Massive Altpapierverklappung

Nico —  16.05.2006

Ab und zu ist ein kleiner Reality-Check ganz gut. Während man sich fröhlich über Web 2.0 und das Ende der Branchenbücher unterhält, finden die Telefonbücher weiterhin massig Abnehmer. Ich frage mich echt, wieso? Mittlerweile ist ein Anruf bei der Auskunft nicht mehr sauteuer, ansonsten würde ich natürlich im Web gucken. So ein Telefonbuch an sich ist eher total unpraktisch.

13 responses to Massive Altpapierverklappung

  1. Mitnahmementalität *uhoh*
    \“Kostet doch nix!\“ denkt sich der Pöbel und nimmt mit.
    Ich steh in keinem drin, weder auf Papier noch elektronisch.
    Wer mich erreichen will, der kennt meine Nummer oder kann mir einen Brief schicken sofern er keine Ahnung von E-Mail hat.

  2. Weil viele noch darauf geeicht sind in Büchern nachzuschlagen, der Rechner nicht rund um die Uhr läuft und erst umständlich gebootet werden müsste, bzw. in vielen Familien sogar der Router ausgeschaltet wird um Strom zu sparen.

    Nicht das ich es verstehen würde, aber es gibt noch Neurotypische Menschen da draussen…

  3. In denen ist meistens ein aktueller Stadtplan mit drin, den man dann ablegen kann und für die Fälle verwenden kann, wenn der Rechner mal nicht an ist. Einen neuen von Hamburg hätte ich gerne ;)

    Mein letzten habe ich *denk* vor zwei Jahren geholt. Wegen des Stadtplans.

  4. Ausserdem kann man da prima Monitore draufstellen, damit sie in Sichthöhe sind. Früher habe ich das immer mit der \“Chronik des 20. Jahrhunderts\“ gemacht, aber ins Telefonbuch guckt man ja vermutlich noch seltener.

  5. Weil der Rechner in \“normalen Haushalten\“ ohne schnelle Leitung, Flatrate und Powerbook nur angemacht wird, wenn man ihn braucht und das normale Leben ohne Rechner funktioniert! Da ist das gute alte Telefonbuch eine reelle gut und schnell funktionierende Sache. Vor allem, seitdem die Suche bei der Telecom so furchtbar verschlimmbessert wurde, dass die Ergebnisse gerade bei Handwerkersuche oft für die Füße sind. Ausserdem ist ein geübter Telefonbuchnutzer bei Suche in Wohnortnähe schneller, als viele pc-Nutzer – haben wir schon mehrfach ausprobiert.

  6. Ja, ich denke auch, Du schließt da zu sehr von Dir auf andere. Natürlich schlagen die 100%-on-Geeks nichts im Telefonbuch nach. 95% der Leute haben aber vermutlich entweder gar keinen Rechner zu Hause, kein Internet oder zumindest den Rechner nicht immer an. Für die wäre es ziemlich kompliziert, erst den Rechner hochzufahren, sich ins Internet einzuwählen (soll\’s auch geben), telefonbuch.de aufzurufen und das nur weil sie schnell jemanden anrufen wollen.

  7. Gibt\’s bei Euch denn auch gleich mehrere?

    Ich glaube ich haette hier drei verschiedene haben koennen: Eins lokales Telefonbuch von BT, dann die Yellow Pages (auch von BT, glaube ich) und schliesslich noch Thomson Directory.

    Da liegen noch immer grosse Stapel im Treppenhaus weil anscheinend keiner die Dinger haben will.

    Ich habe nur das Thomson Directory mitgenommen, weil das echten \“Mehrwert\“ anbietet: Da ist der bereits erwaehnte Stadtplan drin und so eine Art Selbsthilfe-Guide vom National Health Service (was man bei welchen Beschwerden machen soll und wann man beim Arzt anrufen soll und so). Das gibt\’s zwar auch alles im Interweb, aber der Rechner ist ja auch nicht immer an.

  8. @armin: zumindest in HH gibt es teilweise mehrere:
    Telekom (2 Bände)
    Telekom, gelbe Seite
    Telekom, stadtteilbezogen
    Irgendein anderer Verlag, ich glaub eine Bertelsmann-Tochter, stadtteilbezogen.

    @nico
    vor 10 Jahren oder so, hat es France Telekom so gemacht: entweder Telefonbücher aus Papier oder Grundgebühr-Erlaß für Minitel (= franz. BTX).

  9. Warum? Darum:

    Ein Telefonbuch funktioniert auch ohne Strom und Zusatzgeräte.

  10. Damit man die ganzen Rekorde für Wetten dass im Telefonbücher zerreissen auch üben kann…

  11. @Renate

    Andererseits: Wer hat noch ein Telefonsystem das ohne Strom funktioniert? :)

    (Achja, die meisten dürften natürlich ein Handy haben. Handy plus Telefonbuch. Unschlagbare Kombo)

  12. Für solche Fälle sollte man immer ein altes Telefon (analog) oder bei ISDN ein altes Telefon (digital) haben, das funktioniert im Notfall auch ohne Strom, denn der kommt durch die Amtsleitung.

  13. Ich finde Telefonbücher toll. Irgendwie nervt mich Werbung weniger, wenn ich sie nicht für 0.1 ct/kb (GPRS) runterladen muss. Vor allem ist sie nicht flash-powered und macht keinen Krach.
    Und man muss das Telefonbuch nicht erst hochfahren, denn es funktioniert instant und das Display ist auch im prallsten Sonnenschein noch ablesbar. Ok – Lesen muss man können.