22C3: Hacking Data Retention

Nico —  27.12.2005

Brenno de Winter hat seine Überlegungen zum Thema Vorratsdatenspeicherung vor allem darauf ausgerichtet, wie man anhand Nutzung anderer Kommunikationswege an der Massenspeicherung von Verbindungsdaten vorbei kommen kann. Grundtenor ist, dass die Datenmengen so riesig sind, dass es schwer wird, aussagekräftige Profile zu erzeugen, sondern dazu führen wird, dass wegen der Vorratsdatenspeicherung Leute in den Fokus der Behörden geraten, die einfach nur ihre Datenspuren hinterlassen haben, allerdings ohne kriminelle Absichten.
Nette Zahl am Rande: der holländische Provider xs4all hat mal 2 1/2 Monate lang mitgezählt, wieviele Pakete so anfallen. Zur Speicherung sind läppische 47.000.000 CDs nötig.
Nach dem Vortrag kam die Frage: „Was kann man gegen die geplante Vorratsdatenspeicherung machen?“ und die Antwort war: „Nix. Das ist bereits Gesetz.“ Das gab durchaus lange Gesichter. Vorratsdatenspeicherung ist selbst in den USA nach 9/11 nicht durchgesetzt worden, wohl aber in der EU.

3 responses to 22C3: Hacking Data Retention

  1. Ich frage mich bei der Menge, wer all die abgehörten Daten, Stimmen und Bewegtbilder in Echtzeit monitoren, analysieren und auswerten will. Geschweige denn anschliessend „Massnahmen“ zu ergreifen. Da würde die gesamte Bevölkerung ja gar nicht ausreichen … Nicht einmnal für den Bruchteil der Menge. Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren …

  2. Aber es geht ja noch weiter. In Niedersachsen sollen zusammen mit der Einführung des Digital-BOS-Funks „bunte“ Leitstellen gebildet werden. Also Feuerwehr, Retttungsdienst und Polizei in einer gemeinsamen Leitstelle. Trennung von Landesaufgaben (Polizei) und kommunale Aufgaben (Feuerwehr) – Pustekuchen. Datenschutz? Eh egal.

    So wird bei Rettungsdiensteinsätzen dann immer die Polizei informiert werden. Wenn der Anrufer sagt, sein Kumple sei umgekippt, wahrscheinlich wg. illegaler Drogen ist die Infromation für den Notarzt von Bedeutung. Die Polizei kann gleich mitfahren und den Anrufer und den Kumpoel noch auf der Krankentrage festsetzen und schnell mal eine Hausdurchsuchung organisieren. Das ist für Ümich eine weiterer mosailstein zum Überwachungsstaat.

  3. Seit gestern findet in Berlin der Kongress des Chaos Computer Clubs statt. Der Kongress spricht viele Punkte an, über die sich viele Menschen keine Gedanken machen und über die man im Zuge der allgemeinen Technologieeuphorie nicht spricht.

    Insbe…