Softhirni

Nico —  8.04.2006

Nun wird alles gut auf Deutschlands Schulhöfen, denn Saarlands Bildungsminister fordert „Softhandy“ gegen Verbreitung von Gewaltszenen:

„Es muss doch Möglichkeiten für Eltern geben, sich zu vergewissern, dass ihre Kinder solche Gewalt- und Sexszenen nicht besitzen“, sagte Schreier. Eltern sollten über eine Art Gütesiegel erkennen können, dass ein Handy mit einer Software gegen Gewalt- und Sexszenen ausgestattet sei. Natürlich könne niemand verhindern, dass sie bei anderen gucken. „Das wird es immer geben, aber der Vervielfältigungseffekt und damit die Erreichbarkeit einer immer größeren Szene von Jugendlichen, die es eigentlich gar nicht machen würden, wird größer. Das ist das Problem.“

Zudem fordert Schreier die Mobilfunkunternehmen auch auf, Verträge mit mehr Wahlmöglichkeiten zu gestalten. „Es muss klar erkennbar sein, dass ein Vertrag auch eine MMS-Funktion ausschließen kann“, sagte Schreier. Damit können Handys auch Bilder und Videoclips verschicken. „Es kann nicht nur darum gehen, wie verdiene ich am meisten Geld“, mahnte der Politiker. Die Unternehmen müssten ein Ethos entwickeln. Die Eltern und Großeltern könnten das vielfach gar nicht einschätzen.

Ich mag es, wenn Politiker gar nicht weltfremd sind, sondern mitten im Leben stehen, wie dieser Herr aus dem Saarland. Wie wäre es mit einem Softfernseher, der dann das Aussenden von Gewaltszenen verbietet? Ich finde ja eh, man sollte generell alles verbieten, denn was verboten ist, kann es dann ja gar nicht geben. Weiter so, Herr Schreier, Sie sind ein glühendes Vorbild für den Kampf um unsere verrohte Jugend. Ach ja, ausserdem finde ich es sehr löblich, dass endlich jemand mal etwas Ethos bei den Mobilfunkanbietern fordert, warum kommen diese Unternehmen da nur nie von alleine drauf? Danke, Herr Schreier, hier wird ihre Initiative sicherlich viel bewegen.

2 responses to Softhirni

  1. Tja, so ist das im Leben. Die Mümmelpfennigs dieser Erde meinen, der Staat wüsste besser als der Bürger, wofür man Geld ausgeben sollte. Und die anderen träumen halt vom per Software kontrollierbaren Handy. Dass beide keine Politik machen können wissen wir jetzt. Und weiter?

  2. Brilliant der Mann. Selbst wenn einem als Jugendlicher solche Szenen egal sind, wer will schon ein Kinderhandy haben?