Google ist keine Suchmaschine

Nico —  3.07.2006

A Search Engine That’s Becoming an Inventor schreibt die New York Times und beim Lesen wird man leicht blass um die Nasenspitze, denn was Google da treibt, ist weit mehr als nur „Suchmaschine“. Vor allem wenn man dagegen die 250 mio EUR hält, die Quaero als Europas Antwort auf die amerikanische Dominanz im Suchmaschinenmarkt bekommen hat.

Google ist der viertgrößte Herrsteller von Server-Systemen, nach Dell, HP und IBM. Google ist unter den fünf größten Kunden von AMD und der größte Kunde, der die Chips nicht weiterverkauft. Google will angeblich bald selber Chips designen, die noch besser auf die Anforderungen passen. Google gibt derzeit 1,9 Mrd US$ aus für Rechenzentren und Technologie, gerade beim Stromverbrauch lässt sich da wohl noch etwas einsparen.

So, wie war das noch mit „Google ist eine Suchmaschine“? Google will weit mehr als das sein, Google will die weltumspannende Wissens- und Datensammlung werden, von der alle abhängig sind, die einen Zugang zu Informationen brauchen. Google ist dadurch auch ein riesiger verteilter Marktplatz, denn Google weiss, was es wo zu welchem Preis zu kaufen gibt und auch diese Information lässt sich wunderbar monetarisieren.

Google wuchert weiter. Noch gucken alle staunend zu und klatschen.

8 responses to Google ist keine Suchmaschine

  1. Tja, ?don\’t be evil?? Was eine schöne neue Welt?

  2. Hat schon mal jemand darüber nachgedacht ob hinter Google vieleicht die NSA steckt? Immerhin scheint keiner der Geheimdienste über diese Datenhäufung zu meckern…

  3. Beruhigt euch. Google will mit seiner technischen Konzentration des gesamten Menschheitswissens und der größten Rechenpower einfach nur die Technische Singularität (und das Ende der Menschheit) herbeiführen.

  4. Also, die haben gesagt, dass die nichts Schlimmes tun wollen – jedenfalls nicht hier, vielleicht woanders (China) ein bischen, aber nicht hier — und jedenfalls nicht heute, vielleicht wannanders (morgen) ein bischen, aber nicht heute.

  5. Gut gebrüllt, Löwe, aber was sehen wir in der rechten Seitenleiste unter Reklame? Google-Werbung!
    Larry Page und Sergey Brin hattten nicht EUR 250.000.000 zur Verfügung, um Google zu gründen und zu dem zu machen, was es heute ist.
    Quaero wird Google voraussichtlich nie das Wasser reichen können, weil es ein staatlich motiviertes Projekt ist und somit keine Gründermentalität und -Leidenschaft dahinter steht, kein Motor, der das Ganze vorantreibt. Außerdem muss mit Quaero kein Geld verdient werden, also ergibt sich auch daraus keine Motivation.
    Was hindert denn einen Cleverle oder ein findiges Team aus deutschsprachigen Landen daran, etwas zu gründen, das erfolgreicher ist?
    Wo bleiben Yahoo und msn mit ihren revolutionären Konzepten, die Google in seinem Markt verdrängen könnten?
    Und bei den Deutschen spukt wahrscheinlich noch der Dotcom-Tod im Kopf herum und/oder Intershop als ehemaliges Aushängeschild als lebendiges Mahnmal!
    Wo ist der innovative Dienst aus deutschsprachigen Landen mit einem von mir aus englischsprachigen Ableger, der im WWW Furore macht?
    Rufer in der Wüste zu sein, ist ja schön, aber dann doch bitte nicht mit den Hyänen heulen, äh lachen.

  6. Das Posting von Nico ist klasse. Es geht nicht um eine Weltverschwörungstheorie, es geht um Fakten. Fakt ist auch, das die derzeitige Unwissenheit und Unbedarftheit in der Gesellschaft gegenüber Suchmaschinen als kritisch zu bewerten ist. Die EU-Politik hat dies \“kürzlich\“ erkannt und Quero ins Leben gerufen. Leider wird Quero ein Versuch bleiben, denn bekanntlich ist es schwer mit Spatzen auf Windmühlen zu schiessen. Google konnte in den letzten Jahren und nicht zuletzt durch die hohe Kapitalisierung durch den Börsengang ein \“fast\“ unbezwingbares Bollwerk aufbauen. Dies nicht nur technologisch, sondern vor allem als Marke. Eine Marke die es bis in den Duden geschafft hat und Teil des allgemeinen Sprachgebrauchs wurde \“googeln\“. Das Brisante an diesen Fakten ist, das google Meinugsbildend tätig werden kann. Es kann zukünftig politische Strömungen beeinflussen. Google ist ein Medienhaus, das grösste Medienhaus der Welt mit einer zukünftigen Reichweite in jedes elektronische Gerät auf diesem Planeten. Überall wo Informationen nachgefragt werden, wird im Zweifel google eine Antwort geben. Informationen in Form von Text, Audio und Bewegtbild. Google, der Gatekeeper zum Wissen. In diesem Zusammenhang empfehle ich auch das Buch \“Die Google Gesellschaft\“. Geschrieben von ca. 50 Autoren mit recht aktueller Darstellung des derzeitigen Problems. Ich glaube man kann google nur noch \“eindämmen\“ durch staatliche Regulierungen. Ähnlich oder gleich wie sie auch in der \“offline\“ Medienlandschaft eingesetzt werden. Ich habe google \“geliebt\“, jetzt bin ich durch diese Beziehung völlig abhängig… \“Rosenkrieg\“!

  7. In nicht allzu ferner Zukunft bekommt jeder von uns kurz nach der Geburt einen Chip eingepflanzt, der uns automatisch drahtlos mit dem nächsten Hotspot verbindet und kundtut, wo wir sind, was wir gerade machen und wie es uns geht. Telefone sind dann überholt, weil wir uns gedanklich über den eingepflanzten Chip mit jeder beliebigen Person in diesem Netzwerk verständigen können – sind ja ohnehin alle darin vertreten, auch alle Datenbanken aller Firmen (Zugriff darauf natürlich nur nach jeweiligem Status). Die Menschheit als das größte Netzwerk der Welt! Wer widerspricht?

  8. @Marubeni: Ich widerspreche nicht!

    Zitat:

    \“Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und
    DAS WORT WAR GOTT.\“

    Die Bibel
    Das Evangelium nach Johannes, Kapitel 1
    Der Prolog: 1,1-18