leicht gekippt

Nico —  25.07.2006

Eben gerade flatterte ein Schreiben herein, dessen Ankunft sich schon durch einen freundlichen Zettel an der Windschutzscheibe angekündigt hatte. Dort steht zu lesen:

Sie parkten verbotswidrig auf dem Gehweg.
ERLÄUTERUNG: LEICHT GEKIPPT
§ 12 Abs. 4, § 49 StVO; § 24 StVG; 52 BKat

Das mit dem Gehweg kann ich ja nachvollziehen, auch wenn ich, Euer Ehren, anfügen möchte, dass die Bauarbeiter seit Wochen die Strasse perforieren und dazu in einer Tour ca. 20 Parkplätze absperren und mit mittelschwerem Räumgerät zustellen und ich irgendwo parken möchte, wenn ich schon so einen tollen grünen Parkausweis erworben habe. Was ich allerdings nicht verstehe: warum werde ich angebrüllt mit dieser Erläuterung „leicht gekippt“? Das erläutert mir gar nichts. Es ist ja nun nicht so, dass der Wagen kurz vorm umkippen war, sondern einfach nur halb auf dem Gehweg stand.

Und überhaupt, warum werden Amtsbriefe nicht mehr unterschrieben, sondern sind gültig, weil sie maschinell erstellt worden sind? Ist ja nun nicht mehr so, dass wir alle ganz aufgeregt sind, weil ein Stück Papier mit schwarzen Lettern bedruckt aus einem Drucker herauskommt, da haben wir uns schon dran gewöhnt. Wenn ich nun etwas ausdrucke und wegschicke, kann ich dann auch drunter schreiben „ohne Unterschrift gültig, da maschinell erstellt“?

Ausserdem wäre ich für ein Prepaid-Konto fürs Falschparken, wenn das so weiter geht.

4 responses to leicht gekippt

  1. Gibts als postpaid schon udn funktioniert super:
    http://www.handyparken.de

  2. Bei mir hast sich das Falschparken bisher noch immer gelohnt. Wenn ich alle zwei Monate eine Geldbuße zahlen muss und dafür über den besagten Zeitraum entweder keine Parkgebühr berappen muss oder 30 Minuten Fußweg (oder nennen wir es für den heutigen Artikel einfach Gehweg) einspare, geht das in Ordnung. ;)
    Die Erläuterung würde ich mir hingegen mal beim zuständigen Präsidium erläutern lassen. ^^

  3. Leg Beschwerde dagegen ein, wenn offizielle Stellplätze zweckentfremdet waren und du nichtbehindernd geparkt hast. Die Stadt kassiert da nämlich doppelt: einmal von dem \“Nutzer\“ der Parkplätze, einmal von denen, die sich deshalb für ihr Blech einen halblegalen Ort suchen müssen. Einen Versuch ist es wert.

  4. Und warum immer der Hinweis, dass der Brief maschinell erstellt und auch ohne Unterschrift gültig ist?

    Weil der Gesetzgeber es so will! § 37 Abs. 3 und 5 VwVfG bzw. die entsprechende landesrechtliche Vorschrift.