03. Oktober 2006

Brandeins im Jammertal

Als ich diesen Aufmacher las, war ich sehr verzückt, denn ich hatte mehrere Jahre in der SPD Landesorganisation Hamburg meine Semesterferien verbracht, beim Wahlkampfmanagement mitgeholfen und irgendwann die Partei ins Web gebracht:

Die Hamburger SPD wähnte sich als ewige Regierungspartei.
Und stürzte tief.
Auf dem Boden der Tatsachen ist sie allerdings noch nicht angekommen.
Porträt einer autistischen Organisation.

Der Artikel hingegen ist langweilig und erzählt nix Neues. Wenn man ein Jammertal und eine autistische Organisation beschreiben will, dann sollte man mehr Butter bei die Fische packen als diese Aneinanderreihung von hinlänglich bekannten Merkmalen des Zustandes der Hamburger SPD. Eine Großstadtpartei steht vor großen Herausforderungen, aber die Hamburger SPD kämpft seit Jahren vor allem mit sich selber. Ich hatte auf einen knackigen Brandeins-Artikel gehofft, aber so wird das bestimmt nix mit einem Umsteuern bei der Hamburger SPD.

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Ich habe auch nicht behauptet, dass Du behauptet hu00c3u00a4ttest, ich weise einfach allgemein gerne darauf hin, dass Journalismus nicht immer die Qualitu00c3u00a4t hat, die er vorgibt zu besitzen.
:-)

... kenne den artikel (noch) nicht, aber dass die partei nicht mal auf die konstruktive kritik von menschen zu hu00c3u00b6ren in der lage ist, die nach ein paar engagierten, zunehmend frustigen jahren aufgeben, das habe ich auch erlebt. schon bald 8 jahre her, aber es hat sich offenbar nichts geu00c3u00a4ndert

ich habe auch nie behauptet, dass dies ein reines Brandeins-Phu00c3u00a4nomen ist. Ich habe auch keine Auswege aus der Krise erwartet. Mir fehlte nur etwas Schmackes. :)

Aber das ist doch kein Brandeins-Phu00c3u00a4nomen. Wenn man sich mit einer Materie ein bisschen auskennt, bieten einem einArtikel in der Presse selten etwas neues.
u00c3u0084rgerlich finde ich, wird es dann, wenn man beim Lesen u00c3u00bcber Fehler und Ungenauigkeiten stolpert.
Das passiert mir bei der Brandeins allerdings selten (im Gegensatz z.B. zum Spiegel).

Fu00c3u00bcr mich hier im wilden Su00c3u00bcden waren durchaus Neuigkeiten und Insiderinformationen dabei. Und - wie ich finde - kompakt zusammengefasst. Was allerdings richtig ist - Auswege werden nicht wirklich skizziert. Aber das war auch nicht die Aufgabe des Artikels.
Knackig war dafu00c3u00bcr das Psychopathen-Interview mit Lopez.

Fu00c3u00bcr einen Insider vielleicht langweilig, fu00c3u00bcr einen der immer auf die CDU hoffte ein wenig Labsal auf die geschundene Parteiseele.