Vorhin im Meeting

Heute vormittag hatten wir ein Meeting, was an sich nichts unübliches ist. Dabei sollte ein Repräsentant einer Firma sein und zwei von uns. Kurz vor dem Termin kam unsere Assistentin zu mir und sagte „Die beiden Herren sind da.“ und ich war ein wenig verdutzt, da ich nur einen Teilnehmer erwartete. Auf meinem Weg zum Termin kam dann ein weiterer mir bis dato unbekannter Herr entgegen, der sich mir vorstellte und ebenfalls zum Termin wollte, denn er war der eingeladene Teilnehmer. Da noch ein Stuhl fehlte, bin ich kurz raus gegangen, um diesen zu holen, während die beiden Herren sich bereits platzierten und Teilnehmer Nr. 3 es sich auch bequem machte.

Als ich wieder im Raum war, wähnte ich die Vorstellungsrunde als bereits erledigt und wir gingen sofort auf das Thema ein. Es folgte eine kurze Präsentation unserer Firma, dann der anderen. Einer der beiden Herren stellte Zwischenfragen.

Nach einer Weile wunderte ich mich zunehmend über die beiden Herren, da sie augenscheinlich mit Teilnehmer Nr. 3 nicht bekannt waren, uns aber auch nicht. Man will ja nicht unhöflich sein und einfach „wer sind Sie denn eigentlich?“ fragen, aber so ganz gehuer kam mir das nicht vor. Nach einem erzwungenen Visitenkarten-Austausch kam heraus, dass die beiden Herren von einer Gebäudereinigungsfirma waren und von der Assistentin fälschlich in unser Meeting platziert wurden. 20 Minuten lang haben die beiden immerhin durchgehalten, ohne zu murren. Einer von beiden mischte sich in das Gespräch zum Thema WEP und WPA ein, ansonsten kam kein Hinweis, dass sie das Thema vielleicht etwas weit hergeholt fanden.

Das hat man von einer Open-Door-Policy, da können Meetings auch mal etwas seltsam werden.

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12 Antworten auf „Vorhin im Meeting“

  1. Daraus könnte man ein schönes Spiel machen. Du gehst in eine fremde Firma, in ein fachfremdes Meeting (mit eingeschaltetem Diktiergerät) und versuchst A. so viele Kommentare wie möglich zu platzieren, B. das gesamte Meeting unentdeckt zu bleiben und C. so viele Visitenkarten wie möglich einzuheimsen. Das ganze wird hübsch aufaddiert und wir haben einen Gewinner.

  2. Tatsächlich musste ich auch direkt an dieses BBC-Interview denken. So ist das – Höflichkeit verhindert manchmal, zu wissen, wer vor einem steht, wenn man nicht direkt fragt :).

  3. okay, ich auch noch: dachte auch an Taxi-Talker. aber ich finds interessant, dass vertreter der reinigungsfirma sich für eure company interessieren… hat was… :->

  4. Hm, hm, das ist eine sehr deutsche und englische Auffassung von Höflichkeit, sich dem anderen nicht vorzustellen und nicht zu fragen, wer er ist. :-)

    Ich habe am Wochenende Seminar in Italien (Na gut, Südtirol) gegeben, da kam keiner in den Raum ohne von einem der anderen Teilnehmer gefragt zu werden, wer er ist (und nicht ohne alle Anwesenden mit Handschlag zu begrüßen).

    Grundsätzlich (und da bin ich dann deutsch und gut organisiert) denke ich, dass der der das Meeting anberaumt hat, zu Beginn sich, das Thema und die übrigen Teilnehmer vorstellen sollte oder zumindest nachfragen, ob sich alle kennen.
    Nimmt zwar den Überraschungseffekt, aber macht alle ein bisschen glücklicher.

    Trotzdem: Schöne Geschichte. ;-)

  5. das Problem stellt sich auch, wenn man zu spät ist und eigentlich immer auch Leute dabei sind, die man nicht kennt. Ich bin neulich auch wie immer später in den üblichen Raum gekommen, lauter Typen, die ich nicht kannte, wenn man spät ist will man ja nicht auffallen, schaut sich nicht sooo genau um… naja, vor dem Hinsetzen hab ich dann gemerkt, dass \“ober sticht unter\“ unser Meeting woanders stattfand und hier die hohen Herren tagten. Der Chef hat´s mit Humor genommen;-)) Wär aber vermutlich auch ganz interessant geworden.

  6. Da gab es mal das Visitenkartenspiel für die CeBit.
    DO
    {
    Mit einer Visitenkarte ergatterst Du die eines anderen, mit der gibst Du Dich am Stand der nächsten Firma als er aus und unterzeichnest irgendwelche Aufträge.}
    WHILE CeBit.

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