Mein kürzlich verstorbener Vater Udo Lumma war seit seiner Jugend politisch aktiv, er erhielt bereits als Schüler die Freiherr vom Stein Medallie des Landes Schleswig-Holstein für sein politisches Engagement, war dann bei den Jusos und in der SPD aktiv, saß über 20 Jahre lang im Kreistag des Kreises Herzogtum Lauenburg, die meiste Zeit als Fraktionsvorsitzender der SPD. Er war einige Jahre Kreisvorsitzender der SPD und auch zwei Legislaturperioden lang Abgeordneter im Landtag von Schleswig-Hosltein, laut Lübecker Nachrichten war er zu der Zeit der einflussreichste SPD-Politiker im Lauenburgischen. 1991/92 gab es dann eine Affäre um nicht gezahlte freiwillige Mandatsbeiträge, in deren Verlauf mein Vater aus allen Ämtern ausschied und sich ins Privatleben zurückzog. 1992 hat mein Vater für seine politische Arbeit das Bundesverdienstkreuz erhalten.
Nach seinem Ausscheiden aus der Politik hat sich mein Vater ins Privatleben zurückgezogen und 1999 ist er aus der SPD ausgetreten, ich vermute mal aus Unzufriedenheit mit der damaligen Bundesregierung.
Eben gerade habe ich erfahren, dass die SPD Kreis Herzogtum Lauenburg meinem Vater noch nicht mal eine Todesanzeige widmen will, denn er sei ja nicht mehr Parteimitglied gewesen. Wie kann man nur so kleinkariert und nachtragend sein? Was auch immer an Streit und Verfehlungen gewesen sein mag, beim Tod sollte man dieses Gezanke sein lassen und die Verdienste würdigen. Da hat sich jemand über 20 Jahre für die Partei geopfert und diese hat noch nicht einmal 150 EUR für eine Todesanzeige über, weil sich im Laufe der Zeit mein Vater von der Partei immer mehr entfernt hat?
Ich finde dies so etwas von zum Kotzen, dass ich kurz davor bin, mein Parteibuch an Kurt Beck zu schicken mit dem Hinweis, dass ich mit derartigen Leuten nicht mehr in einer Partei sein möchte. In einer Woche wäre ich 18 Jahre lang Mitglied der SPD. Die Zeit, die mein Vater für die Partei geopfert hat, die ging zu Lasten von Familie und seiner Gesundheit, da erwarte ich, dass die Partei die Verdienste würdigt und sich nicht einfach als nicht zuständig erklärt, egal wie man auseinander gegangen ist.
Trauer und Wut sind sehr dicht bei einander. Masslose Enttäuschung auch.


