Typisch deutsche Annäherung an Weblogs

Derzeit wird ein Artikel der dpa verbreitet mit dem astreinen Titel Chef liest mit – Was Blogger beim Schreiben beachten sollten und ich würde mal behaupten, dass dieser Artikel exemplarisch ist für den Umgang mit dem Web in Deutschland. Oder überhaupt mit allem Neuen, oder mit Sachen, deren Tragweite man nicht innerhalb des nächsten Wimpernschlages absehen kann.

Vooooorsicht!

Wer weiss, was das alles mit sich bringt. Immer mit der Ruhe. Lasst erst mal andere Leute ihre Erfahrungen sammeln.

Jetzt liesst auch noch der Chef mit, wer weiss, was der dazu sagt. Ob der andere Meinungen toleriert? Bin ich gefeuert, wenn ich etwas sage, was er nicht mag? Muß ich ihn immer und ewig lobpreisen?

Was ist das für eine stinkende Untertanen-Mentalität, die hier vorherrscht? Warum gibt es keinen Artikel von der dpa in dem steht, wie cool Blogs sein können, wie viel Spass es machen kann, mit anderen Leuten eine Konversation über ein Weblog zu starten und weiter zu führen? Warum steht nirgends, wie viele tolle Gedanken und Ideen über Weblogs verbreitet werden? Warum steht nirgends, dass Weblogs keine Bedrohung für irgendetwas oder irgendjemanden sind, sondern entweder egal, nett, oder bereichernd? Allein schon der Titel weckt Würgereize bei mir.

Immer dieses Gejaule und Geglotze auf mögliche Probleme. „Es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.“ hat Erich Kästner mal gesagt. Das ist doch die Quintessenz beim Bloggen. Aber die paar Fälle, in denen Blogger ihren Job verloren haben, die werden immer dick aufgebauscht. Wer gegen Vorschriften und gängige Rechtssprechung verstößt, muss immer mit den Konsequenzen rechnen, ob nun Wandzeitung oder Weblog ist doch völlig egal.

Im Problematisieren sind gerade in Deutschland immer alle ganz groß. Macht doch einfach mal, die Probleme kommen von ganz alleine und die kann man dann lösen, wenn sie stören.

Mal sehen, ob ich je wieder in dpa-Artikeln zitiert werde, vor allem, wenn da ein Chef mitliest.

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