Ruthard möchte bitte aus dem Småland Kinderparadies abgeholt werden“ geht schon mal gar nicht.

20 responses to Die angeblich schönsten Vornamen

  1. Mein Favorit ist ja Polyxenia. Hat was technisches, schlaues allerdings auch etwas steriles. Wenn ich es mir recht überlegen, passt dieser Name ist eine Welt, wie sie in dem Film „Gattaca“ dargestellt wird. Aber Aswald…

  2. Jaja, sehr lustig…

  3. Ich habe gerade mal nach dem Autor gegoogelt. Leider fand ich nur einen Testbericht zu dem Buch bei ciao.com. Dort wurde das Buch in den allerhöchsten Tönen gelobt. Was ich nach der Auslistung der schönsten und schrecklichsten Namen nicht nachvollziehen kann. Allerdings gab es auch nur EINEN Testbericht ;-) hier gefunden

  4. Sehr kreative Sachen dabei … Ich wollte unser Kind 2.0 ja ‚Blogger‘ nennen und hatte mit einer Spende von Google gerechnet … Aber nö, Frau wehrt sich und beharrt darauf es nicht Google, Ikea, Moet oder so zu nennen. Wie spießig :o)

    Aber vielleicht kann ich sie ja von ‚Polyxenia‘ überzeugen. Das klingt einfach zu genial, auch wenn man damit wahrscheinlich – trotz Büchlein – am Standesbeamten als vorerst einmal höchste Instanz scheitern wird …

  5. Kindernamen haben bei uns zwei Grundkriterien zu erfüllen:

    1. Man muss ihn einfach brüllen können, denn im Prinzip macht man die ersten Jahre kaum etwas anderes, als den Kindern hinterherzurufen. Wer sein Kind Natalie o.ä. nennt wird dieses schnell bereuen.

    2. Nur keine Experimente. Bekannte von uns haben ihr Kind Cilian genannt. Das ist zwar Extravagant, geht aber innerhalb kürzester Zeit auf den Keks, weil man jedem zu erklären hat wie sich der Name schreibt. Kommt noch ein nicht so einfacher Nachname hinzu liegen die Nerven schnell blank. Genauso sinnlos ist es m.e. dem Kind einen Namen zu geben, um es später nur Kosenamen (z.B. Olli) zurufen.

  6. Als bei uns Sohn Nr.1 10 Wochen zu früh geboren wurde, wir schleunigst einen Vornamen brauchten und der werte Erzeuger mit „Aristoteles wäre mein Traum“ ankam, griff ich in höchster Not auf den katholischen Tischkalender meiner Mutter zurück und konterte mit „Wenn du das noch mal sagst, bestehe ich auf Trudbert“

    Weil wir es eilig hatten (Kind lag mit „Knabe“-Schildchen im Inkubator), wurde es dann Julian. Wenn ich gewusst hätte, wie viele Julias es gibt, hätte ich allerdings für etwas anderes votiert.
    Sohn Nr 2 hieß dann Vincent und das ist in ordnung (obwohl in Wien alle glauben, dass er Vinzenz heißt und man erst Van Gogh als Trumpf aus dem Ärmel ziehen muss)

  7. Ich weiß nicht. Ich finde für Jungen gibt es nicht wirklich schöne Namen. Für Mädchen gibt es da einfach eine größere Auswahl an schönen Namen. Gerade erste gelesen: Vittoria (nicht Victoria), oder Anjali etc.

    Meine Mutter hat einen Faible für seltene Namen: Denny (me), Vanessa (war damals sehr selten) Manja. Oder meine Schwester hat sich für ihr erstes Kind „Sheela Lou Lou“ ausgedacht. Ich werde die Tradition mit Sicherheit fortführen :-)

  8. Wenn es um nordische Namen mit Sponsorenpotenzial geht, würde ich mir mal Ültje (für Mädchen) und Trill (für Jungen) überlegen.

  9. Polyxenia finde ich auch ganz gross. Das mal auf dem Klingelschild später: Polyxenia Lumma. Ein wahrer Traum! :)

  10. viele thumbs up auch von hier für polyxenia. :-)

  11. Was ist eigentlich die männliche Version von Volkhild? Volksheld?!

    (Ich weiß, der war jetzt platt.)

  12. „Polyxenia Lumma“ – pro! :-)

  13. ey, das ist hier kein vornamenfindewettbewerb…

  14. Wenn du das Kind schon mit 2.0 titulierst, dann gib ihm doch nur eine URI (mit euch als Root-Element) und lass die (Namens)-Nutzer das Kind mit Tags versehen. Das spiegelt dann den Kontext auch wieder, im Kindergarten kriegt es vermutlich andere Tags als von der Oma. Da kann man dann Cluster bilden (z. B. mit dem Kind von Don Alphonso, hihi).

  15. Danke, danke. Ich habe gerade Tränen gelacht.

    Wenn Ihr so weitermacht, wird das ja wirklich was mit dem Lummaland – zwei Kinder sind schonmal eine gute Basis. ;-)

  16. Sowieso ein K.O.Kriterium: Ob vorname.de noch frei ist.

  17. habt ihr alle nix zu tun?

  18. Polyxena ist aber eine mir sehr liebe tragische Heldin, nicht zu doll lachen (aus der Ilias).

    Ist denn mein Name dabei: Silja? Echt nordisch. Müßte eigentlich drinstehen. Als Kind fand ich ihn furchtbar (häh, heißt dat nich Silllwia?) aber heute finde ich ihn gut. Es gibt nicht allzuviele, mit denen ich verwechselt werde. Also Mut zum seltenen Namen.

  19. Ich empfehle Dir das Spiel „Wir sind schwanger“ von Amigo. Kostet ca. 10,- Euro und man kann das ganze spielerisch angehen.

  20. „Arisch“ entstammt dem indischen oder indo-germanischen und heisst soviel wie „Edel“.

    Wenn ein Buch also „arische Vornamen“ enthält, dann finde ich das nicht so schlecht. Schließlich handelt es sich dann ja um „edle Vornamen“.

    Ein Verknüpfungs-Tipp für „germanische“ Vornamen (Dort werden die Vornamen ins Hochdeutsche übersetzt):

    http://www.runenkunde.de/vornamen.htm#m%C3%A4nn

    Also weiter „arisch“ denken und „arisches Blut“ weitergeben. In der Bedeutung „edel denken“ und „edles Blut“ weitergeben.

    M.a.G.

    Ja das sollte jetzt „Mit arischem Gruß“ heissen.

    (Jeder sollte die Vornamen seiner Rasse (längsten Herkunft) gemäß wählen. Dann gibt es natürlich noch den Unterschied zwischen arischen Vornamen und eher „gemeinen“ Vornamen.)