Digitaler Lebensstiltag revisited

Nico —  27.01.2006

Der Digital Lifestyle Day 2006 ist vorbei und ich bin nur noch ein Schatten meiner selbst. Zu wenig Schlaf und dann noch eine ordentliche Erkältung lassen mich gerade ordentlich auf die Tastatur niesen. Zusammenfassungen zum DLD 06 gab es vielerorts zu lesen, daher hier nur ein paar Eindrücke.

Die Veranstaltung war ziemlich gut organisiert, es gab viele interessante Redner und viele verschiedene Themen, die im Laufe der zwei Tage angesprochen wurden. Burda hat es wirklich verstanden, hier viele grosse Namen zusammenzubringen, und einige kleine noch dazu (auf einem Panel z.B. Thomas Middelhoff und Thomas Madsen-Mygdal, klasse Kombination). Allerdings hatte man den Eindruck, dass noch nicht alle das digitale Lebensgefühl bereits verinnerlichen wollten. Nicht nur gab es von Veranstalterseite jede Menge nett gemeintes Altpapier (u.a. ein Büchlein mit allen Rednern, Fotos, und wasweissichnichtnochalles), dafür aber ein kaum benutzbares WLAN und nur vereinzelt einige Steckdosen, sondern auch das Publikum wirkte überwiegend eher so, als wolle man sich vorsichtig diesem neumodischen digitalen Krams nähern. Das sind allerdings auch eher nur die Rahmenbedingungen bei so einem Event, viel wichtiger sind die Leute, die man in Gespräche verwickeln kann. Ich habe viele gute Gespräche geführt, einigen Leuten mabber gezeigt, sehr gute Anregungen bekommen, und wurde einmal im Vorbeigehen mit „mehr Dönerstage!“ angesprochen. So lernt man seine Leser kennen und wird gleichzeitig über das Alleinstellungsmerkmal des Blogs informiert.

Zu den Vorträgen und Panels kann ich nicht wirklich so richtig viel sagen, da ich viel Zeit genutzt habe zum networken, wie man das so schön sagt, oder um ein wenig im Fatboy Beanbag zu lümmeln und die Daheimgebliebenen im Büro per mabber auf Trab zu halten. Interessant war für mich der Gegensatz zwischen dem Panel zu Innovation und dem zu The Next Big Thing. Einmal eine Handvoll angestellter Germanen, einmal zwei Amerikanerinnen und ein argentinischer Unternehmer. Erstere waren sich überaus einig, dass Innovation gut sei, viel mehr habe ich da nicht mitbekommen. Letztere haben einige Ideen in den Raum geworfen, wo denn in den nächsten Jahren noch viel Neues und das nächste grosse Ding zu finden sein könnte. Dazu gehörte das Handy (nicht jeder kann sich ein Computer kaufen) und der Gesundheitsbereich. Grundsätzlich habe ich da einen Gegensatz gesehen, dass nämlich bei letzteren durchaus eine Vision zu spüren war, während erstere nur fröhlichen Platitüdensalat von sich gaben.

Ansonsten herrschte Friedefreudeeierkuchen und alle waren glücklich und zufrieden und es wurde nicht allzu viel hinterfragt oder kritisiert. Ausnahme war hier Anina (deren Rolle als bloggendes von Nokia gesponsertes Model, die ich jedenfalls noch nie in einer der in dieser Wohnung zu lesenden Frauenzeitschriften, und das sind mehr Titel als ich mir merken könnte, wiedererkannt habe, durchaus auch mal von einigen Leuten hinterfragt werden könnte, zumal sie ständig auf irgendwelchen Konferenzen mit Floskeln glänzt), die Frau Meyer von Google die Frage stellte, wieso man als User nicht in der Lage ist, selber die Inhalte zu bestimmen, die über die eigene Person zu finden sind. Interessante Frage, aber eine Antwort gab es nicht wirklich, der Google Avatar in Aktion.

Angenehm fand ich Herrn Burda, der ziemlich begeistert schien von dem, was an diesen beiden Tagen so ablief und ein ehrliches Interesse an den Teilnehmern und den Ideen an den Tag legte. Merkwürdig fand ich, wie jemand auf die Idee kommen konnte, einen Hörbuchdienst „claudio“ nennen zu können, garniert mit dem selten dämlichen Spruch „ich les audio – mit claudio“. Nett waren die Actimel-Kühlschränke, aber geholfen hat mir die Einnahme dieser Drinks auch nicht. Cool fand ich die Visitenkarte vom XBOX-Pr-Chef, der neben seinem Namen auch gleich noch seinen Nickname gesetzt hatte. Lässig war der Spa-Bereich im Bayerischen Hof, wo die Party stattfand, nur draussen auf der Dachterasse war es ein klein wenig zu kalt für mich. Dafür entschädigte der Blick über die Dächer Münchens hin zu dieser einen Kirche schon ziemlich.

Die DLD Karawane ist jetzt nach Davos weitergezogen. Bleibt abzuwarten, wieviel von den Ideen und dem Schwung, der von diesen Tagen ausgehen sollte, in den Köpfen der Besucher hängen bleibt und in diesem Jahr umgesetzt werden wird. Mal sehen, wieviel Burda im Sinne von pratice what you preach auch selber umsetzen mag oder kann.

Der DLD 06 war ein gelungener Start in das Jahr 2006. Es wird noch einiges passieren.

4 responses to Digitaler Lebensstiltag revisited

  1. merci nico für diese zusammenfassung des versäumten.

  2. Nico, mabber kannst du mir auch gern erklären, ich hätte da dringenden Bedarf! Hängt ihr auch ein Interface für Skype-Chat mit rein? Wann kann ich als alpha-user mitmachen?

  3. Die DLD06-Seite machte unaufgefordert Krach – fehlen noch Zappelgifs und es sind die wesentlichen Fehler von DLD96 zusammen.