Ich habe schon öfter darüber geschrieben, dass immer mehr Firmen dazu übergehen, sich nicht mehr mit Meinungen oder Argumenten auseinandersetzen, sondern sofort ihre Anwälte einschalten, wenn auf Blogs oder in Foren Inhalte zu finden sind, die der betreffenden Firma nicht gefallen. Jens Scholz bekam jetzt einen Brief mit folgendem Inhalt:
…zeigen wir die Vertretung der rechtlichen Interessen der Euroweb Internet GmbH, Neumannstraße 02, 40235 Düsseldorf an.
(…) In verschiedenen Beiträgen und Kommentaren auf Ihrer Internetseite verbreiten Sie unwahre und beleidigende Behauptungen über unsere Mandantin, die diese auf das übelste herabwürdigen und verunglimpfen. Sie schwärzen unsere Mandantin unter Behauptung unwahrer Tatsachen an.
Abgesehen davon, dass ich diese Masche kenne, einfach mal keinen URL anzugeben, was zumeist daran liegt, dass der gemeine Anwalt an sich nicht weiss, was ein Permalink ist, wird hier einfach nur eingeschüchtert und gedroht, in der Annahme, dass die Gegenseite kein Interesse an Anwaltskosten oder einer Auseinandersetzung hat.
Auf der Website der Euroweb GmbH heisst es: “Wer heute in der Geschäftswelt erfolgreich sein will, kommt um einen Internetauftritt nicht mehr herum.” Das mag stimmen. Es kommt aber auf mehr an als nur einen sog. Internetauftritt an. Wenn eine Firma nur mässige Internetkompetenz an den Tag legen kann und gegen unliebsame Meinungen mit Anwälten vorgehen will, dann nützt auch der schönste Internetauftritt nichts. Die Euroweb GmbH wird sich in den nächsten Tagen über eine erhöhte Aufmerksamkeit wundern, aber nicht freuen.
[ via: meinungsfreiheit á la euroweb - wirres ]



[...] Euroweb und die Meinungsfreiheit “…wenn eine Firma nur mässige Internetkompetenz an den Tag legen kann und gegen unliebsame Meinungen mit Anwälten vorgehen will, dann nützt auch der schönste Internetauftritt nichts…” (lumma.de) [...]