medienforum nrw rückblick

Letzte Woche fand in Köln das medienforum nrw statt, bei dem ich als Panelist am Mittwoch auch Zugegen war. Im Weblog zum 18. medienforum nrw 2006 sind schon einige Eindrücke geschildert worden, aber ich möchte dennoch meine persönlichen Highlights aufgreifen.

Da war diese Keynote, die genauso war, wie alle befürchteten. Ich gebe ja jedem eine zweite Chance, gerne auch mal eine dritte, aber in diesem Fall war das unnötig, denn Frau zu Salm hat zuerst nur platte Weisheiten von sich gegeben, um danach gleich mal eine 10-Minütige Verkaufsshow für fon zu starten. So etwas finde ich übel, bei einer Keynote hat man die Zuhörer zu erhellen und zu begeistern, nicht sein Produkt anzupreisen.

240520061731Danach durfte ich selber an einem Panel teilnehmen, zum vielsagenden Titel Podcast als Social Media – Warum Podcasting Web2.0-Menschen eine Stimme gibt und war von drei Dingen eher verblüfft. Zum einen sahen die Couchpotatoes Podcaster als möglichen Nachwuchs für Radio-Moderatorentätigkeiten an, dann wähnten die Jungs auch noch eine Verstopfung aller Podcast-Kanäle durch die öffentlich-rechtlichen Sendeanstalten und als ich gerade halbwegs darüber hinweggekommen war, forderte jemand aus dem Publikum einen theoretischen Unterbau beim Podcasten, denn „jedes Medium hat einen theoretischen Unterbau“. Man sollte einfaches nicht noch kompliziert machen, finde ich, aber der junge Mann hat bei seinen Recherchen herausgefunden, dass Theorie fehlt. Theoretisch geht es eben auch ohne Praxis, wenn er mal bloggt oder podcastet, dann wird er die Reaktionen schon merken.
Kleine Anmerkung: wenn ich auf einem Panel sitze und mit meinem Handy rumspiele, dann bin ich nicht gelangweilt, sondern moblogge gerade user-gedrivenen Content.

Dann war erstmal Luftschnappen in der kleinen Aussenanlage, powered by center.tv, angesagt. Wer beim Zappen schon mal über center.tv gestolpert ist und sich immer gefragt hat, was dies wohl für ein Sender sein mag, der sei gewarnt. Schon mittags wurde karnevalistische Schunkelmusik gespielt und dazu Kölsch gereicht. Alkoholfreies Kölsch gab es auch, was dem Fass den Boden ausschlägt.

240520061736Im Anschluß an die Mittagspause durfte ich dann noch einmal diskutieren, dieses Mal zu „Blogs, flickr & Co.“ – Wie Amateurmedien klassische Medien und PR-Arbeit verändern. Hier gab es eigentlich nichts überraschendes, angenehm fand ich, dass das Publikum rege mitdiskutiert hat. Frau Kunze legte sich ordentlich ins Zeug, um aufzuzeigen, wie cool und am Puls der Zeit Edelmann doch sei, wie man heutzutage den Dialog mit den Konsumenten suche, und wie sehr Blogs dabei eine Rolle spielen, allerdings bloggt sie nicht selber. So viel zum Thema „mit gutem Beispiel vorangehen“.

240520061752Während dann zur besten Kaffee-und-Kuchen-Zeit schon so langsam die Stände der anwesenden Sparten-TV-Sender abgebaut wurden, haben wir uns zur Aufzeichnung von Vier Nasen tanken Super getroffen, um gleich vor Ort unsere Einschätzung der Veranstaltung ins Mikro zu schnurren.

Mein Eindruck dieses Tages ist eher durchwachsen. Ich habe viele nette Leute (wieder-)getroffen, gute Gespräche geführt, wie es immer so schön heisst, aber werde irgendwie das Gefühl nicht los, dass dieser neumodische Internetkram eher eine Randerscheinung auf einem Forum des Film- und Fernsehlandes NRW bleiben sollte.

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2 Antworten auf „medienforum nrw rückblick“

  1. Ich verstehe auch nicht warum Podcaster immer das hehre Ziel \“das muss jetzt klingen wie eine Radiosendung\“ vor Ohren haben aber da spielt natürlich die Tatsache mit, dass wir alle bisher nichts anderes kennen als die Radiosendung als Vorbild…
    Und nur fürs Protokoll: Ich bin kein Nachwuchs fürs Radio – dann klänge mein Podcast vermutlich genauso langweilig wie etliche Radiosendungen…
    Ad Astra

  2. Je schlechter die Audioqualität, desto besser muß der Inhalt sein.
    Ein verwöhnter Podcasthörer ;-)

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