Es war zu erwarten. Kritik an der von Opel gesponsrten Kampagne mit 4 Bloggern und 4 Opel Astra musste kommen, aber die Vehemenz, mit der argumentiert wird und die dabei gefundene Wortwahl lässt mich doch eher zusammenzucken.
Ich kann durchaus verstehen, dass es Bedenkenträger gibt, die meinen, mit der von Opel finanzierten Kampagne verlieren die Blogger ihre Glaubwürdigkeit. Ich finde auch nicht, dass alles geht. Aber da ich nun durchaus ein klein wenig Anteil an dem Zustandekommen der Kampagne habe, möchte ich ein wenig ausführen, warum ich meine, dass diese Kampagne nicht den Untergang des bloggenden Abendlandes bedeutet.
Für mich sind bei dieser Kampagne folgende Dinge entscheidend:
- Offenheit
- Rahmenbedingungen
- Zeitdauer
Wir haben von Anfang an offen gelegt, dass Opel diese Kampagne finanziert, dass es eine Aufwandsentschädigung gibt (1200 EUR plus 200 EUR Tankgutschein) und dass es hierbei nicht um reines Gutmenschentum, sondern natürlich auch um Werbung geht. Wir haben die Rahmenbedingungen klar gemacht, die vor allem besagen, dass die Blogger nicht verpflichtet sind, Themen oder Posting-Frequenz einzuhalten. Letztendlich ist die Zeitdauer der Kampagne begrenzt auf 4 Wochen, d.h. zeitlich durchaus überschaubar.
Ich will nun nicht das Argument wiederholen, dass man bei Journalisten selten erfährt, wie die Konditionen bei einem Test aussehen. Das interessiert mich eher nicht, denn wir reden hier von Blogs, nicht von Tests in Zeitschriften oder auf Portalen. Ich finde an dieser Kampagne von Opel vor allem bemerkenswert, dass hier Leute wie Du und ich die Gelegenheit bekommen, einen Test durchzuführen, der über 4 Wochen geht. Was interessiert mich die Kurvenlage an der Costa Brava oder das Bremsverhalten im ewigen Eis im Norden Kanadas? Ich will keine sinnlosen Ausführungen über Nockenwellen oder Newtonmeter, sondern einfach wissen, wie das Auto im Alltag zu fahren ist. Kann man damit einparken? Passt der Kinderwagen rein? Passen auf die Rücksitzbank die Kindersitze, ohne dass man vorne keinen Platz mehr hat?
Ein derartiger Zugang zu dem Thema Autotest ist mir wichtig. Opel lässt dies mit seiner Kampagne zu. Dabei fliesst etwas Geld und Benzin oder Diesel, damit die Blogger die Wagen auch etwas bewegen können.
Ich sehe hier nicht das Ende der Unschuld der Blogosphäre. Niemand der von uns ausgewählten Blogger ist in einem Abhängigkeitsverhältnis von Opel, sondern kann einfach bloggen was und wie er/sie will.
Bei allem Kopfschütteln ob der Vehemenz der Kritik und der teilweise enorm abgleitenden Diskussion, bin ich aber zufrieden, dass dies stattgefunden hat. Nicht, weil es Teil eines Konzeptes war, möglichst viel Unmut und Kritik zu ernten, sondern weil ich sehe, dass bei jedem mittleren Aufreger in der deutschen Blogosphäre zu den altbekannten auch immer wieder neue Diskutanten hinzukommen. Die Blogosphäre wächst und gedeiht, nun muß lediglich die Diskussionskultur extrem verbessert werden.
Wer mich kennt, der weiss, dass ich nicht einfach irgendeinen Marketingquatsch mitmachen werde, sondern dass ich selber nur Produkte testen will, die mich interessieren und mir Spass bringen. Das hat auch etwas mit Glaubwürdigkeit zu tun, dass man nicht einfach alles macht. Genau deshalb haben wir bei der Kampagne von Opel dafür gesorgt, dass die Einflussnahme auf die Blogger seitens Opel nicht stattfinden wird, mal von der Auswahl der Autos mal abgesehen. Auf der anderen Seite bekommt natürlich Opel auch etwas, nämlich vier recht unterschiedliche Sichtweise auf ihre Produkte, komplett mit Kommentaren und Diskussion.
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