CeBIT 2006 – deutsch bevorzugt

Nico —  15.03.2006

In einer Pressemitteilung der Deutschen Messe AG stand zu lesen:

Bereits drei Monate vor Beginn der Fußball-Weltmeisterschaft ist die Welt auf der CeBIT zu Gast bei Freunden. Das Spielfeld umfasst über 310 000 Quadratmeter mit 6 262 Spielern aus 71 Nationen.

Was mag sich allerdings der Mann neben mir an der Garderobe gedacht haben, der zu der Garderobenfrau freundlich meinte „I’d like to check my coat and my bag“ und sich mit einem „wie bitte?“ konfrontiert sah? Einer Wiederholung seines Wünsches wurde ein klares „nö, ich spreche nur deutsch hier.“ entgegengesetzt. Nachdem jemand anderes einsprang und dolmetschte, gab die junge Dame noch ihre Einschätzung der Lage zum Besten: „Wir sind immer noch in Deutschland hier!“

Die Fußballweltmeisterschaft kann kommen.

17 responses to CeBIT 2006 – deutsch bevorzugt

  1. Wo wir ja eh so für unsere Gastfreundschaft berühmt sind…

  2. Au.. das tut echt weh. Wer stellt so jemanden für einen Event wie die CeBIT ein?

  3. Na ja, welche Sprachen soll sie an der gaderobe beherrschen? Englisch Französisch, Italienisch, Japanisch, vielleicht etwas unterbezahlt der Job für eine Sprachwissenschaftlerin.

  4. dave-kay: wenn da jemand einen mantel und ne tasche auf den tresen packt, was will er dann wohl? sicherlich keinen klamottentausch initiieren oder die lumpen verkaufen. um das zu bemerken, braucht man keine sprachwissenschaftlerin zu sein.

  5. nee, ist schon klar. Der Kommentar galt eher Mela und der Vorsorge weiterer Forderungen an diese Person dort.
    Die Geisteshaltung der Dame war sicher schwer daneben, aber wenn man sich mal anguckt, wie stressig der Job Garderobe sein kann, dann muss man auch fragen dürfen, ob die Person angemessen bezahlt wird und falls nicht, dann muss man halt damit leben, dass an der Stelle ungebildete Muffelköppe stehen.

  6. Dave-Kay: Englisch ist Pflichsprache an deutschen Schulen. Die 10 Worte um eine Jacke entgegenzunehmen und abzugeben sollte sie hinbekommen. Ebenso sollte sie die Fähigkeit besitzen die Hilfe eines Umstehenden, wenn er es ihr dann übersetzt, anzunehmen anstatt rumzupampen.

    Ich erwarte keine unmöglichen Fähigkeiten. Eigentlich nur durchschnittliche Höflichkeit auf einer internationalen Veranstaltung.

  7. na ja, dann an Nico die Frage, wie alt die Dame wohl war….
    Entweder zu alt für Pflichtsprache Englisch, oder zu ungebildet, beides ist ein Problem des Castings.

  8. anfang/mitte 30

  9. Die Welt zu Gast bei… Deutschen.

  10. Zu alt für Englisch in der Schule heißt übrigens deutlich jenseits der „Rentengrenze“ von 65. Geht also gar nicht. Und mehr als 10 passende Sätze muss sie ja eh nicht können, das ist wohl auch zu schaffen, wenn man keine 20? die Stunde verdient.
    Das fällt in dieselbe Kategorie wie „teure, tolle Kunstaustellungen“ aufzubauen und sie dann konsequent einsprachig deutsch zu Beschildern.
    Aber schmeißen wir uns nicht weg, NDR2 hat die „Bildungselite“ an einer Uni mit den Fragen des hessischen Einbürgerungstests konfrontiert. Antworten zu Einwohnern in Deutschland: 1,5mio über 200Mio bis 1Mrd waren zu hören… AUTSCH, Gründung der „BRD“ 1879 über alles 1945-1950 bis 1989 – geil.

  11. Das ist Unfug! Und genau darum ging es mir, danke für dieses Statement!
    Englisch als Pflichtfach liegt mitnichten bei der Generation

  12. Englisch als Pflichtsprache in der Ex-BRD, in der DDR hatten Leute die heute mitte 30 sind russisch als Fremdsprache. Da wächst ganz langsam zusammen was zusammen gehört. Könnte also durchaus sein, dass die Garderobenfrau aus der ehemaligen DDR kam und nur russisch spricht!

  13. Also, mein Bruder konnte aktuell auf der Realschule Englisch abwählen. Ich selbst komme aus der Ex-DDR und da war Russisch erste Sprache. Also schon mal zwei Möglichkeiten, wie jemand mit 20 bis 30 die Sprache schlecht oder garnicht beherrschen kann ;-).

  14. Dann hat er aber sicherlich Spanisch – was schlau ist, wenn man sich die Menge an Südamerikanern… ansieht. Ok – dann gibt´s noch das schöne Wort „Weiterbildung“ gepaart mit Volkshochschule. Setzt natürlich ein gewisses Maß an Eigeninitiative und das eventuelle Erkennen von Notwendigkeiten voraus. Altgriechisch ist auch toll, hilft einem aber im normalen Leben nicht soviel weiter.
    „wir sind in Deutschland“ ist reine Ignoranz – würde ich sagen. Und dann auf Malle sauer sein, wenn sie nur spanisch sprechen – man stelle sich das mal vor – oder in den Ferienhochburgen der Türkei – nur türkisch:-))

  15. Nunja, die Frage, die sich stellt, wieviel kann und will eine Gardobiere in Weiterbildung investieren? Und ist sie nicht überqualifiziert, wenn sie sich so stark weiterbildet? ;-)

    Ich selbst habe noch englisch und französisch gelernt. Russisch bleibt aber meine erste Fremdsprache. Muss ja auch irgendeiner können, oder? ;-)

  16. Also, als ich St. Petersburg war, war ich froh, dass unsere mitreisenden Ungarn ihr Schulrussisch rausgekramt hatten, um die Abfahrtstelle für den Bus zu finden:-), die konnten aber auch trotzdem Englisch, etwas deutsch und französisch und sind jetzt knapp 30… – Fazit. es liegt nicht unbedingt am System, wenn man nicht die „richtige“ Fremdsprache spricht…