Ächzen und Nölen an der Blogbar

Nico —  15.02.2006

Ich habe länger darüber nachgedacht, ob ich das aktuelle donalphonsische Erzeugnis zum Thema Röcheln und Stümpern im Blogbiz noch einmal aufgreifen soll. Nun mache ich es doch.

Es geht mir weniger um das Thema, ob das Reiseblog von Weg.de nun ein tolles Blog ist, oder nicht. Ich denke mal, dass ich ganz gut beurteilen kann, wie die Kollegen in München arbeiten und welchen Stellenwert das Blog dort mittlerweile einnimmt. Man kann durchaus geteilter Meinung sein, ob das Blog nun gut ist oder nicht, ist eben Geschmackssache.

Es geht mir eher um den Themenbereich Professionalität im Zusammenspiel mit den donalphonsischen Ansprüchen. Beim Lesen der donalphonsischen Traktate werde ich das Gefühl nicht los, dass zum einen das donalphonsische New Economy Trauma noch nicht verarbeitet wurde. Der Autor trägt hier sehr viel emotionalen Ballast mit sich herum, der seine Sicht auf die Dinge durchaus beeinflusst und ihn verhärmt wirken lässt. Beim Reizwort Praktikant werden sogleich Geschichten aus dem letzten Jahrhundert erzählt und vor Exzessen gewarnt.

Zum anderen wird klar, dass Blogs nur dann professionell geführt werden dürfen, wenn sie nicht professionell sind. Sind sie aber unprofessionell, dann kollidiert das mit dem Anspruch, dass professionelle Blogs auch professionell gemacht sein müssen, um als professionelle Blogs dem guten amateurhaften Blog nahe zu kommen. Catch 22 ist nichts dagegen.

So, ich verrate jetzt mal ein Geheimnis: ich lese das Reiseblog nicht regelmässig und bin auch erst einmal mit weg.de in Urlaub gefahren, obwohl weg.de zu unserer Firmengruppe gehört. Das hat einen Grund.
Ich mache anders Urlaub als viele Millionen Deutsche, für die Weg.de als Reiseplattform und auch das Reiseblog gemacht wurden. Ich bin nicht so sehr die Zielgruppe wie der gemeine deutsche Pauschaltourist an sich. Das ist nichts schlimmes, zeigt aber auch, den Anspruch, den Weg.de und das Reiseblog haben. Es geht nicht darum, bayerische
Renovierungsexzentriker als Leser und Kunden zu gewinnen, die ihren Urlaub indivuellst gestalten wollen.

Fassen wir also einmal die donalphonische Kritik zusammen:

1. da arbeiten Praktikanten
2. ich war bei der New Economy dabei
3. ich habe andere Ansprüche
4. professionelle Weblogs sind ein unauflösbarer Widerspruch in sich, es müssen alle kündigen, um danach auf geringem finanziellen Niveau ein auf geringem Aufmerksamkeits-Niveau erfolgreiches Blog zu führen
5. wenn mich mal jemand machen lassen würde, dann könnte ich alles besser, aber irgendwie fragt mich niemand
6. deswegen bin ich der grantelnde Kritiker
7. siehe 1.

Nächste Woche widmen wir uns dem ganz eigenartigen Verständnis von RSS.

12 responses to Ächzen und Nölen an der Blogbar

  1. Ali El Masri 15.02.2006 at 14:11

    Denk daran: Jedes Mal, wenn Du auf einen Troll reagierst, stirbt irgendwo ein kleines Kätzchen.

    Aber wenn schon, denn schon: Was ist denn mit Herrn Meyer und seinem Verständnis von Quelltext. Oder API.

  2. 8. Don Alphonso winselt noch immer nicht um Erlaubnis bei Papa Lumma, wenn er seine Meinung vertritt. Auch wenn Papa Lumma das nach eigenen Worten gern hätte.

    9. Gefälligkeitsschreiben wie das von Mario Sixtus für Mabber bei heise.de sind von mir nicht zu erwarten, manche New Economy Veteranen haben trotz allem ihre Integrität bewahrt.

    10. darfst Du aber trotzdem mal erklären, was denn bitte an dem Ding gut sein soll. Und welche Gruppe damit erreicht werden soll, und wie sowas funktionieren kann. Das Peinliche an einer Reihe von auf Blogg.de gehosteten Blogs ist ja, dass es mit Dir jemanden gibt, der es kann – nur die Ergebnisse sind dann immer so, als hätten alle von der SZ bis weg.de Blogg/Lumma.de als CMS begriffen, und nichts, wovon mal das erst mal lernen kann, was das bedeutet: Bloggen. Oder von mir aus auch Kundenansprache.

  3. Ach so, und: Der Link zum eigentlichen Artikel geht nicht.

  4. nee, Don, Du kannst gerne Deine Meinung vertreten, dafür sind diese Blogs ja da. :)

    Desweiteren irrst Du, wenn Du meinst, dass die von Dir angesprochenen Blogs nicht funktionieren würden. Sie sprechen eine Reihe von Leuten an, nur eben dich nicht.

  5. „Auch habe ich noch auf keiner Blog-Lesung vorgetragen oder wurden Beiträge aus meinem Blog vertont.“

    Oh je. Nachher weine ich mal eine Runde. Echt.

  6. hmm, ich sollte auch mal ne lesung machen.

  7. So mancher Blogger nimmt sich selbst zu wichtig.

    Und wer sich jetzt angesprochen und zu einer Stellungnahme genötigt fühlt, darf nicht vergessen: getroffene Hunde bellen.

  8. Matze: in dem Fall sind alle Blogger ständig getroffen?

  9. Au ja! Nico Lumma liest Weg.de!

    Und wenn das nichts hilft, liebe Leute vom Reiseblog, dann müsst ihr halt auf alles schimpfen was ihr nicht versteht oder mögt. Am besten noch wahllos irgendwelche Leute beleidigen.
    Hilfreich ist auch sich ganz komische Wörter ausdenken (z.B. Reis-e … hihihi) das Wort möglichst die nächsten 10-15 Jahre immer wieder benutzen.
    Ganz wichtig ist es auch sich eine Hass-Zielgruppe zuzulegen. Lokführer oder Flugzeugkapitäne vielleicht.
    Zu guter letzt schlagt noch vor das Nico Lumma für euch schreibt. Denn der kann das so gut, dass ich mich jetzt dazu berufen gefühlt habe hier einen Kommentar zu schreiben. Wollte ich eigentlich gar nicht, mache ich aber trotzdem.

    So geht Premium-Content. Olé!

  10. Ali El Masri 15.02.2006 at 18:40

    Meine Mutter hat mir immer gesagt: „Wenn Leute dich beschimpfen ignoriere sie.“ Ich habe mich natürlich nicht daran gehalten und mich lieber geprügelt. Jetzt bin ich fast 30 und habe gelernt, daß sie recht hatte.

    Bei Don kommentieren inzwischen doch immer die gleichen zehn Ja-Sager. Alle anderen lachen höchstens über ihn.

    Wir sollten öfter auf unsere Mütter hören.

  11. Vor allem Praktikanten sind doof. Sollte man echt abschaffen. Setzt sich eh nicht durch.

  12. Ruhe! Du Praktikant!