OMD 2006 – Tag 1

Mit der OMD ist es irgendwie so wie mit einem Jahrgangstreffen, man trifft viele Leute, einige ignoriert man, andere wird man nicht los. Es ist eigentlich eher ein großer Kontakthof und mir bringt es seit Jahren Spaß, dort immer wieder viele Leute zu treffen, sei es am Stand oder beim Rundgang über die Messe. Jedes Jahr frage ich und werde gefragt, was denn nun das Spannende an der Messe ist. Das weiss niemand, die Produkte sind hinlänglich bekannt, es geht eigentlich nur ums netzwerken, wie wir Kanalarbeiter 2.0 so schön sagen. Schon kurz nach der Ankunft standen vor dem Toilettenbereich, zu dem ich eigentlich sehr dringend mußte, Stefan Keuchel, bekannt vor allem aus Sendungen mit semi-intellektuellen Theoretikern im ZDF und Martin Ricke, der dieses Jahr einen ordentlichen Fischmarkt bei der OMD zu betreuen hatte.

Web 2.0 war durchaus ein Thema, wenn auch nicht unter dem Aspekt Werbung 2.0, das kommt erst in ein paar Jahren. Zu meiner großen Freude sind dann neben den üblichen Verdächtigen auch noch ein paar Leute auf der OMD gewesen, die gerade mit ihren Firmengründungen ein wenig Furore machen. Wo waren sie zu finden? Natürlich bei der T-Shirt Bude Spreadshirt, bei der ich zu meinem per Wiki eingetragenen Termin mit Lukasz erschien, dort aber noch Jan Hitflip vorfand und kurze Zeit später auch noch von Ibo Sevenload heimgesucht wurde. Sehr angenehm, die Jungs mal wieder zu treffen, schliesslich sitzen Ibo und Jan in Köln und man sieht sich nie. Georg von der Blogrolle habe ich dann auch noch kurz heimgesucht und wurde mit einem Volksnotebook ausgestattet. Später auf der Party habe ich dann noch Stefan Glänzer wiedergetroffen und mich an einer angenehm offenen Diskussion über die aktuelle Entwicklung im Netz erfreut. Stefan bringt immer eine wunderbar positive Grundstimmung rüber, die ich wirklich erfrischend finde. Mit Alex Wünschel habe ich natürlich über Podcasting geredet, aber da er mein Weblog nicht liest und ich seinen Podcast nicht höre, hatten wir uns durchaus neue Sachen zu erzählen. A propos Weblog, letztes Jahr interessierte noch keine Sau, dass ich blogge, dieses Jahr sprach mit fast jeder auf mein Weblog an. Wenn das so weitergeht, stelle ich eine Redaktion ein, die dann für die Content-Produktion sorgt, schliesslich wollen meine Leser unterhalten werden.

Im Anschluß an die Messe ging es erstmal in dieses Bilk auf ein paar Alt in eine Kneipe namens Seifenhorst, die auch nur gewählt wurde, weil die anderen Protagonisten direkt um die Ecke wohnen. Der elektrische Reporter wurde heute vorgestellt und Mario nahm dies zum Anlaß, nicht nur auf der OMD zu erscheinen, sondern im Anschluß auch noch ein paar Alt mit den Zuschauern der ersten Stunde zu trinken. Eine Diskussion um die Relevanzmessung von Weblogs wurde erfolgreich mit den Worten „da sind wir anderer Meinung“ in die Gremien zurückverwiesen.

Auf der OMD Party wurde ich dann noch von einem jungen Mann, dessen Stand viele Jahre gegenüber von unserem war einem Herrn Kabel mit den Worten „das ist Heiko Hebig“ vorgestellt, was nicht nur mir, sondern auch dem jungen Mann ziemlich peinlich war. Peter Kabel allerdings kannte Heiko und so bekam ich leider nicht die Gelegenheit, in meiner neuen Identität irgendwelche intimen Weisheiten über Burda und das Inetrnet zum Besten zu geben, sondern wir besprachen einiges, was allerdings non bloggable ist, übrigens eine Sache, die immer wichtiger zu werden scheint, da fast jeder Zweite zu mir sagte: „das ist jetzt aber nicht blogbar“. Jedenfalls, Joern, habe ich ihn drauf angesprochen und er hat alles abgestritten. Blogger-Ethik ist dick im Kommen, quasi das Äquivalent von „unter Drei“, wie die coole Journalistenbagage immer so schön sagt.

Wie dem auch sei, ich werde nie verstehen, warum man nach einer Messe eine Party machen muß, die pickepackevoll ist und nur krachlaute Musik hat, wo man doch nach einem Messetag eher wenig Lust auf Rumbrüllen bei der Unterhalt hat. Wir werden alle nicht jünger.

Kurz danach bin ich dann, vernünftig wie ich nun mal bin, von der Party gen Hauptbahnhof aufgebrochen. Zu meinem Erschrecken musste ich feststellen, dass eine Stadt, die sich ständig mit der längsten Party der Welt rühmt, nach 23 Uhr auf dem Bahnhof kein Bier mehr verkauft. Halb besoffen ist herausgeschmissenes Geld, aber so finde ich wenigstens noch die Tasten, um diesen Text zu tippen, wir nimmermüden Contentproduzenten, noch dazu User-generated an sich, haben es nicht leicht, und ganz nebenbei habe ich gerade noch einem völlig besoffen durch den ICE torkelnden Jugendlichen darauf hingewiesen, dass er sein Handy verloren hatte, was er nach ein paar direkteren Andeutungen meinerseits auch durchaus noch realisierte und mir dann überschwenglich mit „Ohne Sie hätte ich mein Handy verloren, wissen Sie das?“ dankte, was mich alten Pfadfinder durchaus zufrieden zurücklässt. Multitasking ist etwas Feines. Noch dazu wird nebenan gerade ein Handyticket vorgeführt und alle Beteiligten sind sehr aufgeregt, aber trotz des Witzes „bitte nicht mein Handy knipsen“ und den gequälten Schmunzlern scheint alles geklappt zu haben. Wunderwelt der Technik, und das mittenmang im ICE.

Morgen kommt Tag 2, das bleibt nicht aus.

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