SinnerSchrader Next10Years Revisited

Nico —  13.05.2006

110520061640Am Donnerstag fand bei strahlendem Sonnenschein in der schönsten Stadt der Welt der Kongress Next10Years mit anschliessender Party statt. Mit meiner mir eigenen selektiven Wahrnehmung habe ich es hinbekommen, während der Eröffnungsreden genüsslich im Backstagebereich das WLAN auszukosten und erstmal die Mails des Vormittags aufzuarbeiten. Danach habe ich dann mein Lokführer-Outfit angezogen und etwas über Software als Service erzählt. Leider konnte ich die Frage aus dem Publikum nach den konkreten Kosten für die Nutzung von APIs für kommerzielle Zwecke nicht beantworten, da habe ich eindeutig meine Hausaufgaben nicht gemacht.

Nach meinem Auftritt habe ich dann erstmal das Büffet geplündert, um danach den nächsten Track wieder im Backstagebereich zu verbringen. Dort wurde ich unfreiwillig Zeuge beim Briefing der Catering-Firma. Nasepopeln an der Bar wurde den Bedienungen untersagt, ebenso das Herausgeben ganzer Flaschen harten Alkohols, es sei denn „Herr Schrader oder Herr Sinner wollen eine Flasche Vodka oder so“.

Danach habe ich mit freudiger Verzückung festgestellt, dass es bereits Bier an der Bar gab und mich an den livebloggenden Felix herangepirscht und ein wenig Blogger-Tratsch ausgetauscht. Blogger waren sowieso mehr als genug da, die üblichen Verdächtigen eben, die man so auf Kongressen trifft. Erstaunlich finde ich immer, wie Blogger live mitbloggen können, ich bin mit Biertrinken und Zuhören plus Reden schon total ausgelastet.

Aha-Erlebnis am Rande war meine kurze Unterhaltung mit Wolfgang, der irgendetwas von „freue mich schon auf unser Panel beim Medienforum NRW“ murmelte, was mich aufhorchen lies, da ich nicht wusste, dass er mit mir beim Podcastday auf einem Podium sitzen darf. Nachdem ich ihn auf diese Merkwürdigkeit hingewiesen hatte, machte er mich wiederum darauf aufmerksam, dass ich vormittags zwar etwas zu meinem Leib- und Magen-Thema Podcasts erzählen soll, nachmittags aber auf einem weiteren Panel zur Randerscheinung Blogs, flickr & co kluge Sachen sagen darf. Ich hatte mich schon gewundert, warum das Veranstaltungsbüro mir ständig irgendwelche Papierstapel zukommen liess, die nicht nur weitestgehend ungelesen in die Tonne wanderten, sondern auch noch doppelt waren. Ich nehme mir vor, bei Zusagen zu Kongressen künftig mal genauer zuzuhören.

Kurz nach dieser kleinen Erleuchtung ging dann die Party los, drinnen und auch auf dem Parkplatz, dank milder Sommerwärme. Tippingpointmässig konnte man dann die Connectors und Mavens beim Netzwerken beobachten, aber da ich eh nicht mit fremden Leuten rede, bin ich gefühlt kurz nach 20 Uhr wieder ins Hotel gefahren, bin eben doch seriös und mache mir nichts aus Alkohol, Musik und diesem Gedöns.

Heute haben wir dann bei der Rückfahrt festgestellt, dass Freitag mittag zwar die Sonne scheint, aber ansonsten nicht viel Freude auf den Autobahnen aufkommen mag. Positiv gesehen kenne ich jetzt die Umgebung von Buchholz i.d. Nordheide, da die Auffahrt von der A7 zur kleinen Autobahn zur A1 kommentarlos gesperrt war, ausserdem sind wir Dank langem Stau bei Bremen über Oldenburg gefahren, wo auch viel gesperrt war, um letztendlich durch das liebliche Emsland zu brausen, wobei offen fahren bei einigen km/h über der Richtgeschwindigkeit doch dazu führt, dass es etwas laut wird, was nicht weiter stört, nur dann, wenn man sich unterhalten will. Oder jemand mich zum zweiten mal innerhalb einer Woche auf dem Handy anruft und auch dieses Mal meine Antwort war „ich kann sie schlecht verstehen, wir fahren gerade offen“ und der denken muss, dass wir anstatt einer geregelten Arbeit nachzugehen, immer nur im Cabrio über Deutschlands Autobahnen schüsseln. Nächstes Mal kümmere ich mich ausnahmsweise mal rechtzeitig um die Anreise und fliege wieder.

Keine Nachbetrachtung ohne Fazit: Schön war es. Der Anteil der Marketingspackos ohne Plan aber mit viel-suggerierenden Worten war gering, da habe ich schon weitaus fiesere Veranstaltungen erleben müssen. Oliver Sinner trägt noch immer keine Socken. Die Atmosphäre war locker, ich habe viele Leute wiedergetroffen, interessante und nette neue Kontakte gemacht, mit Daniela über Kinderbetreuung gefachsimpelt, viel Sushi gemampft und am Ende des Abends hatte ich mir den Mund fusselig gesabbelt.

Mit den Worten meiner Tochter: „können wir wieder machen.“

4 responses to SinnerSchrader Next10Years Revisited

  1. \“Marketingspackos ohne Plan aber mit viel-suggerierenden Worten\“ …sehr schön ausgedrückt. Ich kann diese Leute auch nicht leiden. Die sucken total….

    mfg Xe54

  2. Ist dies die \“Ehefrau-liest-mit\“-Variante eines Dienstfahrtpostings?

  3. nicht nur das, auch geschäftspartner, kunden, etc. lesen mit :)

  4. Wer alles so offen schreibt, muß damit leben.