Bürgerrechtler warnen vor Googles neuer Desktop-Software heisst es bei heise.de und was muss ich lesen: die Electronic Frontier Foundation meldet Bedenken an. Richtig so.
Aber: warum sagt aus Deutschland niemand etwas dazu? Ist das hier egal? Was sagt der oberste Datenschützer? Was sagen die Verbraucherschutzzentralen? Die paar Grünen? Die SPD? Der CCC?
Ich bin eher nicht so der Regulierungsfanatiker oder Paranoiker, aber merkt niemand, dass hier eine Handvoll kommerzielle Unternehmen mehr Daten sammeln können und wollen als man sich das damals in seinen kühnsten Volkszählungsalpträumen hätte ausmalen wollen? Nicht alles, was technisch machbar ist und einem evtl. das Leben vereinfacht, ist auch letztendlich sinnvoll. Den Verlust der Privatsphäre hat in diesem Fall zwar jeder selbst zu entscheiden, aber ich glaube wirklich, dass hier die gemeine Öffentlichkeit an sich noch mehr informiert werden sollte über die Implikationen, die derartige Tools mit sich bringen können.
Ich rede hier nicht davon, dass man Reisepläne odr Dönerfotos veröffentlicht, sondern komplette Festplatten von anderen durchsuchbar macht und dann auch noch die Indizes ausserhalb des eigenen Zugriffsbereiches ablegen lässt. Hier ist nicht nur die kommerzielle Verwertung der Daten, sondern vor allem der schnelle Zugriff auf die Daten durch Regierungen, in diesem Fall sogar einer Regierung eines anderen Landes, durchaus als Problem anzusehen.
Ich fordere eine breite öffentliche Diskussion über die Ausgestaltung des Internets as we know it, von mir aus auch bei Frau Christiansen und auch mit der Frage “was war das für ein Gefühl?” bei Herrn Beckmann. Aber der Diskurs, der Mitte der 90er mal angefangen wurde und mangels Masse der Netznutzer völlig einschlief, der muss fortgeführt werden. Aber das nur am Rande. Ich gebe ab zur fröhlichen Profilgenerierung und fahre nachher vermummt nach Hause.
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